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Joachim Neander

Er war Pastor und auch Kirchenlieddichter – sowie Komponist. „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ – dieser Choral ist das Werk von Joachim Neander (1650–1680). 

Joachim Neander ist 1650 in Bremen geboren. Sein Vater war der Pädagoge Johann Joachim Neander, die Mutter Katharina Knipping, Tochter des Kantors Christoph Knipping. Der Urgroßvater hieß noch Neumann. Einer damaligen Sitte folgend übertrug der Großvater den Namen ins Griechische.

Joachim war das älteste von vier Kindern. In der Hansestadt besuchte er zunächst das Pädagogium und studierte dann Theologie. In dieser Phase war der spätere Pietist noch ganz von der reformierten Bundestheologie jener Zeit geprägt. Sie sieht die Heilsgeschichte vor allem als eine Kette von Bundesschlüssen Gottes mit den Menschen, vom Paradies bis zum Neuen Testament. Auch einige seiner späteren Lieder nahmen dies auf, wenn von „Bundestreue“ oder dem „Bundesgott“ die Rede ist.

Neander sah diese Studentenjahre im Rückblick als wenig ernsthafte Zeit an, mit Eitelkeiten und wenig Andacht. Doch misst er streng und hat dabei ein sehr hohes pietistisches Ideal vor Augen. Zum Pietismus gehören schließlich eine innige „Herzensfrömmigkeit“ und gute Taten.

Begegnung mit Theodor Undereyk

Zur Wende im Leben Joachim Neanders führte 1670 die Begegnung mit Theodor Undereyk. Der Prediger, als Sohn einer niederländischen Emigrantenfamilie in Duisburg geboren und vom Pietismus geprägt, wurde damals an die Martini-Kirche in Bremen berufen. Mit Freunden besuchte Neander seinen Gottesdienst und sah sich danach „als Bekehrten auf dem Weg eines neuen Lebens“.

Bereits 1671 verließ Neander aber Bremen und war als Tutor und Erzieher in Frankfurt am Main und in Heidelberg tätig. Als sogenannter Informator unterstützte er fünf Studenten von Mitgliedern der französisch-reformierten Gemeinde Frankfurts. In diesen Jahren lernte er wichtige Persönlichkeiten für seine weitere Entwicklung kennen: den lutherischen Pietisten Phillip Jakob Spener und Johann Jakob Schütz, der zum Kreis um Spener gehörte. In Heidelberg entwickelte sich zudem die Freundschaft zum zehn Jahre jüngeren Johann Heinrich Reitz.

Anstellung und Konflikt in Düsseldorf

Im Jahr 1674 begann für Neander die Zeit in Düsseldorf. Die dortige reformierte Gemeinde machte den damals 23-Jährigen zum Rektor ihrer Lateinschule. Die Arbeit Neanders war gut angesehen. Die Reformierten legten Wert auf Zucht und Sitte. Zum Abendmahl wurde in der Zeit nur zugelassen, wer untadelig in allen Dingen war.

Dennoch kam es 1676 zu einem Konflikt. Es ging um eine sogenannte Konvertikelbildung, bei der private Zusammenkünfte der Frommen an die Stelle des Gemeindegottesdienstes traten. So drohte die Spaltung. Die Gemeinde verlangte, dass Neander wieder den Gottesdienst besucht. Am Ende gab er nach und akzeptierte die bestehende Gemeindeordnung.

Sein letztes Lebensjahr verbrachte Neander wieder in Bremen. Bei einem Jahresgehalt von 40 Reichstalern und freier Wohnung wurde er als Hilfsprediger in Sankt Martini tätig. Im Mai 1680 erkrankte er aber schwer. Am 31. Mai starb er dreißigjährig. „Mit meiner Seele steht es wohl, allein mein Leib ist sehr matt“, wurde als einer seiner letzten Sätze überliefert.

Choral „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“

Im gleichen Jahr erschien posthum seine Liedersammlung „A & O. Joachimi Neandri Glaub- und Liebes-Übung, aufgemuntert durch einfältige Bundes-Lieder und Dank-Psalmen, neu gesetzet nach bekannt- und unbekannte Sangs-Weisen“. Das Gesangbuch mit 58 Liedern hatte er noch selbst redigiert. Die meisten Lieder dürfte er in seiner Düsseldorfer Zeit geschrieben haben. Weil Neander, als er im Rheinland lebte, gerne eine Schlucht bei Mettmann aufsuchte, um dort zu komponieren und Gottesdienste abzuhalten, wurde sie später nach ihm benannt: das Neandertal.

Das bekannteste Lied des Komponisten und Dichters ist der Choral „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“. Ins Evangelische Gesangbuch sind Texte und Melodien von weiteren Liedern Joachim Neanders aufgenommen, darunter auch „Eins ist not! Ach Herr, dies Eine“ und „Himmel, Erde, Luft und Meer“.

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ekir.de / rtm / 12.09.2016



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