Einstieg
Landessynode 2010

Im Wortlaut: Grußwort von Pasteur Guy Balestier

Es gilt das gesprochene Wort.

Grußwort von Pfarrer Guy Balestier, Reformierte Kirche von Frankreich, zu halten am Sonntag, 10. Januar 2010, anlässlich der 60. ordentlichen Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bad Neuenahr

Sehr geehrter Herr Präses, verehrte Synodale,

es ist immer eine Freude und Ehre zur Synode Ihrer Kirche eingeladen zu werden. Es ist ein Höhepunkt, der die ohnehin schon engen Beziehungen zwischen unseren beiden Kirchen noch einmal stärkt. Ich möchte an dieser Stelle in Erinnerung rufen, wie sich unsere Beziehungen im vergangenen Jahr gestaltet haben:

Wir haben weiterhin gemeinsam die Leitung des Europäischen Begegnungszentrums Foyer le Pont in Paris wahrgenommen. Nachdem Pfarrer Jérôme Cottin als Professor an die Theologische Fakultät in Straßburg berufen wurde, habe ich seine Nachfolge als Vertreter der Reformierten Kirche in Frankreich im Verwaltungsrat des Foyer le Pont angetreten.

Ich selbst habe an einer Vorbereitungstagung zum Ökumenischen Kirchentag in München teilgenommen, zu dem die rheinische Kirche ihre europäischen Partnerkirchen eingeladen hat. Wir bereiten dort gemeinsam einen Tag der reformierten Kirchen vor. Der Ökumenebeauftragter unserer Kirche, Pfarrer Didier Crouzet, hat in Düsseldorf die neue Leiterin der Abteilung Ökumene - Mission - Weltverantwortung, Frau Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, besucht, um sich mit ihr über den Stand unserer Partnerschaftsbeziehungen auszutauschen.

Schließlich haben unsere beiden Kirchen zwei Tagungen organisiert, zum einen eine Konferenz zum Thema „Geschwisterlichkeit in Krisenzeiten“ in Madrid in Zusammenarbeit mit der CEPPLE (Konferenz der protestantischen Kirchen in den romanischen Ländern Europas), zum anderen ein Symposium zum Thema „Calvin als Europäer“ in Paris in Kooperation mit dem Europäischen Begegnungszentrum Foyer le Pont.

Diese beiden internationalen Begegnungen zeigen, dass sich die Evangelische Kirche im Rheinland und die Reformierte Kirche in Frankreich gut ergänzen. In Paris waren die Kirchen aus Mittel- und Osteuropa gut vertreten dank der Kontakte, über die die Evangelische Kirche im Rheinland in dieser Region verfügt. In Madrid waren die Kirchen aus Südeuropa gut vertreten dank der Beziehungen, die die Reformierte Kirche in Frankreich zu anderen romanischen Ländern pflegt.

Unsere beiden Kirchen ergänzen sich ebenfalls in der Wahrnehmung der Herausforderungen, vor die wir uns gestellt sehen. Die Evangelische Kirche im Rheinland mit ihren Erfahrungen als unierte Kirche ist uns eine Hilfe bei der Bildung einer vereinigten reformierten und lutherischen Kirche im Jahre 2013, die sich wahrscheinlich „Vereinigte Protestantische Kirche in Frankreich“ nennen wird.
Die Reformierte Kirche in Frankreich kann mit ihren Erfahrungen als Minderheitskirche der Evangelischen Kirche im Rheinland helfen, dem derzeit sich vollziehenden schmerzhaften Wandel etwas Positives abzugewinnen. Wir haben in den letzten 50 Jahren die Hälfte unserer Mitglieder verloren. Diese Situation hat uns angespornt, unsere Strategien für die Verkündigung und die Präsenz in der Gesellschaft neu zu definieren. Wir haben vor zwei Jahren eine überregionale Koordinierungsstelle für Evangelisation geschaffen, für die ich verantwortlich bin. Seit einigen Jahren gewinnen wir insbesondere in den Großstädten neue Mitglieder hinzu.

Wie gut sich die Evangelische Kirche im Rheinland und die Reformierte Kirche in Frankreich ergänzen, zeigt sich schließlich auch in den Fragen, die in unseren Kirchen zurzeit diskutiert werden. Wenn ich an die Themen denke, die auf der Zukunftswerkstatt der EKD im letzten Herbst behandelt wurden, so muss ich feststellen, dass sich die Themen gleichen: neue Gottesdienstformen, Gemeindeentwicklung und Gemeindeleitung, öffentliche Verantwortung und gesellschaftliches Engagement, Aufnahme und Begleitung neuer Mitglieder, Entdeckung und Vertiefung des Glauben. Alle diese Fragen diskutieren auch wir und es liegt in unserem gemeinsamen Interesse uns darüber auszutauschen.

Durch die verschiedenen Begegnungen sind Bindungen und Verbindungen entstanden, die unseren Kirchen die konkrete Erfahrung ermöglichen, dass wir zu einem Leib gehören, zum Leib der einen weltweiten Kirche. Wie uns der Apostel Paulus sagt, ist unter der Autorität Christi, der das Haupt ist, jeder Körperteil für das Ganze wichtig, ob wir nun ein muskulöser Arm oder ein kleiner Zeh sind.

Die kleine Reformierte Kirche in Frankreich grüßt Sie alle geschwisterlich und wünscht Ihnen eine fruchtbare Synode. Ich danke Ihnen.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 22. Februar 2010. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 22. Februar 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

22.02.2010



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.