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Leitvorstellung „Missionarisch Volkskirche sein“

Synode unterstreicht: „Wir sind eine Kirche, die auf Menschen zugeht“

Pressemitteilung Nr. 28/2010

Die Evangelische Kirche im Rheinland will erkennbar „missionarisch Volkskirche sein“. Das hat ihre Landessynode, das oberste Leitungsgremium, heute bei ihrer Tagung in Bad Neuenahr bekräftigt: „Missionarisch zu sein, ist so etwas wie eine Zeitansage“, kommentiert Vizepräses Petra Bosse-Huber. Eine Kirche könne sich niemals selbst genug sein, sondern müsse sich immer wieder darum bemühen, Menschen für den Glauben und die Mitgliedschaft in der Kirche zu gewinnen: „Wir sind überzeugt, dass unsere Botschaft gut und wichtig für unsere Gesellschaft ist.“
„Wir sind eine Kirche, die auf Menschen zugeht, um sie mit dem Evangelium in Kontakt zu bringen, sie zum Glauben einzuladen, ihnen zu dienen und sie zur Umkehr zu einem neuen Leben in Gerechtigkeit und Solidarität zu rufen“, heißt es entsprechend in der Ausarbeitung, die die Synode heute zustimmend zur Kenntnis hat. In einer pluralen Gesellschaft, in der die Bindungskraft des tradierten Christentums nicht mehr selbstverständlich sei, gewinne diese Dimension kirchlichen Handelns an Bedeutung. Der Auftrag, die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an „alles Volk“, stelle die Frage nach der eigenen Haltung, unterstreicht Petra Bosse-Huber: „Reicht das, was wir machen? Übersehen wir nicht ganz viele gesellschaftliche Felder? Haben wir Menschen aus dem Blick verloren?“

Einstiegsmöglichkeiten in den Glauben schaffen


Antworten auf diese Fragen zu finden, dazu ermutigt das Papier die Gemeinden vor Ort. Für zehn kirchliche Handlungsfelder gibt die Ausarbeitung Anregungen: So solle zum Beispiel geprüft werden, ob Gottesdienste in Sprache und Vollzug einladend, klar und verständlich seien. Außerdem gehe es darum, Einstiegsmöglichkeiten in den Glauben zu schaffen bzw. zu erleichtern. Dabei müsse auch die Fähigkeit gestärkt werden, vom eigenen Glauben verständlich zu reden. Und: Die Gemeinden, Kirchenkreise und deren Ämter, Werke und Einrichtungen werden gebeten, ihre Entscheidungen über Strukturen, Programme und Maßnahmen an dem Ziel, missionarisch Volkskirche zu sein, auszurichten.


Manfred Rekowski, Superintendent des Kirchenkreises Wuppertal, warb in der Debatte der Landessynodalen dafür, für das Ziel missionarisch Volkskirche sein „Experimentierfelder“ für neue Formen und Wege auch rechtlich zu ermöglichen: „Unser Ziel muss es sein, als Gemeinden über uns hinaus zu wachsen.“ Allerdings geht Rekowski davon aus: „Unter großstädtischen Rahmenbedingungen werden wir Volkskirche wohl neu erfinden müssen.“ Als Pfarrer in Wuppertal wisse er, wovon er spreche: „Dort haben wir in den vergangenen 30 Jahren etwa die Hälfte unserer Kirchenmitglieder verloren.“

Das Statement von Vizepräses Petra Bosse-Huber zum Nachhören im Internet: www.ekir.de/audio


Unter dem Titel „Neue Gemeinde formen“ hat es im Herbst vergangenen Jahres ein Hearing im Theologischen Zentrum Wuppertal gegeben. Die entsprechende Dokumentation ist im Internet zu finden unter: www.ekir.de/dokumente

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 4. Februar 2010. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 4. Februar 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle / 04.02.2010



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