Friedenskonvokation

Band des Friedens rund um den Globus knüpfen

Vom 17. bis 25. Mai findet in Jamaika die Internationale ökumenische Friedenskonvokation zum Abschluss der Dekade Gewalt überwinden statt. Ein ekir.de-Interview mit Oberkirchenrätin Barbara Rudolph.

Frauen und Männer aus Partnerkirchen Essens in Afrika, Asien und Europa beim Dekade-Abschlussgottesdienst im September 2010. LupeFrauen und Männer aus Partnerkirchen Essens in Afrika, Asien und Europa beim Dekade-Abschlussgottesdienst im September 2010.

Was passiert in Jamaika?
Rund tausend Delegierte treffen sich zur „Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation“ – fast ein Wortungetüm. Das liegt daran, dass es keine reguläre Vollversammlung ist, aber eine hohe Verbindlichkeit für den Ökumenischen Rat der Kirchen, den ÖRK. Jamaika ist der Abschluss der „Dekade zur Überwindung von Gewalt“. Der ÖRK nennt es das große Erntefest. Wir werden die Ergebnisse aus zehn Jahren Arbeit in den rund 350 Mitgliedskirchen auswerten und Impulse für die weitere Arbeit geben.

Die rheinische Kirche ist einer der Mitgliedskirchen. Was bringen wir ein?
In der Evangelischen Kirche im Rheinland ist in den letzten zehn Jahren intensiv über die Friedensethik diskutiert worden, insbesondere das europäische Sicherheitskonzept, bis in die Gemeinden hinein. Pfarrerin Ursula Thomé wird in Jamaika eine Ausstellung des großen Partnerschaftstreffens in Essen präsentieren – als Beispiel aktiver Beteiligung von Gemeinden. Die deutsche Delegation wird vor allem das Thema Klimagerechtigkeit in den Mittelpunkt stellen. Außerdem gibt es einen Workshop der Vereinten Evangelischen Mission mit Dr. Jochen Motte zu den Menschenrechten.

Lassen Sie uns die Delegation aus dem Rheinland komplett benennen!
Wie erwähnt: Pfarrerin Ursula Thomé vom Gemeindedienst für Mission und Ökumene und Dr. Jochen Motte von der VEM. Außerdem ist – nominiert von der EKD - der Friedensexperte Ulrich Frey dabei. Offizielle Delegierte der rheinischen Kirche sind unser namibischer Austauschpfarrer Lorenst Kuzatjike und ich. So spiegelt unsere Delegation eine große Bandbreite und bringt unterschiedliche Erfahrungshintergründe mit.

Die Konvokation wird eine Erklärung ergeben. Wie lauten Ihre Erwartungen?
Diese Erklärung wurde in einem langen Prozess von einem internationalen Team unter Beteiligung aller Mitgliedskirchen geschrieben und wird nun vermutlich so angenommen. Jetzt geht es um konkrete Schritte, um die Verständigung des weiteren Weges, der in den nächsten beiden Jahren bis zur Vollversammlung des ÖRK in Busan in Südkorea erarbeitet wird. Deutlich ist: In Zukunft wird es in Fragen von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung keine Gewinner oder Verlierer mehr geben, sondern wir werden gemeinsam gewinnen oder verlieren. Das ist ja die Bedeutung von Ökumene: die ganze bewohnte Erde. Wir bekennen, Gott trägt und hält diese Erde, und er beauftragt uns, wie es im Lukas-Evangelium 1,79 heißt und wie die Erklärung betitelt ist: Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

In die Zeit der Friedenskonvokation fällt der Sonntag Kantate.
Da es eine Weltversammlung ist, gibt es rund um den Globus am Sonntag, 22. Mai, überall Gottesdienste. Dazu gibt es auch eine Gottesdiensthilfe für einen „Friedenssonntag Kantate“. Ich freue mich, wenn das Band des Friedens rund um den Globus geknüpft wird und Gemeinden im Rheinland den Gottesdienst unter dem Motto der Friedenskonvokation mitfeiern: „Ehre sei Gott und Friede auf Erden“.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 16. Mai 2011. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 17. Mai 2011. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu / 16.05.2011



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