Regionalkonferenz

Protokoll

Regionalkonferenz am 10. September, 9 Uhr, Schweich

Anwesend: ca. 40 Mitglieder von gemeindlichen und kreiskirchlichen Gremien

Begrüßung, Andacht und kirchenpolitische Einordnung durch Oberkirchenrat Eberl

Moderation Superintendent Pistorius

1. Personalplanung
Kirchenrat Pfarrer. Dr. Lehnert führt in die Überlegungen ein und berichtet über die Voten der Ständigen Ausschüsse zu den Überlegungen.

Vorläufige Beratungsvorlage Kirchliche Personalplanung

Es wurden folgende Rückfragen gestellt und Voten aus dem Plenum abgegeben:

Das grundsätzliche Ziel des Erhalts von auskömmlichen Stellen ist sicherlich richtig. Nicht gesprochen wurde davon, ob es Höchstgrenzen geben soll oder der Korridor nach oben überschritten werden darf, wenn ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sind? Die Pfarrstellen werden nach einem einheitlichen Schlüssel vorgegeben, obwohl die finanzielle Ausstattung in den Kirchengemeinden nicht einheitlich ist. Das kann dann aber bei der Korridorlösung dazu führen, dass dieser nicht eingehalten werden kann, da das Geld nicht reicht. Was passiert, wenn der Korridor nicht eingehalten wird? Bei der Substanzerhaltungspauschale (SEP) schaffen wir es ja auch nicht. In anderen Landeskirchen wird die gesamte Personalausstattung von der Landeskirche finanziert. Dort steht jeder Kirchengemeinde ein entsprechender Anteil an Stellen zu und vor Ort wird entschieden, wer eingestellt wird.

Im Kirchenkreis Saar-West bestand die Möglichkeit, die 1. Fassung der Vorlage zu diskutieren. Die Grundstimmung zeigte, dass das Anliegen wichtig ist. Dabei wurde auch deutlich, dass Personalstellen auf kirchengemeindlicher Ebene aufrechterhalten werden müssen. Ein Wegsterben von Berufszweigen muss verhindert werden. Dabei sollte es, ähnlich wie vom Innerkirchlichen Ausschuss gewünscht, so wenige Regelungen wie möglich geben. Wichtig ist, auch einen Blick auf die Spezifika des Südrheins zu richten. Die Möglichkeit, 60 Prozent Kirchenmusikerstellen zu haben und dann sogar in zwei Kirchengemeinden, ist ein Traum. In unserer Region gibt es nur noch Inseln von qualifizierten Kirchenmusikern. Was ist, wenn in einer Kirchengemeinde der Grundsatz besteht, die Jugendarbeit hauptamtlich durchzuführen und dieses solide finanziert ist, die anderen Kirchengemeinden ringsum es jedoch anders handhaben? Soll diese Kirchengemeinde sich dann diese Stelle auch mit den anderen teilen? Liegt da nicht der Schwarze Peter dann beim Kreissynodalvorstand? Ähnlich wie bei SEP wird der Kreissynodalvorstand nachhaken müssen. Der Kreissynodalvorstand weiß um das tolle Potenzial in den Kirchengemeinden, kennt aber auch deren Probleme. Aber was soll der Kreissynodalvorstand noch alles machen?

Gerade bei Presbyterinnen und Presbytern, die früher mal der römisch-katholischen Kirche angehörten, kommt es übel an, wenn die zentrale Ebene dem Leitungsorgan etwas aus der Hand nimmt. Wenn sich fünf Kirchengemeinden einen Mitarbeiter teilen, wird dieser nie da sein, da er viel fahren muss. Im kulturellen Bereich kann man darauf setzen, dass die Menschen sich holen, was sie haben wollen. Bezogen auf das im Vortrag genannte Beispiel mit den Teilzeitstellen ist festzustellen, das es solche Situationen auch bei Pfarrstellen gibt und eine Zusammenarbeit zwischen zwei Kirchengemeinden mit je 0,5 Pfarrstelle für eine gemeinsame ganze Stelle selbst in einer Großstadt wie Essen nicht möglich war. Was nützt die Arbeit an einem Konzept, wenn sich dann keiner drum kümmert?

Es ist problematisch, einen Korridor an den Kirchensteuereinnahmen festzumachen. Das derzeitige Tarifsystem der steigenden Bezüge in Abhängigkeit von der Zeit der Betriebszugehörigkeit wird zu einem Abschmelzen von Stellen führen müssen.

Der verwendete Begriff der Subsidiarität kommt aus der kommunalen Selbstverwaltung. In unserer Kirche gilt die presbyterial-synodale Ordnung. Sie ist gutes reformiertes Prinzip basierend auf dem Priestertum aller Gläubigen. Das sollten wir nicht ohne Not aufgeben. Daher sind die Modelle zu bevorzugen, die ohne Änderung der Kirchenordnung funktionieren. Im Kirchenkreis Trier gibt es nur in der Kirchengemeinde Trier eine hochwertige Kirchenmusik. In der Jugendarbeit vor Ort findet erfolgreich Zusammenarbeit von Kirchengemeinden mit gemeinsamer Stelle statt. Wenn wir zuviel Kompetenzen und Macht auf den Kreissynodalvorstand verschieben, besteht die Gefahr, dass freiwillige Initiativen erstickt werden, weil zuviel an Zwang und Gesetz nicht gut für unsere Kirche ist.

Die Versuche sind ehrenwert. Es läuft aber nach der Devise „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“. Es ist gewollt zu steuern ohne jemandem was wegzunehmen. Das ist in der Umsetzung schwierig. Bei Berufsbildern, für die eine gleiche Vorstellung vom Aufgabengebiet besteht, wie z.B. bei Küstern, ist das sicherlich leicht. Jedoch bei Gemeindepädagogen deutlich schwieriger. Einsatzmöglichkeiten und Art der Arbeit sind vielfältig, was Probleme mit Gemeinsamkeiten mit sich bringt. Das führt in der Durchführung zu der Frage, wer was sagt, wie die Arbeit zu tun ist und wie entstehende Konflikte gesteuert werden. Dieses muss geregelt sein. Die Mitwirkung des Presbyteriums an der Leitungsfunktion ist zu organisieren. Damit es funktionieren kann braucht man sogar mehr Vorgaben anstatt wie gewünscht weniger.

Wenn die vorgegebenen Prozentzahlen in der Summe die 100 Prozent des Steueraufkommens erreichen, geht die Steuerung zu weit. Die Idee des Erhalts der Berufsgruppen ist zu befürworten, jedoch schwierig umzusetzen. Die Gegebenheiten in unserer Landeskirche sind nicht flächendeckend gleich. Die großstädtische Situation ist eine andere als in der ländlichen Fläche mit Diaspora. Zentral festgelegte Zahlen passen nicht immer, daher müsste der Korridor in der Region selber festgelegt werden. Es gibt wegen der Ausbildung zu schützende Berufsgruppen. Nach heutigem Stand würden die Küster nicht dazu zählen, da es für diese Berufsgruppe keine spezielle Ausbildung gibt.

Es ist eine besondere Situation im Südrhein, dass es seit Jahrhunderten in den Kirchengemeinden neben den Pfarrern nie andere hauptamtliche Mitarbeitende gegeben hat. Mit der vorgesehenen Lösung müssten wir flächendeckend etwas neu schaffen, was es nie gegeben hat. Wenn dieses so sein soll, wie finanzieren wir das? Was reduzieren wir dann, Pfarrerdienst? Oder schaffen wir die Kirche im Dorf ab? Das führt zu Protesten. Es ist eine andere Situation als in den Ballungsräumen und Großstädten. Wenn man nicht gerade die Basilika zu bedienen hat, benötigen wir eigentlich gemeindepädagogische Kirchenmusiker. Die hätten gute Marktchancen. Es müssen finanzielle Mindeststandards im Kirchenkreis garantiert werden, sonst geht eine flächendeckende Einführung nicht. Es gibt aber auch andere kreiskirchliche Dienste. Diese sind auch nur eine Minimalausstattung. Wie werden diese Dienste in die Kalkulation einbezogen? Es kann nicht sein, dass die kreiskirchlichen Dienste sakrosankt sind und Überlegungen zu Mindeststandards nur die kirchengemeindliche Ebene berücksichtigen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder mehr Vorgaben oder keine Vorgaben. Wenn keine Vorgaben gemacht werden, dann ist das Ausgangsproblem nicht gelöst.

Die Modelle sind sehr unterschiedlich. Das Modell 1 ermöglicht sachliche Gespräche. Bei Modell 2 bereitet Bauchschmerzen, dass auch eine Entscheidung einer Kreissynode mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit immer noch eine Entscheidung gegen eine ganze Reihe der Kirchengemeinden ist. Die Kirchengemeinden sind durch Kreissynodalvorstand, die Kreispfarrer und die vom Kreissynodalvorstand als Mitglieder der Synode Berufenen in einer Minderheitssituation. Das ist mit der presbyterial-synodalen Ordnung nicht vereinbar.

Das kreiskirchliche Modell ist nicht vorstellbar. Zu den anderen Modellen war in der Diskussion in der Kreissynode eine Bereitschaft zu erkennen. Das Mischformmodell existiert ansatzweise. Es hat sich gezeigt, dass Beispiele zu den Vorschlägen die Diskussion versachlichen. Wenn über das kreiskirchliche Modell gar nicht mehr gesprochen werden müsste, wäre der Dampf raus.

War es nicht ursprünglich vorgesehen, dass der Kirchenkreis entscheidet, welches Modell zur Anwendung kommt? Dann ist doch in der Sache von der Landessynode nichts zu entscheiden.

In manchen Kirchenkreisen wäre es sehr brisant, wenn der Kirchenkreis selber über das anzuwendende Modell entscheiden müsste.

Partiell ist das Kirchenkreismodell vertreten. Wenn das Kirchenkreismodell jedoch keine Beschäftigung von Mitarbeitenden bei der Kirchengemeinde vorsieht, ist das brisant und fraglich, ob in unserer Ordnung zulässig.

Wenn nicht ein eigenes Modell im Kirchenkreis entwickelt werden darf, sondern eines der vorgegebenen anzuwenden ist, was ist zu tun, wenn keines dieser Modelle auf die Situation des Kirchenkreises passt?

Die Überschrift bei Modell 4 sorgt für Verwirrung und sollte daher überarbeitet werden.

Kirchenrat Pfarrer Dr. Lehnert beantwortet die gestellten Fragen:

Die Grenzen nach unten wären sinnvoll, um ein Abbrechen von Arbeitsbereichen zu verhindern. Das Korridormodell ist ein Modell. Die vorliegenden Zahlen sind nur grob gerechnet, um am Beispiel ein Grundmodell zu erläutern. Das steht auch so in der Vorlage. Über alternative Finanzströme nachzudenken – hier wird gelegentlich auf die Ev. Kirche in Hessen und Nassau verwiesen – ist derzeit nicht sinnvoll und auch kaum möglich. Wir dürfen nicht zu viele Prozesse gleichzeitig vorantreiben. Sanktionsmöglichkeiten bei Nichterstellung einer Rahmenkonzeption sind bislang nicht vorgesehen. Hier setzt das Modell auf die Kraft einer synodal beschlossenen Selbstverpflichtung.

Es gibt auch jetzt schon die Möglichkeit, die Kirchensteuerverteilung über den KSV zu regeln und Geld in Personalstellen fließen zu lassen. Der Kirchenkreis An der Agger hat sich durch übereinstimmende Beschlüsse aller Presbyterien auf dieses Verfahren verständigt. Das steht aber auch als Möglichkeit in der Vorlage.

Wenn man an der Nettokirchensteuer ansetzt, müsste diese bei allen etwa gleich sein. Die Vorlage setzt daher bei den in der Gemeinde verbleibenden Steuermitteln nach Abzug aller Umlagen an. Weil dies einigermaßen kompliziert ist, wurde auch in der bisherigen Beratung vom Geld als Parameter Abstand genommen. Die Frage ist: Gibt es andere, geeignete Parameter?

Spätestens unter Modell 4 sind alle denkbaren Kombinationen und Varianten erfasst. Es müsste eigentlich für jede Region bzw. jeden Kirchenkreis eine passende Variante möglich sein.

2. Verwaltungsstruktur
Landeskirchenrätin Hieronimus führt in die Überlegungen ein und berichtet über die Voten der Ständigen Ausschüsse zu den Überlegungen.

Vorläufige Beratungsvorlage Struktur der Verwaltungen

Es wurden folgende Rückfragen gestellt und Voten aus dem Plenum abgegeben:

Die Kirchengemeinde verwaltet sich selber. Die Mitarbeiterin ist leistungsfähig. Sie hat es bereits 2009 geschafft, NKF einzuführen. Die Unterstellung, dass kleine Einheiten nicht leistungsfähig sind, ist nicht zutreffend. Daher ist anders zu formulieren. Wenn man alles gelesen hat, stellt man fest, dass die Zusammenfassung nicht mit der Vorlage übereinstimmt. Es gibt inhaltliche Unterschiede, aber auch im Hinblick auf die Zeitpläne. Ist für 2017 die Beschlussfassung oder die Umsetzung vorgesehen? Soll das strategische Immobilienmanagement zum Landeskirchenamt? Man scheut sich nicht zu sagen, dass Verwaltung auszubauen ist, obwohl man alles nach unten fahren muss.
Wer soll die Aufgaben machen, wenn es kein Gemeindebüro mehr gibt? Wo wird gespart? Wo verbessert sich etwas für die Kirchengemeinde? In der Vorlage werden nur die Vorteile für den Kreissynodalvorstand benannt. Es wird nicht wahrgenommen, dass Kirchmeister sich engagieren. Es werden NKF-Veranstaltungen an einem Arbeitstag um 9 Uhr angesetzt, so dass diese gar nicht durch Ehrenamtliche wahrnehmbar sind. Es gibt Kompetenzen vor Ort und es gibt namhafte Personen, die von einer Zentralisierung abraten. Warum werden solche Stimmen nicht wahrgenommen?

Die Kirchengemeinde ist seit drei Jahren der Verwaltung in Trier angeschlossen und war vorher bei der Verwaltung in Idar. Schwierig ist, dass es keinen Leistungskatalog des Verwaltungsamtes gibt. Manches hat sich durch die Veränderung verbessert, die Entfernung hat sich verschlechtert. Zentrale Verwaltung ist gut für Kernaufgaben, dezentral für die laufenden Dinge.

Erlebe seit 30 Jahren zentrale Verwaltung. Es ist gut, wenn Vertretung geregelt und gesichert ist. Die Begrenztheit des Verwaltungsamtes des kleinen Kirchenkreises ist erkannt. Daher wird manches in der Verwaltung eines anderen Kirchenkreises kompetent geleistet. Steht hier ggf. eine Zwangsfusion der Verwaltungen oder gar der Kirchenkreise im Raum? Wenn die finanziellen Möglichkeiten anderes ermöglichen, sollte dieses auch zugelassen werden.

Qualitätsvolle Verwaltung kann in einer kleinen Einheit nicht dauerhaft vorgehalten werden. Die Frage ist, wie man zu dem angestrebten Ziel kommt. Übergangsregeln sind deutlich darzustellen. Auch ist klar zu unterschieden zwischen Verwaltung und denen, die ihr assistieren. Es muss vor Ort Ansprechpartner geben. Diese müssen Bindeglieder sein. Die Verwaltung wird immer spezialisierter. Eine Superintendentur muss nicht selber eine Beschlussvorlage für eine Einstellung machen. Es müssen Wege gefunden werden, die nicht zu Verletzungen führen. Der Punkt ist zu setzen, wie es sein soll. Danach muss vor Ort eine gemeinsame Lösung zu diesem Punkt gesucht und gefunden werden. Dies kann nicht verordnet werden.

Es gibt verschiedene Meinungen, ob eine Zentralisierung auf kreiskirchlicher Ebene richtig sei oder man sich damit auf den falschen Weg begibt. Eine Rolle spielt dabei jedoch der Kostenfaktor. Wir haben durchgerechnet, dass uns der nebenamtliche Kirchrechner vor Ort nur die Hälfte von dem kostet, wenn wir uns der zentralen Verwaltung im Kirchenkreis anschließen würden. Die Person ist hervorragend eingearbeitet. Warum wollen wir blühende Blumen mit dem Rasenmäher abschneiden? Mit wachsender Größe einer Verwaltung wächst auch die Undurchschaubarkeit. Daher besteht eine gewisse Skepsis gegen den Vorschlag. Warum gibt es bei der Verwaltungsstruktur nur einen Vorschlag und nicht verschiedene Modelle?

Der entscheidende Eingriff in die Kompetenzen der Presbyterien ist die Aufteilung in Wahl- und Pflichtaufgaben. Wahlaufgaben können vor Ort bleiben. Es ist nicht näher beschrieben, was Pflichtaufgaben sind. Gehört das Aushandeln eines Arbeitsvertrages zu den Pflichtaufgaben?

Verwaltung sollte so attraktiv sein, dass man gerne hingeht. Dieses ist zum Teil der Fall, zum anderen Teil nicht der Fall. Das kann verschiedene Gründe haben. Bei einem Zwangsanschluss werden positive Effekte durch negative Wahrnehmungen in verkürzender Weise überspielt. Darunter leidet die Attraktivität. Wenn die Gemeinde den Eindruck hat, dass die Kosten zu hoch sind für das wenige, was zu verwalten ist, dann muss es der Kirchengemeinde doch möglich sein, etwas Kostengünstigeres zu suchen. Es ist gut, wenn landeskirchenweit kompetente Verwaltung verfügbar ist, ggf. auch über Kirchenkreisgrenzen hinweg. Sie sollte aber über eine kreiskirchliche Umlage finanziert werden. Man sollte beratende und vollziehende Verwaltung unterscheiden. Es gibt unterschiedliche Bedürfnisse in den Kirchengemeinden. Manche sind dankbar, sich vollziehende Verwaltung einkaufen zu können. Andere benötigen diese jedoch nicht zentral. Es wäre gut, wenn diese Offenheit in die Vorlage vorkäme. Über die Vorlage sollte dann ein Proponendum stattfinden.

Als sich selbst verwaltende Kirchengemeinde wurde die Erfahrung gemacht, dass ihre kirchengemeindliche Mitarbeiterin mit 2. Verwaltungsprüfung ständig von den anderen sich selbst verwaltenden Kirchengemeinden der Nachbarschaft um Rat und Hilfe gefragt wurde, ohne dass diese für diese Leistung zahlten. Jetzt hat die Kirchengemeinde sich einem Gemeindeverband zur Erledigung der Verwaltung angeschlossen. Das erste halbe Jahr war scheußlich. Es gab Unmut auf beiden Seiten, da Erwartungen und Kompetenzen nicht richtig abgestimmt waren. Jetzt läuft es so gut, dass man es nicht mehr missen möchte. Die Entscheidungshoheit liegt beim Presbyterium und die Verwaltung prüft, ob die Vorhaben umsetzbar und machbar sind.

Wegen des vorgesehenen Anschlusszwangs soll ein Proponendum erfolgen. In der Versammlung in Essen, so das im Internet veröffentlichte Protokoll, wurde darauf hingewiesen, dass in dem Gutachten positive Aussagen über ortsnahe kleine Verwaltungen nicht aufgenommen wurden. Die Frage des Warum wurde nicht beantwortet. Es ist nach unserer Ordnung nach Einigkeit zu streben und es nicht auf Kampfabstimmungen hinauslaufen zu lassen. Habe versucht Verbündete für meine Position zu suchen. Habe die Vikarsgemeinde angefragt, dort ist man jedoch froh, wenn man fusioniert, da die Mitarbeitenden das alles nicht mehr leisten können. Aber müsste statt Zentralisierung nicht der Weg sein, Verwaltung einzuschränken und Bürokratisierung einzudämmen?

Die Abgrenzung von Wahl- und Pflichtaufgaben ist nicht richtig. Zu Pflichtaufgaben dürfen nur rein vollziehende Verwaltungstätigkeiten gehören. Sollen tatsächlich auch Aufgaben, die Entscheidungen beinhalten, zu Pflichtaufgaben der Verwaltung werden?

Die Verwaltungsämter sind zurzeit in unterschiedlichster Trägerschaft, ob beim Kirchenkreis, ob als gemischter Verband, ob als kleine und größere Gemeindeverwaltungsverbände. Für die Zukunft ist nur noch eine Form und diese in Trägerschaft des Kirchenkreises vorgesehen. Das ist der Grund für die Forderung, ein Proponendum durchzuführen.

Gibt es zukünftig auch Standards für Outsourcing? Müssten nicht Kriterien wie die ethische Verantwortbarkeit auch zu Grunde gelegt werden?

Es ist ein grundsätzliches Problem, dass die Sorge besteht, es würde zuviel von der kirchlichen Verwaltung gemacht. Der Hinweis auf den dienenden Charakter hilft da nicht weiter. Statt eines Proponendums sollte besser gefragt werden, was die Kirchengemeinden lieber haben wollen.

Die Kirchenordnung spricht von Einmütigkeit und verlangt keine Einstimmigkeit. Das darf nicht verwechselt werden. Es müssen nicht alle die gleiche Meinung haben. Es ist auszudiskutieren und muss dann aber an einer Stelle entschieden werden.

Landeskirchenrätin Hieronimus beantwortet die gestellten Fragen:

Die Textabweichungen sind der Entwicklung in der laufenden Beratung geschuldet. Das Einstellen von immer aktuellen Vorlagen ist Preis der gewünschten Transparenz. Dadurch kann es eben sein, dass zu einem Zeitpunkt vorgesehene Zeitabläufe sich überholt haben.

Für das strategische Immobilienmanagement ist in keiner Weise eine Zentralisierung in Düsseldorf gewünscht. Es geht vielmehr darum, Gemeinsames auf die Beine stellen. Es geht nicht darum Verwaltung ausdehnen, sondern Erträge zu erwirtschaften. Durch ein professionelleres Immobilienmanagement soll die Wertschöpfung für die Besitzer verbessert werden.

Manches im Konzept steht unter dem Vorbehalt, dass es ein Gemeindebüro gibt. Wenn kein Gemeindebüro besteht, können die Wahlleistungen an das Verwaltungsamt übertragen oder sie müssen durch Ehrenamtliche vor Ort oder von anderen bei der Kirchengemeinde tätigen hauptamtlichen Mitarbeitenden ausgeführt werden.

In vielen Fällen bringt die Veränderung auch eine Verbesserung für die Kirchengemeinde mit sich. Sie kann sich auf eine gleichbleibende Qualität verlassen. Auch muss man die Verpflichtung zur Fürsorge für die Mitarbeitenden sehen, die oft viele Überstunden machen. Was wird den Mitarbeitenden teilweise zugemutet? Auch wenn vielleicht für eine bestimmte Kirchengemeinde das Aufgeben der kleinen örtlichen Gemeindeverwaltung im Blick auf die dort geleistete gute Arbeit nicht sinnvoll erscheint, muss man auch den Gewinn der Strukturveränderung für alle gemeinsam, also für alle Kirchengemeinden, Kirchenkreise und die Landeskirche sehen, weil die Arbeit im Ganzen und in der Zusammenarbeit miteinander erleichtert wird. Daher muss es eine Verbindlichkeit für alle geben.

Eine Zwangsfusion von Kirchenkreisen oder Kirchenkreisverwaltungen, wenn diese zu klein für die Mindestausstattung sind, ist nicht vorgesehen. Es kann aber nicht sein, dass nur einzelne Arbeitsbereiche der Verwaltung kirchenkreisübergreifend zusammenarbeiten. Wenn ein Bereich zu klein ist, um selbstständig qualitativ hochwertig zu bestehen, dann ist alles zu klein.
Es ist sicherlich richtig, dass zu große Einheiten ineffektiv werden können. Eine solche Größe wird im Rahmen des Verwaltungsstrukturprozesses jedoch nicht erreicht.

Es ist die Frage, wie wir zum Ziel kommen. Hier unterscheiden sich die Prozesse von Verwaltungsstruktur und Personalplanung. Wichtig ist, im Bereich der Verwaltung verbindliche Strukturen zu schaffen. Sprechen kann man sicherlich eher über die Frage des Zeitraums, das heißt, welche Übergangszeiträume eingeräumt werden. Wichtig bleibt dabei, das Ziel vor Augen zu haben. Für die, die jetzt im Veränderungsprozess sind, ist wichtig, frühzeitig die Richtung zu kennen, damit dieses im eigenen Prozess berücksichtigt werden kann und nicht unnötige Arbeit investiert wird.

Überall gibt es den Wunsch nach qualifizierten Mitarbeitenden.

Das eine Verwaltungsamt muss nicht zwingend nur einen Standort haben.

Ein Vergleich der Verwaltung ist bezogen auf den Preis zurzeit gar nicht möglich, weil die Ämter unterschiedlich strukturiert sind und die Berechnung der Kosten für Leistungen sehr unterschiedlich gehandhabt werden. Nur bei einer einheitlichen Struktur ist eine Vergleichbarkeit gegeben.

Man muss unterscheiden zwischen dem Versagen von Verwaltung und dem Versagen von Leitung. Man darf das Versagen eines Leitungsorgans nicht der mit der Ausführung der Entscheidungen betrauten Verwaltung zurechnen. Die Beratungsfirma hat Vorschläge für Pflichtaufgaben gemacht. Das Leitungsorgan kann individuelle Ansprüche bezogen auf die Pflichtaufgabe an die Verwaltung stellen. Wenn diese individuellen Ansprüche sich jedoch sehr ausweiten, liegt ggf. eine Wahlaufgabe vor, die gesondert zu bezahlen ist.

Im Blick auf ein Proponendum ist sorgfältig damit umzugehen, für welche Fragen unsere Ordnung ein solches vorsieht. Grundlage hierfür sind in erster Linie Bekenntnisfragen, die beim Thema Verwaltung nicht tangiert sein dürften..

Die Frage nach den nicht berücksichtigten Aussagen musste in Essen unbeantwortet bleiben, da hierfür eine Klärung mit der Beratungsfirma notwendig war. Die Rückfrage hat ergeben, dass es Aussagen gab, dass es wünschenswert sei, Verwaltung weiterhin vor Ort haben zu können. Neben diesem Wunsch gab es dann jedoch auch die Einschätzung, dass dieses auf Dauer nicht haltbar sei. Die Komplexität der Verwaltungstätigkeit liegt nicht an kirchlichen, sondern vielfach an staatlichen Vorgaben. Die Reduzierung von Verwaltung ist daher eine gesamtgesellschaftliche Frage. Sicherlich ist für den innerkirchlichen Bereich anzustreben, es so einfach wie möglich zu halten. Man muss bedenken, dass, je individueller und gerechter man Dinge regeln will, desto komplizierter die Regelung wird. Das ist mit ein Grund dafür, dass nicht verschiedene Modelle für die Struktur von Verwaltung vorgeschlagen werden. Und dieser Weg kann zur Entlastung führen, da er die Komplexität herausnimmt. Der Hinweis auf die Notwendigkeit, Rahmenbedingungen für ein Outsourcing festzulegen, ist sehr hilfreich.

3. Kirchensteuer
Oberkirchenrat Eberl informiert abschließend über die Entwicklung der Kirchensteuer.

Schlusswort, Dank und Reisesegen durch Oberkirchenrat Eberl

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 22. September 2011. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 22. September 2011. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / 22.09.2011



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