Landessynode 2014
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Vertreterinnen und Vertreter der jungen Generation im Plenum der Landessynode Vertreterinnen und Vertreter der jungen Generation im Plenum der Landessynode.

Landessynode 2014

„Jugendarbeit ist ein Schatz“

Einstimmig und mit großem Interesse hat die Landessynode den Jugendbericht 2014 zur Kenntnis genommen. Und bringt damit jungen Menschen, die sich in der evangelischen Jugendarbeit engagieren, ihre Wertschätzung entgegen.

„Evangelische Jugendarbeit ist nach wie vor ein Schatz“, sagte Landesjugendpfarrerin Simone Enthöfer bei ihrer Einführungsrede zum Jugendbericht. Jugendliche würden sich auch weiterhin stark in der evangelischen Kirche engagieren. Die sich verändernden Lebensumstände in ihrem Alltag mit Ganztagsschulen, G8 und Bachelorstudiengängen würden dies aber zunehmend erschweren. „Unsere Jugendlichen wollen sich engagieren, sie schaffen es aber nicht mehr“, stellte Enthöfer fest. Eine Initiative der Jugendverbände zu einem „Bündnis für Freiräume“ hat das Ziel, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.

Wichtig sei den Jugendlichen auch eine Wertschätzung ihrer Arbeit. „Und zwar nicht in Form von Dankeschön sagen, sondern von klaren Strukturen in Kirche, Gesellschaft und Politik, die ihr Engagement begünstigen“, erklärte Simone Enthöfer. Dazu gehörten zum Beispiel ein Anrecht auf Begleitung und Fortbildung durch Hauptamtliche.

Ungleiche Zukunftsperspektiven

Auch auf die Auswirkungen von gesellschaftlichen Veränderungen macht der Jugendbericht aufmerksam. Es gäbe kaum noch Freizeit ohne professionelle Aufsicht, eine „Straßenkindheit“ mit zweckfreien Treffen trete immer weiter in den Hintergrund. Ein weiterer Kritikpunkt sind ungleiche Zukunftsperspektiven für Jugendliche: Obwohl es in Deutschland relativ gute Ausbildungs- und Berufschancen gebe, lebten immer noch viele Jugendliche in Armut. Hier fordert der Bericht eine Kindergrundsicherung.

Glaube und Religiosität von Jugendlichen stellt die Kirche vor Herausforderungen. Laut Studien haben 30 Prozent der Jugendlichen einen transzendenten Glauben. Jugendliche können gut ausdrücken, was sie glauben, hat Enthöfer beobachtet. „Häufig ist das aber fernab vom kirchlichen Sprachgebrauch.“ Darauf müsse sich Kirche einstellen. Denn viele Jugendliche hätten das Gefühl, ihre Fragen kämen in der Kirche nicht vor.

Jugendliche finden sich im Bericht wieder

Als schwierig erweise sich der Abbau der Personaldecke im Bereich der Jugendarbeit. Verwaltungsaufgaben und pädagogische Tätigkeit stünden in keinem Verhältnis zueinander, kritisiert Enthöfer. Für ihre Ausführungen zum Jugendbericht erhielt Simone Enthöfer viel Beifall. In der anschließenden Aussprache äußerten sich die Landessynodalen wohlwollend und unterstützend. Auch die Delegierten der Evangelischen Jugend fanden ihre Situation im Jugendbericht gut dargestellt und ermutigten die Landessynode in Jugendarbeit zu investieren. „Kirche 2030 kann ohne Jugend nicht funktionieren“, brachte es eine junge Frau auf den Punkt.

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ekir.de / cs / 20.01.2014



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