Landessynode 2014
Twitter

Bischof Ernst //Gamxamûb Bischof Ernst //Gamxamûb auf der Landessynode 2014

Landessynode 2014

"Jeder Tropfen zählt"

In Namibia herrscht Dürre. Inzwischen hat es zwar schon einmal geregnet, aber das ist längst nicht genug, erklärt Ernst //Gamxamûb, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN), einer der Gäste der Landessynode.

Regenzeit ist in Namibia zwischen November und April. Wann hat es bei Ihnen das letzte Mal geregnet?

Vergangenen Dienstag, als ich mich auf den Weg nach Deutschland gemacht habe, gab es einen Sturm mit Regen. Der verwüstet zwar auch immer die Landschaft, aber das Wunderbare ist, dass wir dann Wasser haben.

Hat sich die Lage denn mit dem Regen jetzt entspannt?

Ja, durch den Regen hat unsere Anspannung etwas nachgelassen. Aber es war nicht genug Regenwasser, um die Wasserreservoire aufzufüllen, und der Boden hat auch nicht genug Wasser aufgenommen. Und wir haben nach dem Regen auch gesehen, dass es immer noch sehr trocken ist, an vielen Orten sind die Tiere verendet. Aber trotzdem: Wir freuen uns über jeden Tropfen Wasser.

Aber der Regen reicht nicht?

Nein, überhaupt nicht. Wir sind voller Hoffnung, dass noch mehr Regen kommen wird. Durch die Dürre besitzen viele Menschen nichts mehr, es ist eine schreckliche Situation. Das, woran wir auch schon bei früheren Dürren festgehalten haben, ist unser Glaube. Wir haben auch diesmal wieder viel gebetet.

Im vergangenen August ging die Meldung von der Dürre durch die Medien. Was ist seitdem geschehen?

Der Staat hat Dürrehilfe geleistet, zusätzlich haben die drei lutherischen Kirchen mit Hilfe des Lutherischen Weltbundes 4.000 Familien in drei Orten unterstützt. Pro Kopf haben die Familien 100 namibische Dollar - nicht ganz 7 Euro - erhalten. Ich war mit einigen lutherischen Bischöfen aus dem südlichen Afrika im Norden Namibias. Die Menschen haben uns erzählt, dass sie vor dieser Unterstützung versucht haben, mit einer Mahlzeit am Tag auszukommen. Nun können sie dreimal am Tag sparsam essen.

Mit dem Geld werden Lebensmittel gekauft. Aber wie sieht es mit den Dingen für die Zukunft, also Vieh oder Saatgut, aus?

Das Gremium der drei lutherischen Kirchen versucht nun auch, Saatgut anzukaufen und weiterzugeben, damit die Menschen wieder etwas ernten und sich ihr eigenes Leben aufbauen können wie vorher.

Fast vier Jahre waren Sie ökumenischer Mitarbeiter in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Gibt es Unterschiede beim Umweltbewusstsein zwischen Deutschland und Namibia?

Es gibt merkbare Unterschiede. Ich denke, das Bewusstsein in Namibia über Umweltfragen muss noch größer werden. Aber wir freuen uns über die Freundschaft zu sehr lieben und liebevollen Mitchristen aus dem Norden, die Sachkenntnis haben und diese mit uns teilen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft in Namibia?

Dass wir als Menschen in Namibia dankbar sein können für das Lebensmittel Wasser und nicht verantwortungslos damit umgehen. Schon die Kinder sollten von klein auf lernen, Wasser zu sparen und es verantwortungsvoll zu gebrauchen. Und wir sollten das Bewusstsein weitergeben: Jeder Tropfen zählt. Wir dürfen Regen und Wasser nicht für selbstverständlich halten. Der Klimawandel schwebt über uns und bedroht uns im südlichen Afrika. Wir müssen lernen, in Frieden mit der Natur zu leben und Gott zu danken für dieses Leben und die Gabe Wasser.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Sonntag, 19. Januar 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 20. Januar 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / pas Foto: Hans-Jürgen Vollrath / 19.01.2014



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.