Die 10. ÖRK-Vollversammlung findet in Busan in Südkorea statt. Die 10. ÖRK-Vollversammlung findet in Busan in Südkorea statt.

10. ÖRK-Vollversammlung

Das Evangelium von den Rändern in die Mitte bringen

Insgesamt sind rund 4.000 Menschen in Busan in Südkorea zusammengekommen. Zehn Teilnehmende der Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) stammen aus der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Die Versammlung dauert bis 8. November.

Aus Thailand kam die rheinische Pfarrerin Annegret Helmer im Auslandsdienst ins so gesehen nahegelegene Korea geflogen. Von den 760 offiziellen Delegierten sind aus dem Rheinland Vizepräses Petra Bosse-Huber als zukünftige Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) anwesend, außerdem Schulamit Kriener, Peter Bukowski und Martina Wasserlos-Strunk. Zu den weiteren Teilnehmerinnen der Versammlung gehören u.a. Pfarrerin Ursula Thomé vom Gemeindedienst für Mission und Ökumene (GMÖ) Westliches Ruhrgebiet und Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, die rheinische Ökumene-Chefin twittert live aus Busan.

Pfarrerin Ursula Thomé ist schon vor der Versammlung angereist: „Ich habe mit vielen Frauen an der Vorversammlung teilgenommen." Besonders beeindruckt habe sie, wie die englische Pfarrerin Mary Tanner, eine Präsidentin des ÖRK, die Arbeit des Ökumenischen Rates der Kirchen beschrieben hat. "Auf der Vollversammlung gibt es keine Kampfabstimmungen, sondern das Bemühen um Konsens. In einem richtigen Verfahren wird gesichert, dass Minderheiten und abweichenden Meinungen Raum gegeben wird und man aufeinander hört.“

Mit Musik und Theater stellten sich im Eröffnungsgottesdienst und der folgenden Veranstaltung die gastgebenden Kirchen aus Korea vor. Ein Viertel der Bevölkerung ist christlich, aber nur zwei Kirchen gehören dem Ökumenischen Rat der Kirchen an. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen die Themen „Einheit“, „Mission“ und „Frieden und Gerechtigkeit“.

Oberkirchenrätin Barbara Rudolph zur Diskussion auf der Vollversammlung: „Früher haben die Missionare das Evangelium bis an die Enden der Erde gebracht, heute wird das Evangelium von den Rändern her in die Mitte der Kirche gebracht.“ Ähnlich der Theologe Bischof de Chikera aus Sri Lanka von der „Theologie der Opfer“ gesprochen. Die Kirchen brauchen den Glauben der armen, der einflusslosen, der „unwichtigen“ Menschen. „Sie haben uns viel zu sagen. Jesus hat sein ganzes Leben nach diesen Menschen am Rand unserer Gesellschaft gesucht. Da schlägt sein Herz.

Die Vollversammlung ist nach den Worten des Generalsekretärs Olav Fykse Tveit ein Pilgerweg zu Gerechtigkeit und Frieden. Dieser soll mit dem Ende der Konferenz nicht aufhören, sondern sich in den Kirchen weltweit fortsetzen. „Es liegt an Euch, wie die ökumenische Bewegung weiter geht“, sagte er in seinem Rechenschaftsbericht den Delegierten der Vollversammlung.

Am Wochenende haben die Delegierten Kirchengemeinden in Seoul und anderen Städten besucht, sind mit den Gastgebern an die Demarkationsgrenze zu Nordkorea gegangen. Die Vollversammlung wird dann ihre Leitungsgremien neu wählen und das Programm für die nächsten sieben Jahre beraten und beschließen.

VEM-Kirchen rufen zum Klimaschutz auf

Verschiedene Mitgliedskirchen der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) haben am Montag zu Aktionen zum Schutz der Umwelt und des Klimas aufgerufen. Bei einem Workshop mit mehr als 120 Teilnehmenden aus der ganzen Welt diskutierten Fachleute und Kirchenleitende über die Auswirklungen von Klimawandel und Umweltzerstörung. Der Leiter von Greenpeace Indonesien, Longgena Ginting, rief zu einem Umdenken bei der Ausbeutung der Wälder in Indonesien auf.

Wenn die Abholzung nicht deutlich verlangsamt werde, seien die Auswirkungen in wenigen Jahren unumkehrbar – in unvorhersehbaren Folgen für Mensch und Umwelt. Ginting rief die Kirchen dazu auf, sich gegenüber ihren jeweiligen Regierungen deutlich zu positionieren und für eine Reduzierung der CO2-Emissionen und den Stopp der Abholzung einzusetzen.

Dr. Jochen Motte, VEM-Vorstandmitglied und verantwortlich für das Programm für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung, berichtete über den Ökumenischen Team-Besuch der VEM in Indonesien im vergangenen Jahr. Delegierte von VEM-Mitgliedskirchen aus Afrika, Asien und Deutschland hatten dort Dörfer besucht, die vom Abbau von Bodenschätzen, von riesigen Palmöl-Plantagen oder Landraub betroffen sind. „Die Erfahrung der VEM zeigt, dass wir eine ökumenische Zusammenarbeit bei dem Einsatz für Klima und Umweltgerechtigkeit brauchen.“ Motte hofft, dass der Klima- und Umweltschutz eine entscheidende Rolle auf dem Weg hin zu Gerechtigkeit und Frieden spielen möge.

Die Vertreterinnen und Vertreter der VEM-Mitgliedskirchen berichteten davon, wie ihre Kirchen den Menschen helfen, die vom Klimawandel und von Umweltzerstörung betroffen sind. Auch sie betonten, dass Kirchen weltweit zusammenarbeiten müssten, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Oberkirchenrätin Barbara Rudolph: „Die wachsende Anfrage nach Palmöl in Europa, die ja vor allem die Menschen und die Umwelt in Indonesien betrifft, ist für uns eine Herausforderung.“ Umso erstaunter zeigte sie sich, dass fast ausschließlich Gäste aus Afrika und Asien zu dem Workshop gekommen waren.

Bischof Willem Simarmata von der Christlich-Protestantischen Toba-Batak-Kirche in Indonesien und Barbara Rudolph, beide Vize-Moderatoren der VEM, versprachen, sich dafür einzusetzen, dass die VEM sich weiterhin gemeinsam mit dem ÖRK auf den Weg in Richtung Gerechtigkeit und Frieden machen werde. Sie betonten, dass angesichts der großen Herausforderungen in diesem Bereich gemeinsame internationale Lobbyarbeit nötig sei.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 4. November 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 6. November 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / 05.11.2013



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