Regionalkonferenzen

"Den Kommunikationsprozess weiter befördern"

Kirchenrechtsdirektorin Antje Hieronimus, Leitende Dezernentin des Dezernates V.2 Kirchenkreisangelegenheiten, über die Regionalkonferenzen zu Fragen der Verwaltungsstrukturreform.

Landeskirchenrätin Antje Hieronimus LupeLandeskirchenrätin Antje Hieronimus

1. Was hat Sie bei der Regionalkonferenz am meisten überrascht?

Mich hat doch sehr überrascht, mit welchem Argwohn die Prozesse zum Teil betrachtet wurden. Die Tatsache, dass das Landeskirchenamt hier Aufträge bearbeitet, die es durch die Landessynode bekommen hat und für die Anträge von Kreissynoden ausschlaggebend waren, war oft nicht mehr präsent.

Wir haben versucht, durch das Veröffentlichen der jeweils aktuellen Dokumente Transparenz zu schaffen. Doch auch dieser Schritt wurde zum Teil negativ bewertet. Indem alle Dokumente ins Netz gestellt werden, entsteht natürlich eine große Textfülle. Die Veränderungen, die durch die Beratung der Gremien erfolgen, sind für die Leserin und den Leser oft nicht nachzuvollziehen, so dass Unsicherheiten entstehen. In Zukunft sollten wir daher überprüfen, wann welche Dokumente veröffentlicht werden und darauf achten, dass der Kommunikationprozess befördert und nicht erschwert wird.

2. Wo sehen Sie den dringendsten Bedarf für weitere Diskussionen?

Insgesamt sehe ich einen großen Konsens auf größere Verwaltungseinheiten zuzugehen, wo sie nicht schon vorhanden sind. Auch die Übereinstimmung von Verwaltungsbereichen und Kirchenkreisgrenzen wird meines Erachtens überwiegend positiv bewertet.

Es gibt aber zahlreiche Punkte, wo noch genauer hingeschaut werden muss. Dies betrifft zum Beispiel die Frage, wie die Superintendentur in die Verwaltung eingegliedert wird und wo eine gewisse Trennung erhalten bleiben muss. Des Weiteren ist zu überlegen, wie die Gemeindeinteressen in einem gemeinsamen Verwaltungsamt ausreichend gewahrt werden, und wir müssen Mechanismen einführen, die eine Transparenz und Steuerung der Kosten von Verwaltung ermöglicht.

Zu überlegen ist, wie sich die Verwaltung von eigenständigen Einrichtungen und Verbänden zur Verwaltungsstruktur verhält, inwieweit Delegation auf die Verwaltung vorgenommen aber auch begrenzt wird und wie die Veränderungsprozesse vor Ort unterstützt werden können.

3. Wie sehen Sie den Prozess der Verwaltungsstrukturreform?

Die Landessynode wird zeigen, an welchen Stellen wir auf verbindliche Strukturen in der Verwaltung zugehen werden. Klar ist aber auch, dass damit nur der Anfang für einen stetigen Prozess der Optimierung im Bereich der Verwaltung gemacht ist. Das Verhältnis von Kosten und Leistung wird in den nächsten Jahren immer wieder überprüft und verbessert werden müssen. Ich bin überzeugt, dass durch die jetzigen Vorschläge eine Struktur geschaffen werden kann, die dies ermöglicht. Die einzelnen Instrumente, Qualität zu verbessern und zugleich Kosten zu senken, müssen anschließend weiter entwickelt werden. Dazu gehören unbedingt auch Maßnahmen der Verwaltungsvereinfachung. Wenn wir dahin kommen, vergleichbare Strukturen zu haben, dann werden viele Dinge wie zum Beispiel eine Personalbemessung auch gemeinsam erfolgen können und weniger Ressourcen bedürfen, als wenn jedes Verwaltungsamt sich alleine auf den Weg macht.

Ich hoffe sehr, dass Presbyterien, Kreissynodalvorstände und andere Leitungsgremien in Zukunft überall auf die Beratung und Unterstützung einer gleichermaßen kompetenten Verwaltung zurückgreifen können, um kirchliches Leben zu gestalten und zu fördern.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 10. August 2011. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 17. August 2011. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / 10.08.2011



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