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Dr. Theresia Degener, ekir Prof. Dr. Theresia Degener sprach auf der Landessynode über die rechtliche Seite von Inklusion.

Landessynode 2013

Menschenrechte gelten von Geburt an für jeden

Über die rechtliche Seite der UN-Behindertenrechtskonvention sprach Prof. Dr. Theresia Degener von der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum.

Degener ist Mitverfasserin der UN-Behindertenrechtskonvention und erklärte der Landessynodalen Entstehung und Hintergrund der Konvention. Sie erinnerte an das UNO-Jahr der Behinderten 1981 und die internationale Dekade für Menschen mit Behinderung.
Das sei ein Paradigmenwechsel gewesen, weil sich damals die Interessenvertretungen von Behinderten selbst organisiert haben, erklärte die contergangeschädigte Wissenschaftlerin. Zweck der Konvention ist, „den vollen und gleichwertigen Genuss aller Menschenrechte und Grundfreiheiten durch alle Menschen mit Behinderung zu fördern“.

Degener erläuterte die allgemeinen Prinzipien der Behindertenrechtskonvention: Menschenwürde, Nichtdiskriminierung, Partizipation und Achtung vor dem Anderssein waren Stichworte, die sie in diesem Zusammenhang nannte. „Wir wollen keine neue und auch keine besonderen Rechte für Behinderte, sondern die anerkannten Menschenrechte sollen auch für behinderte Menschen gelten.“

Menschenrechte für jeden

Menschenrechtsfähigkeit setze nicht die Abwesenheit von Behinderung voraus, Menschenrechte gelten von Geburt an für jeden, betonte sie. Allerdings würde das Leben mit Behinderung oft als weniger wertvoll betrachtet, wie man beispielsweise in der Bioethikdiskussion immer wieder erleben könne. Doch die Behindertenrechtskonvention ist laut Degener inzwischen Bestandteil des Menschenrechts auf Gleichheit geworden.

Viele Behinderteneinrichtungen seien nicht mehr zeitgemäß und würden auch zukünfig nicht mehr von Staat finanziert. „Sonderwelten für Behinderte wird es nicht mehr geben.“ Damit stünden auch die Kirchen vor großen Herausforderungen. „Die Institutionalisierung der Behindertenrechtskonvention steht auf dem Programm, die Marschroute beim Change Management fehlt aber noch“, so ihr Fazit.

 

 

 

Vortrag von Theresia Degener

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Vortrag von Theresia Degener zum Thema Inklusion auf der Landessynode am 8. Januar 2013

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 8. Januar 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 16. Mai 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / pas, Foto Hans-Jürgen Vollrath / 08.01.2013



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