Personalplanung / Verwaltungsstruktur

„Ich freue mich auf die Diskussionen“

Mit Regionalkonferenzen und Online-Foren sorgt die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) für breite Diskussion von Personalplanung und Verwaltungsstruktur. Vizepräsident Christian Drägert im Interview.

Christian Drägert, Vizepräsident der rheinischen Kirche. Christian Drägert, Vizepräsident der rheinischen Kirche.

In der rheinischen Kirche sind derzeit zwei große Vorhaben in Arbeit: eine Reform der Verwaltungsstruktur und ein Papier zur Personalplanung. Ab 15. Juli werden mit so genannten Regionalkonferenzen dabei ungewohnte Beratungswege beschritten – warum?

Die Prozesse sind von der Landessynode angeregt worden. Für beide Themenkomplexe liegt uns am Herzen, eine breite Basis der Beratung zu suchen. Wir müssen neben den Ständigen Ausschüssen, die wie gewohnt beteiligt sind, auch die Ebene der Kirchengemeinden und Kirchenkreise in den Beratungsprozess einbinden. Um dieses zu gewährleisten, haben wir uns die Form der Regionalkonferenzen und die Nutzung der neuen Medien als Beteiligungswege überlegt, um eine größtmögliche Beteiligung in der Diskussion zu erreichen. Ich hoffe, dass die Regionalkonferenzen, aber auch das Internet umfangreich genutzt werden, um einen offenen Diskurs zu führen.

Fünf Regionalkonferenzen werden realisiert. Wer redet da mit wem?

Jede Kirchengemeinde entsendet ein Mitglied, die Kreissynodalvorstände schicken bis zu fünf Menschen, und hinzu kommen Mitglieder der Kirchenleitung sowie die Fachleute aus dem Landeskirchenamt. So war es angedacht. Wir hatten bis zum 25. Juni 400 Anmeldungen. Manche Kirchengemeinde möchte gerne viel mehr Delegierte schicken, andere haben kein Presbyteriumsmitglied angemeldet. Wir haben noch freie Kapazitäten. Daher haben wir uns entschlossen, auch weitere Delegierte zuzulassen. Die Kirchengemeinden und Kirchenkreise sind entsprechend informiert.

So disparat ist die rheinische Kirche manchmal – einerseits werden kritisch reine Alibidiskussionen gewittert, andererseits gibt es einen engagierten Diskussionsprozess. Dabei bleibt es ja nicht bei den Regionalkonferenzen. In Internet-Foren ist es letztlich sogar jeder und jedem möglich, sich in die Diskussion einzuschalten.

Das tun wir, um möglichst viele rheinische Presbyteriumsmitglieder zu beteiligen. Deshalb haben wir umfassend Informationen online gestellt und aktualisieren sie laufend. Dadurch kann übrigens natürlich auch vor Ort in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen ein direkter Austausch stattfinden. Über die Foren, die wir eröffnet haben, ist es rund um die Uhr möglich, Anregungen, Verbesserungsvorschläge, aber auch Bedenken und Kritik online zu äußern. Uns liegt wirklich an größtmöglicher Transparenz und intensiver Diskussion. Die Ergebnisse aus den Diskussionen sind wichtig und werden in die weiteren Beratungsprozesse einbezogen. Schließlich können wir alle nur schlauer werden. Die Beratungen haben keine Alibifunktion; die Entscheidungsprozesse in Landeskirchenamt und Kirchenleitung sind nicht abgeschlossen. Auch das Diskutieren über die örtlichen Grenzen von Gemeinden und Kirchenkreisen hinweg wird hilfreich sein. Unabhängig davon, in welche Richtung sich die beiden Vorlagen durch diese Diskussionen entwickeln, werden sie zweifellos an Qualität gewinnen, um die von der Landessynode gestellte Aufgabe zu erfüllen. Denn die Herausforderungen für unsere Kirche in den nächsten Jahrzehnten bleiben.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 1. Juli 2011. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 4. Juli 2011. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

/ ekir.de / neu / 01.07.2011



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