Regionalkonferenzen

"Bei Suche nach guten Lösungen zählt jedes Argument"

Oberkirchenrat Manfred Rekowski, Leiter der Abteilung I Personal im Landeskirchenamt, über die Regionalkonferenzen zu Fragen der Personalplanung und der Verwaltungsstrukturreform.

Oberkirchenrat Manfred Rekowski LupeOberkirchenrat Manfred Rekowski

Was hat Sie bei der Regionalkonferenz am meisten überrascht?

Überrascht war ich, dass bei den beiden Regionalkonferenzen, die ich besucht habe (Köln und Krefeld), zum Teil ein großes Misstrauen gegenüber der landeskirchlichen Ebene spürbar war. Auch wenn einmütige Beschlüsse der Landessynode die Überlegungen zur Personalplanung und zur Verwaltungsstrukturreform in Gang gesetzt haben, wird der Beratungsprozess wiederholt als „von oben“ initiiert bewertet. Dies verbindet sich mit einer erkennbaren Zurückhaltung, Überlegungen zu akzeptieren, die die Kirchenleitung ermächtigen könnten, zum Beispiel Rahmenbedingungen für die Personalplanung vorzugeben. Ich habe – zugespitzt formuliert - nicht damit gerechnet, dass nicht die Personalplanung und die Verwaltungsstrukturreform das eigentliche Hauptthema der Regionalkonferenzen sind, sondern eine offenkundige
Vertrauenskrise in Teilen unserer Kirche. Wir werden genau bewerten müssen, was das für das weitere Beratungsverfahren und unser zukünftiges Miteinander bedeutet.

Wo sehen Sie den dringendsten Bedarf für weitere Diskussionen?

Bei den weiteren Diskussionen sollten wir uns gemeinsam darauf verständigen, dass bei der Suche nach guten Lösungen jedes Argument zählt. Egal ob es auf einer Regionalkonferenz geäußert, im Internetforum formuliert, von einer Kreissynode in Form eines Antrags an die Landessynode eingebracht wird oder von in einem Votum der damit befassten Ständigen Ausschüsse zum Ausdruck kommt, alle Voten sind hilfreich. Die Landessynode und die Kirchenleitung wollen eine breite und offene Diskussion. Allerdings sollten wir uns auch daran erinnern, dass die Verantwortung für die Entscheidung, auf welchem Wege wir in unserer Kirche den Erhalt einer multiprofessionellen Dienstgemeinschaft unterstützen und fördern, letztlich bei der Landessynode liegt. Das gleiche gilt für die Frage, wie wir leistungsfähige Verwaltungseinheiten und eine funktionierende und möglichst kostengünstige Verwaltungsstruktur in der EKiR schaffen. Unsere presbyterial-synodale Ordnung sieht vielfältige Beteiligungsformen und Delegation vor, aber keine Übertragung von Leitungsverantwortung an alle. Gerade deshalb müssen wir aber neben der Vertrauensfrage auch dringend gemeinsam klären, wie wir das Funktionieren der institutionalisierten Beteiligungsformen (Synoden, Ausschüsse u.ä.) tatsächlich bewerten.

Wie sehen Sie den Prozess der Personalplanung bzw. Verwaltungsstrukturreform?

Im Blick auf die Überlegungen zur Personalplanung müssen wir stärker berücksichtigen, dass viele Presbyterien und Kirchenkreise hier schon - wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg – seit langem tätig sind. Und wir müssen beachten, dass bereits in der Kirchenordnung die Verpflichtung zur gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit geregelt ist. Außerdem gibt es bereits jetzt zahlreiche Instrumente, mit denen diese Zusammenarbeit, da wo sie notwendig und hilfreich ist, gestaltet werden kann. Ich könnte mir deshalb vorstellen, dass wir ergebnisoffen überlegen, ob die von der Landessynode gewünschten neuen gesetzlichen Regelungen tatsächlich erforderlich sind. Im Blick auf die Verwaltungsstrukturreform sehe ich die Frage nach dem Zusammenhang von Mindeststandards, Qualität und Kosten als eine wesentliche an. Außerdem frage ich mich, ob es notwendig ist, dass bestehende funktionierende leistungsfähige Ämter im Zuge der Veränderungen zwangsläufig erneut umstrukturiert werden müssen. In jedem Fall haben die bisherigen Regionalkonferenzen die Beratungsprozesse zur Personalplanung und Verwaltungsstrukturreform sehr bereichert.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 2. August 2011. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 5. August 2011. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / jpi, roß / 02.08.2011



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