Präses: Gottes Wort spricht uns auch heute an
Im Zeichen des Kreuzes: Präses Nikolaus Schneider erstattet seinen Bericht an die Landessynode 2012.
„Es kommt darauf an, dass wir Gottes Wort nicht dazu benutzen, uns göttliche Autorität anzumaßen, um eigene Interessen, Standpunkte und Machtansprüche durchzusetzen“, sagte Präses Schneider. Kirche dürfe sich nicht allein auf die korrekte Bewahrung der überlieferten Tradition des Gotteswortes reduzieren, sondern sie müsse in ihrer Verkündigung aus einer Beziehung zu dem lebendigen Wort schöpfen.
Gott spricht auch durch die Musik
„Gott spricht noch heute – auch durch die Musik!“ erklärte Nikolaus Schneider mit Blick auf das Jahr „Reformation und Musik“, das auch die rheinische Kirche in diesem Jahr begeht: „Und ich hoffe, dass durch die Kirchenmusik viele Menschen einen ersten oder einen neuen Zugang zum Glauben finden.“ In der Evangelischen Kirche im Rheinland werde in den kommenden Monaten zu erleben sein, wie Gottes Wort in der und durch die Musik zu sprechen und zu wirken vermag. „Dabei gilt es zum einen, das ‚Singen und Sagen’ in den Gemeinden und ihren Gottesdiensten lebendig zu halten und neu zu gestalten. Zum anderen wollen wir den Schatz fünfhundertjähriger evangelischer Kirchenmusik hörbar machen und die reichhaltige kirchenmusikalische Arbeit in den Gemeinden und Kirchenkreisen in ihrer Bedeutung stärken“, so der rheinische Präses.
Präses Nikolaus Schneider hält vor der Landessynode 2012 seinen Rechenschaftsbericht.
Wenn die Wirtschaftsordnung zur Wirtschaftsunordnung wird
Deutliche Kritik übte Schneider mit Blick auf die Finanzmärkte und globales Wirtschaften: „Wir lernen in diesen Zeiten, dass eine Wirtschaftsordnung zu einer Wirtschaftsunordnung werden kann.“ Es sei in den vergangenen Monaten deutlich geworden, dass eine Fortsetzung der Schuldenpolitik der letzten Jahrzehnte nicht mehr möglich sei. „Die Kosten der Krise dürfen nicht allein den nachfolgenden Generationen aufgebürdet werden, und unter der Perspektive der Gerechtigkeit müssen Stärkere auch größere Lasten tragen. Reichtum gibt es genug – in Deutschland, in Europa und weltweit“, so Präses Schneider. Zudem müsse das Primat der Politik gegenüber den Finanzmärkten weiter durchgesetzt werden: „Ein abgestimmtes weltweites Handeln ist dafür entscheidend. Europa kann jetzt entscheidende Anstöße geben. Die Ergebnisse des letzten Brüsseler Gipfels lassen ein Hoffnungslicht aufscheinen. Eine zügige und entschlossene Umsetzung der Beschlüsse ist nun geboten. Unser Dank gilt allen Politikern und Politikerinnen, die sich nach Kräften darum mühen.“
Bei diesem Thema Wirtschaft und Finanzen übte der oberste Repräsentant von mehr als 2,8 Millionen Protestanten zwischen Emmerich und Saarbrücken deutliche Selbstkritik: „Die bbz GmbH Beihilfe- und Bezüge-Zentrum, eine Firma, die der Evangelischen Kirche im Rheinland gehört, hat in ihrem wirtschaftlichen Handeln offenkundig selbst Maß und Ziel aus den Augen und damit viel Geld verloren. Das ist eine bittere Erkenntnis: Auch kircheneigene Firmen genügen nicht den von uns erkannten Wegweisungen Gottes für ein gerechtes Wirtschaften. Das beschädigt zudem unser öffentliches Eintreten für ein ‚Wirtschaften für das Leben’.“
ekir.de / jpi / 09.01.2012
© 2012, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
