VEM-Vollversammlung

"Sehr ernsthaft diskutiert"

Die rheinischen Delegierten loben die wirklich ernsthafte Diskussion über das Hauptthema Gewalt und die intensiven Beratungen über das Verhältnis von Mission und Entwicklungsarbeit.

5. VEM-Vollversammlung, unter anderem mit der rheinischen Ökumene-Chefin, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph. Lupe5. VEM-Vollversammlung, unter anderem mit der rheinischen Ökumene-Chefin, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph.

„Es hat mich beeindruckt, dass das Thema der Vollversammlung ,Kultur, Gewalt und Kirche’  sehr ernsthaft diskutiert wurde, nicht nur auf der Frauenvorkonferenz, in der das schon seit Jahren auf der Tagesordnung steht, sondern auch von den Kirchenleitungen der Mitgliedskirchen“, zieht Renate Brunotte Bilanz. Die Duisburgerin ist Mitglied der rheinischen Kirchenleitung und in Tansania wurde sie jetzt zum stellvertretenden Mitglied des Rates der Vereinten Evangelische Mission (VEM) gewählt.   

Die 5. Vollversammlung der VEM in Tansania hatte mit der Beteiligung der Delegierten an 20 Gottesdiensten in Ortsgemeinden der gastgebenden Kirche ELCT (Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania) begonnen. Der Gottesdienst, in dem Oberkirchenrätin Barbara Rudolph die Predigt gehalten hat, begann um 6 Uhr und endete erst gegen 12 Uhr. Und man weist gern darauf hin: Das lag nicht an der Länge der Predigt, sondern an der großen Beteiligung der 800 Gemeindeglieder durch Chöre und charismatisch geprägte Gebete.

Mission ganzheitlich verstehen 

Barbara Rudolph, die Ökumene-Chefin der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), betont in ihrem Fazit die intensive Beratung über das Verhältnis von Entwicklungsarbeit und Mission. „Es gilt, so forderten vor allem Vertreter der afrikanischen Mitgliedskirchen, das ganzheitliche Verhältnis von Mission zu bewahren.“

In diesem Zusammenhang verwies Generalsekretär Dr. Fidon Mwombeki auch auf den in der EKiR angestoßenen Prozess "Missionarisch Volkskirche sein".

2012 ein Blick auf das Zusammenleben mit Andersgläubigen

Thema der nächsten Vollversammlung in Indonesien 2012 wird das Zusammenleben mit Andersgläubigen sein. In Indonesien, dem größten islamischen Land der Welt, „ist das Thema im wahrsten Sinne des Wortes brennend: mehr als über 600 Kirchen sind in den letzten 10 Jahren abgebrannt und zerstört worden“, so Rudolph. Das sei aber nur die eine Seite des Islams, sagt Pfarrer Mangisi Simorangkir, ein indonesischer Pfarrer, der 6 Jahre in Bonn-Beuel in einer Kirchengemeinde gearbeitet hat.

Es gibt in Indonesien sehr viele Muslime, die den Dialog suchen. In besonders gefährdeten Gebieten begleiten sogar Muslime die Christinnen und Christen auf ihrem Weg zur Kirche, um sie vor Übergriffen zu schützen. Das Zusammenleben mit Menschen unterschiedlichen Glaubens ist in allen Kirchen der VEM brisant.

Nun ein Besuch der ELCT

In der kommenden Woche werden Renate Brunotte und Barbara Rudolph erst einmal die Diözesen der ELCT besuchen, mit der Kirchenleitung sprechen und diakonische Einrichtungen kennenlernen. In der EKiR gibt es direkte Partnerschaften nach Tansania, zum Beispiel in Bonn, Leverkusen und jüngst Mülheim an der Ruhr.

In einigen der Partnerschaften hatte es in den letzten Monaten heftige Diskussionen gegeben, weil die ELCT ein sehr harsches Dokument gegen homosexuelle Partnerschaften veröffentlicht hatte. Die VEM-Versammlung hat den Rat beauftragt, einen strukturierten Diskussionsprozess zu dem umstrittenen Thema einzuleiten.

Auf ihrer Rundreise werden die beiden Kirchenleitungsmitglieder auch die VEM-Freiwillige Anne Schmidt aus Leverkusen treffen. 

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 7. Oktober 2010. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 7. Oktober 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu; VEM-Foto Reinhard Elbracht / 07.10.2010



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