Regionalkonferenz

Protokoll

Regionalkonferenz am 21. Juli 2011, 17 Uhr, in Krefeld

Anwesend: ca. 150 Mitglieder von gemeindlichen und kreiskirchlichen Gremien

Begrüßung, geistlicher Impuls und kirchenpolitische Einordnung Oberkirchenrätin Rudolph

Moderation Superintendent Kamphausen

1. Personalplanung
Kirchenrat Pfarrer. Dr. Lehnert führt in die Überlegungen ein und berichtet über die Voten der Ständigen Ausschüsse zu den Überlegungen.

Vorläufige Beratungsvorlage Kirchliche Personalplanung 

Es wurden folgende Rückfragen gestellt und Voten aus dem Plenum abgegeben:
Es kostet viel Zeit, die Papiere zu lesen. Es ist jedoch keine Zeit, sie ins Presbyterium zu bringen. Dort wird Arbeit im Moment von NKF-Umstellung und Presbyteriumswahl bestimmt, so dass keine Möglichkeit besteht, die Vorlage zu diskutieren. Es muss daher dringend mehr Zeit für Prüfung und Diskussion gegeben werden.

Bei der Einführung wurde das Papier reduziert auf einen Bereich. Dafür genügt es, einen Buchstaben in der Kirchenordnung einzufügen. Darüber hinaus gibt es dann die Freiheit der Gestaltung. Warum haben wir das vorher nicht schon so formuliert und stattdessen umfängliche Überlegungen angestellt? Steckt vielleicht noch mehr in der Vorlage als das, was jetzt reduziert vorgestellt wird? Wenn wir alles diskutieren müssen, brauchen wir mehr Zeit. Wenn nur der verkürzte Teil besprochen wird, ist der Rest nicht vorhanden.

Es klang im Vortrag anders, als man es selber liest. Das Papier ist anders zu verstehen. Durch die Vollständigkeit der Überlegungen macht das Papier den Eindruck, dass es nicht mehr veränderbar sei. Es besteht die dringende Bitte, ähnlich wie beim Referenzkirchenkreis in NKF, es auszuprobieren. Die Kirchengemeinden wurden bisher in den Überlegungen nicht mitgenommen. Die Thematik kam plötzlich auf die Presbyterien zu. Hier hätte die Kirchenleitung uns früher beteiligen müssen. Es gibt gute Erfahrung mit Teilzeitstellen, auch weil Mitarbeitende sie wollen. Die Vorlage argumentiert nur mit Vollzeit. In der Darstellung werden zuerst harte, dann weiche Modelle vorgestellt. Andersherum wäre es geschickter.

Unser Presbyterium hat sich mit der Vorlage beschäftigt. Es hatte keine Vorbereitungszeit, da die Sitzung am Tag nach der Veröffentlichung der Vorlage im Internet stattfand. Dieses ist ein Teil des Frustes. Die Zeitplanung muss es Presbyterien möglich machen sich einzubringen. In der Vorlage entdecken wir Misstrauen gegen Kirchengemeinden und Kirchenkreise, dass ohne eine gesetzliche Regelung sie die bestehenden Möglichkeiten nicht ergreifen. Vieles ist in der Zusammenarbeit jetzt schon vorhanden. Warum erfolgen weitere gesetzliche Regelungen nicht nur für die, die diese Möglichkeiten bisher nicht nutzen?

Wieso wird das Presbyterium einer Kirchengemeinde für unfähig gehalten, Probleme eigenständig in Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis zu lösen? Was bedeutet in diesem Zusammenhang „Steuerung“?

Das Vorgetragene war viel angenehmer als das Gelesene. Durch den Vortrag wird deutlicher gezeigt, was intendiert ist. Es geht um Moderation und nicht um Steuerung. Das Bild der Steuerung legt eine autoritäre Struktur nahe. Anders ist es bei der Moderationsebene, da erfolgt das gemeinsame Nachdenken im Horizont der Nachbarn. Es ist beeindruckend, welche Menge an Vorarbeit geleistet wurde. Die Präferenz für die ganze Stelle schockiert. Welche Auswirkung hat dieses für eine Kirchengemeinde? Die Fixierung auf die ganze Stelle ist nicht mehr zeitgemäß. Im Hinblick auf neue Lebensformen und Familienfinanzierung sind auch andere Optionen mit zu berücksichtigen.

Eine Schwierigkeit ist das Ziel der Personalplanung. Durch den Rückgang der Finanzen müssen Stellen abgebaut werden. Dieser Abbau wird durch die Personalplanung nicht verhindert. Vielmehr bleiben durch die Festlegung der Relation Berufsgruppen erhalten, in der Arbeit vor Ort oder als Multiplikatoren. Aber es geht immer um Abbau von Stellen, das muss allen klar sein. Auch die Pfarrstellen werden abgebaut. Dieses ist beim Pfarrdienst presbyterial-synodal organisiert. Bei den anderen beruflich Mitarbeitenden ist dieses anders, aber auch presbyterial-synodal, ohne dass dafür gleich alle Ebenen mitarbeiten.

Man konnte aus dem Vortrag gut hören und begreifen, wie viel enthalten ist. 760 Gremien kann man nicht steuern, sie organisieren sich selber. Dieses ist der Reichtum unserer Kirche. Manche Argumente sind eine Abwertung der kirchengemeindlichen Ebene. Die Zeitnot führt zu dem Aufschrei, was aus unserer Kirche wird, da der Eindruck besteht, dass sich da viel in unserer Kirche verändert. Die Zeit, die wir für Gestaltung nutzen können, rennt uns weg. Die Gremien vor Ort brauchen Zeit, um über die Veränderung unsere Kirche zu diskutieren. Aufgabe des Kirchenkreises ist es, als Moderationsebene die Leitungsverantwortung vor Ort zu stärken. Es ist wichtig bei allem, die abwertenden Zwischentöne wegzulassen.

Vor dem vorgetragenen Sachhintergrund ist die Diskussion besser zu verstehen. Manches war aus reiner kirchengemeindlicher Binnensicht so bisher nicht bewusst. Jedoch ist die große Eigenkompetenz in den Kirchengemeinden zu unterstreichen. Die Kirche steht in der Mitte der Stadtentwicklung. Es geschieht viel, auch mit Kultur und Ökumene. Aus dieser Perspektive kann man eine Kirchenmusikstelle nicht mit anderen teilen. Das Presbyterium muss die Möglichkeit haben, auf Grund der örtlichen Verhältnisse ein Veto einzulegen, um den vorhandenen Schwerpunkt weiter zu unterstützen und eine ganze A-Kirchenmusikerstelle zu halten.

Es müssen zwei Schritte zurückgegangen werden. Der Prozess geht davon aus, dass Kirche schrumpft. Wir müssen alles dafür tun, dem Schrumpfungsprozess entgegenzuarbeiten. Die geplante Zentralisierung wird jedoch die Schrumpfung beschleunigen.

Auch Pfarrstellen sind zurückgegangen, auch zu Lasten der Vollzeitbeschäftigung. Es wurde immer auf einen Personalmix geachtet. Pfarrdienst wurde reduziert, um Stellen für andere Mitarbeitende zu erhalten. Eine gesetzliche Änderung ist nicht notwendig. Eine Moderation des Kirchenkreises ist etwas, auf das sich viele einlassen können. Schwieriger ist es, wenn eine Änderung der Kirchenordnung angestrebt wird. Dann wird ein breiteres Diskussionsfeld eröffnet.

Es ist gut, die ausführliche Fassung zu haben. Wir haben in den letzten Jahren unterschiedliche Prozesse erlebt. Aus der Erfahrung müssen wir die handwerkliche Qualität der Prozessgestaltung sehr ernst nehmen. Es fehlt das offene Eingeständnis, dass mit der höheren Ebene nicht automatisch eine bessere Qualität entsteht. Umgekehrt ist auch nicht alles gut, nur weil es auf kirchengemeindlicher Ebene erfolgt. Es hat viel mit Eigenbrödelei zu tun. Wir haben eine Leitungskrise. Alle Leitungsgremien – auf allen Ebenen – haben Druck. Hier ist eine Fürsorge der Landeskirche wahrzunehmen. Aber wir hauen uns den vorhandenen Druck gegenseitig um die Ohren. Man gewinnt Vertrauen, wenn man scharf in der Sache streiten kann. Darum haben wir uns in der Landessynode bemüht. Es darf nicht zu einem Missbrauch der Landessynode kommen. Diese kann nur so gut beraten und entscheiden wie vorbereitet wurde. Den Beschluss im Januar habe ich anders verstanden. Ich bin davon ausgegangen, dass alles vorgelegt wird und dann darüber durch die Landessynode zu entscheiden ist, ob man das so will. Dann könnte ein Proponendum auftragsgemäß ordentlich durchgeführt werden. Wenn wir versuchen durch Gesetz zu fassen, was durch Leitung geschehen muss, verschieben wir Verantwortung. Die Landessynode ist nicht nur dazu da, nur Ja und Nein zu sagen und Rückmeldungen zur Kenntnis zu nehmen, sondern muss auch weiter entscheiden, in welche Richtung gedacht und gearbeitet wird.

Der Gedanke, kreiskirchliche Personalausschüsse zu bilden, überzeugt mehr als die angedachten Modelle.

Wir brauchen zwingend eine Personalplanung. Es gibt immer weniger qualifizierte Bewerber. Nur durch auskömmliche Beschäftigungsverhältnisse sind wir attraktiv und das muss man planen. Auch zwingend ist, dass die Planung auf der Ebene des Kirchenkreises erfolgt. Mit diesem Rahmenplan überfordern wir keinen und tun keinem weh. Ohne diese Maßnahmen denkt keiner daran, zu Kirche als Mitarbeitender zu kommen. Daher müssen wir auf dem Weg weitergehen. Wir dürfen auf diesem Weg nicht warten, denn die Leute warten nicht auf uns.

Manche Modelle haben sehr starke Vorgaben. Mit einem Modell sollte dem Kirchenkreis mehr Freiheit gegeben werden, auf örtliche Gegebenheiten zu reagieren und Kooperationsräume nicht an allen Stellen errichten zu müssen oder darauf zu verzichten, die Mitarbeitenden in seinen Dienst zu übernehmen. Dies wäre eine sinnvolle Ergänzung. Wir suchen zurzeit Kandidatinnen für das Presbyteramt und müssen sagen, was auf uns zu kommt. Vollzeitstellen heißt Koordination in Gemeinden. Für Presbyterinnen und Presbyter bedeutet dieses zusätzliche Arbeit. Wir beschäftigen uns dann im Presbyterium mehr mit uns selber und binden damit bedenklich viel Kraft, die uns an anderer Stelle fehlt.

Die Kirchenleitung sollte den Presbyterien helfen, verantwortlich zu entscheiden. Es ist die Kompetenz für diese verantwortliche Entscheidung in den Presbyterien zu schaffen. Im Hinblick auf die Qualifikation muss man wahrnehmen, dass sich die Mitarbeitenden, da sind die Pfarrerinnen und Pfarrer mit einzubeziehen, zu schlecht für ihre Qualifizierung bezahlt fühlen. Es bedarf der Hilfestellung bei der Überlegung, wie viele Mitarbeitende brauche ich für was und mit welchen Kompetenzen. An dieser Stelle bedürfen Presbyterien der Unterstützung, damit sie selber entscheiden können.

Für die Vorlage mit viel Substanz wird gedankt. Es gibt verschieden starke Modelle. Da müsste es möglich sein, dass jeder etwas für sich finden könnte. Es besteht die Sorge, dass wir etwas von der Substanz verschenken, wenn wir zu schnell sind und beschleunigen. Fusionen brauchen Zeit, bis sie laufen. Keiner hat Zeit, sich mit der Fragestellung zu beschäftigen. Es werden Chancen verschenkt, wenn die Lösung zu schnell angegangen wird. Die Regionalkonferenzen sind ein positiv zu bewertender Versuch. Aber die Beratung muss auch in den Sitzungen der Gremien stattfinden. Dafür wird mehr Zeit benötigt.

2. Verwaltungsstruktur
Kirchenrechtsdirektorin Hieronimus führt in die Überlegungen ein und berichtet über die Voten der Ständigen Ausschüsse zu den Überlegungen.

Vorläufige Beratungsvorlage Struktur der Verwaltungen 

Es wurden folgende Rückfragen gestellt und Voten aus dem Plenum abgegeben:
Wir sind auf Einladung des Vizepräsidenten zu einem offenen Beratungsprozess gekommen. Jedoch irritiert die Vorlage, wenn es heißt, es sei Pflicht der Kirchengemeinde, sich des Amtes zu bedienen. Wenn das so stehen bleibt, können wir nach Hause gehen, da es sich nicht um einen offenen Prozess handelt. Wird das Gesprochene nicht nur protokolliert, sondern auch erwogen? In der Vorlage fehlt der Begriff der Ortsnähe. Sie ist auch eine Verwaltungsleistung. Die Ortsnähe hat auch etwas mit Akzeptanz von Verwaltungshandeln zu tun. Gerade unsere Landeskirche sollte an dem Punkt höchst sensibel sein. Durch das Ignorieren von Ortsnähe wird der Eindruck von oben und unten gefördert. Es fehlt in den Überlegungen der Aspekt der Subsidiarität, einer gestuften Organisation, die Arbeiten möglichst auf der unteren Ebene angesiedelt; die höhere Ebene übernimmt, wenn es nicht anders geht Es wird ignoriert, dass bisher auf der kirchengemeindlichen Ebene auch viel Verwaltungsarbeit ehrenamtlich gemacht wird. Wenn die Verwaltung auf Kirchenkreisebene verlagert wird, verschenken wir Kapazität auf gemeindlicher Ebene und kaufen sie auf Kirchenkreisebene teuer ein. Man kann das abstrakt formulieren. Es müssen die Stichworte Subsidiarität, Ortsnähe und Ökonomie in die Überlegungen einfließen. Dann kommen wir zu anderen Ergebnissen. Auch benötigen wir Öffnungsklauseln für andersgeartete Fälle. Menschen, Presbyterien und Kirchengemeinden sind verschieden. Die Verwaltungsstruktur muss sich an dieser Vielfalt orientieren und an die Lebenssachverhalte anpassen.

Es irritiert, dass für die Vielfalt nur eine einheitliche Lösung gesehen wird. Man kann nicht alles über einen Kamm scheren. Es stört der Zwang und die offene Frage, ob diese Struktur auch kostengünstiger sei. Mit der Zentralisierung geht Ortsnähe verloren. Wenn wir die Mindestgröße ernst nehmen, müsste – wenn man es auf die Wirtschaft überträgt – der Mittelstand schließen. Aber gerade der ist wirtschaftlich gesehen das erfolgreich laufende Modell. Die Industrie gibt die Zentralisierung schon wieder auf, wir begeben uns trotzdem auf den Weg dorthin. Die Zentralisierung bringt uns nicht weiter, sie hat viele Nachteile. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass wir aufgeben, was funktioniert.

Ist die zentrale Verwaltung auf Ebene des Kirchenkreises in der Lage, mit weniger Personalbestand alles zu erledigen? Helfen hier die Integration der Superintendenturen und neue Aufsichtsinstrumente? In der freien Wirtschaft ist viel Personal durch die Einführung von IT abgebaut worden. Wie ist das bei Kirche, insbesondere auf der landeskirchlichen Ebene? Es ist schwierig, Kandidaten für das Presbyteramt zu finden. Was erzählt man denen, wofür sie sich bereitstellen?

Es sollte auch die Verwaltungsordnung in den Blick genommen werden, um Dinge zu vereinfachen. Das wäre ein großer Wunsch. Vor fünf Jahren wechselte die Gemeinde in ein größeres Gemeindeamt. Dieses war ein Qualitätssprung. Die Gemeindearbeit läuft seitdem anders. Aber Verwaltung ist nicht Verkündigung. Die räumliche Entfernung geht. Es ist zunehmend schwierig, sich alleine geeignetes qualifiziertes Personal zu leisten. Mit der Eingliederung der Superintendentur in eine gemeinsame Verwaltung unterlaufen wir allerdings die Gewaltenteilung. Müssten in Köln Verwaltungsämter aufgelöst werden? Führt das zu mangelnder Konkurrenz? Das Vorhandensein von vier Ämtern in Köln drückt die Preise. Das ist gut für die Gemeinden. Durch ein Monopol gäbe es keinen Kostendruck mehr.

Wären auch kreiskirchliche Einrichtungen wie z.B. Diakonische Werke gezwungen, sich zu beteiligen? Wenn dieses so käme, könnte das zu einer noch weiteren Distanzierung von Kirche führen, denn hierfür wird eine schnellere Verwaltung benötigt. Es spricht nichts gegen die Einräumung der Möglichkeiten für eine Beteiligung der Diakonie an einer gemeinsamen Verwaltung.

Es wurden gute Erfahrungen mit der Fusion der Verwaltung von Kirchenkreis und Kirchengemeinden gemacht.

Wie ist das im Hinblick auf einen Gemeindeverband: Muss dieser aufgelöst werden oder fusionieren nur die Verwaltungen?

Das Modell erinnert an Sozialismus, statt Kreativität zu fördern. Wo können wir sparen? Wenn der Qualitätsstandard wichtig ist, sorgt dies für eine Aufblähung von Verwaltung. Der Standard kann nur eine Höchstbesetzung darstellen. Wenn weniger Mittel vorhanden sind, muss es auch weniger Mitarbeitende geben. Es mag besser sein, dass es eine zentrale Verwaltung im Kirchenkreis statt vieler einzelner Gemeindeämter gibt. Aber wie soll das ausgestaltet werden? Warum soll eine einheitliche IT-Struktur zentral vorgeben werden? Es sollten viel stärker Ehrenamtliche eingebunden werden. Sie bieten eine Menge an Kompetenz. Ein solches Engagement ist jedoch schwer in Verwaltung aufzubringen. Wichtig sind mehr Effizienz und nicht höhere Qualitätsstandards, die mehr kosten.

In einem städtischen Kirchenkreis ist eine zentrale Verwaltung sicherlich vorstellbar. Wie ist es aber im ländlichen Bereich mit einem flächenmäßig großen Kirchenkreis?

Verwaltungskompetenz stellt einen Machtfaktor dar. Die Kirchengemeinde benötigt ihre eigene Verwaltung. Wenn die Kompetenz auf Kirchenkreis und Superintendent verlagert wird, kommt es zu einer erheblichen Machtverschiebung. Wenn die Kirchengemeinde keinen Einfluss mehr auf die Verwaltung hat, geht in der Kirchengemeinde notwendige Kompetenz verloren, um Verfügungsgewalt und Weisungsbefugnis auszuüben. Die Abschaffung der Genehmigungsvorbehalte ist falsch, da Verwaltungshandeln Kontrolle braucht.

Ist daran gedacht, ob der Status als Beamter noch sinnvoll ist? Müssen Fachkräfte nicht vielmehr leistungsorientiert bezahlt werden? Ist es sinnvoll, juristische Kompetenz fremd einzukaufen?

Verwaltung ist Dienstleister für die Kirchengemeinde. An der Basis besteht eine große Vielfalt. Das Presbyterium muss sich fragen, was es an Verwaltung braucht und entsprechend handeln. Die Leitung der Kirchengemeinde kann nicht erfolgen, wenn die leitenden Personen auch noch die Verwaltung machen sollen.

Die Qualität darf nicht überspitzt werden. Sie muss sich auf 80 Prozent des Tagesgeschäfts ausrichten. Der Rest ist erst dann zu regeln, wenn er zu leisten ist. Man muss sich eingestehen, was man nicht kann. Es müssen nicht überall alle Spezialfälle bearbeitet werden können. Hierfür ist wichtig, ein Netz aufzubauen. Man muss enger miteinander arbeiten, ohne den Eindruck haben zu müssen, dass ein anderer mir seine Meinung aufdrängen will. Eine gemeinsame Verwaltung heißt nicht, dass ich mich bevormundet fühle.

Für den Prozess wird noch Zeit benötigt. Die verteilten Unterlagen sind nicht das, was wir im Internet im April oder Juni gefunden haben. Wie soll ein Presbyterium auf dieser sich permanent verändernden Basis beraten? Man muss über alles noch in Ruhe nachdenken. Die Einführung einer Pflicht zur Bildung von einer Verwaltung auf Kirchenkreisebene ändert die Gestalt von Kirche. Dafür wird Zeit für Beratung benötigt. Das geht nur im Rahmen eines Proponendums.

Wir haben gute Arbeit in einem lokal vor Ort befindlichen Gemeindeamt erlebt. In den letzten Jahren gab es Beschwerden, weil wir Andere mit Anfragen überhäuften. Daraufhin sind wir in kreiskirchliche Verwaltung gegangen. Dort fühlten wir uns bevormundet und haben uns deshalb wieder selbstständig gemacht. Unser Vor-Ort-Büro klappt hervorragend. Es ist aber auch gut, kompetente Leute in einer Zentrale zu haben. Verwaltung ist kein Aufgabenfeld von ehrenamtlich Tätigen. Bei den Überlegungen darf es nicht zu einem starren Konzept kommen.

Wir haben im Kirchenkreis ein zentrales Verwaltungsamt, nachdem sich über die Jahre alle Kirchengemeinden angeschlossen haben. Es gibt keine Weisungsbefugnis für den Bereich der Kirchengemeinden. Die Presbyterien leiten die Kirchengemeinden. Es gibt keine Dominanz der Verwaltung.

3. Kirchensteuer
Oberkirchenrätin Rudolph informiert abschließend über die Entwicklung der Kirchensteuer.

Schlusswort, Dank und Reisesegen: Oberkirchenrätin Rudolph

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 22. September 2011. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 22. September 2011. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / 22.09.2011



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