Zu Gast im Rheinland: die Vollversammlung der Vereinten Evangelischen Mission. Zu Gast im Rheinland: die Vollversammlung der Vereinten Evangelischen Mission.

VEM-Vollversammlung

Stärker gegen Kinderarmut vorgehen

Kirchen sollen sich noch stärker gegen Kinderarmut einsetzen als bisher. Das forderte Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe, auf der 7. Vollversammlung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal.

Dr. Jürgen Thiesbonenkamp vor der VEM-Vollversammlung. Dr. Jürgen Thiesbonenkamp vor der VEM-Vollversammlung.

Dass nach wie vor 165 Millionen Kinder auf der Welt an Mangelernährung leiden und 860.000 jeden Tag an eigentlich heilbaren Krankheiten sterben, sei nicht hinnehmbar, so Thiesbonenkamp in seinem Auftaktreferat zum Studientag der Vollversammlung zum Thema "Kinderarmut und Menschenhandel".

Der Leiter der Kindernothilfe zog ein ernüchterndes Fazit der "Millennium Development Goals" der Vereinten Nationen, die sich vor 15 Jahren Entwicklungsziele für die Welt im Jahre 2015 gegeben hatten. "Die Halbierung extremer Armut, der Zugang für alle Kinder zu grundlegender Bildung - keines dieser Ziele wurde erreicht und wird es auch nicht bis zum nächsten Jahr."

Kampf gegen Kinderarmut Kernaufgabe der Kirchen

Die Kirchen seien deswegen noch mehr als bisher gefragt, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn der Kampf gegen die Armut manchmal aussichtlos erscheine. Leider seien manche Kirchen zu sehr mit sich selbst beschäftigt und hätten das Thema nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Kirchen, die aber nur predigen und nicht handeln, vergäßen eine ihrer Kernaufgaben, so Thiesbonenkamp. Für die Glaubwürdigkeit der Kirchen sei das aber wichtig. Und Vertrauen ist das größte Kapital der Kirchen.

Thiesbonenkamp würdigte gleichzeitig das Engagement vieler Kirchen auf der Welt, die schon alles in ihrer Macht stehende täten, um Kindern zu ihren Rechten zu verhelfen. Am Nachmittag diskutieren die Delegierten in Arbeitsgruppen über konkrete Ideen zur Zusammenarbeit der Kirchen gegen Kinderarmut und Menschenhandel. Konkrete Vorschläge werden am Samstag in die abschließenden Plenumssitzungen eingebracht.

Fürsorglicher Gastgeber: Präses Rekowski trug (wie auch andere Kirchenleitungsmitglieder) die Suppe auf. Fürsorglicher Gastgeber: Präses Rekowski trug (wie auch andere Kirchenleitungsmitglieder) die Suppe auf.

Kölsches Liedgut

Die schiere Nachricht klingt unerhört, wenn nicht gar unglaubwürdig. Aber nein, es ist keine Ente, sondern Tatsache: Die VEM-Vollversammlung in Wuppertal hat am Mittwochabend das Bläck-Fööss-Lied „M‘r lasse d‘r Dom in Kölle“ gesungen und dazu geschunkelt.

Doch der Reihe nach: Präses Manfred Rekowski hieß die Delegierten aus Afrika, Asien und Deutschland am Abend des ersten Tagungstages der 7. Vollversammlung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) im Namen der gastgebenden Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) herzlich willkommen. „Sie sind hier in Wuppertal zu Hause“, sagte der Präses in der Stadt des Sitzes der VEM-Zentrale. Über das Theologische Zentrum und das Internationale Tagungszentrum „Auf dem heiligen Berg“ meinte er zum Vergnügen der Delegierten: „Wir glauben, hier oben sind wir Gott ein bisschen näher.“

Regenschirm und Bibel

An diesem sommerlich-sonnigen Abend verriet der Präses über seine Heimatstadt auch dies: „Kinder in Wuppertal kommen mit Regenschirm und Bibel auf die Welt.“ Weiter beschrieb er das vielfältige Zusammenleben lutherischer, reformierte und unierter Traditionen in Wuppertal und in der rheinischen.

Ein flott geschnittener Film mit bewegenden Bildern aus gemeindlichem Leben und diakonischem Engagement trug evangelisches Leben direkt in das Audimax der Kirchlichen Hochschule, in dem die Vollversammlung tagt. Der Chor „Colourful Grace“ begeisterte die Delegierten aus aller Welt, ebenso wie die Bühnenpräsentation der Mitarbeitenden des Gemeindedienstes für Mission und Ökumene (GMÖ).

Schifffahrt auf Saar, Mosel und Rhein

Sie nahmen ihr Publikum mit auf eine schwungvolle Schiffsreise über Saar, Mosel und Rhein, stellten die inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit kurzweilig vor, zum Teil mit Anspielen. Partnerschaftsarbeit, Engagement für Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, Dialog mit Judentum, Islam und katholischer Kirche. Die Themen und Etappen der Tour wurden unterbrochen mit gemeinsamem Singen von Liedern. Neanders "Lobe den Herren" auf Indonesisch, "Stern, auf den ich schaue" auf Kiswaili, und dann nach dieses Dom-Lied.

Abend der gastgebenden Kirche: Die Oberkirchenräte für Bildung, Finanzen und Personal trugen den Gästen die Suppe auf, auch der Präses, auch die weiteren Kirchenleitungsmitglieder, die an diesem Abend zur Begrüßung nach Wuppertal gekommen waren.

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 26. Juni 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 26. Juni 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu, cw, Fotos Reinhard Ellbracht / 26.06.2014



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