22 Paare feiern ihre Liebe bei „Einfach heiraten“ in Kempen

  • 29.06.2026

Kempen. Während andere am Freitagnachmittag bei fast 40 Grad möglichst den Schatten suchten, machten sich 22 Paare – teilweise in Brautkleid, Anzug oder sogar mittelalterlichen Gewändern – auf den Weg zu einem der schönsten Momente ihres Lebens. Rund um die Kempener Thomaskirche wurde am 26.06.26 gelacht, umarmt und auch die eine oder andere Freudenträne vergossen. An fünf liebevoll gestalteten Trauorten gaben sich Paare das Ja-Wort vor Gott oder ließen ihre Liebe segnen.

Zwölf Paare entschieden sich für eine kirchliche Trauung, zehn weitere für einen persönlichen Segen. Ob im romantisch dekorierten Garten, auf einer Blumenwiese neben der Kirche oder im mittelalterlichen Stil in der Sakristei – jeder Ort bot einen ganz eigenen Rahmen für die unterschiedlichen Liebesgeschichten. Acht Traupersonen, darunter Pfarrer, Prädikanten, Diakone und eine Vikarin, begleiteten die Paare durch den Tag. Unterstützt wurden sie von zahlreichen Ehrenamtlichen, die mit viel Herzblut dekorierten, Gäste begrüßten, Kaffee ausschenkten und dafür sorgten, dass sich alle rundum willkommen fühlten.

„Dieser Tag hat gezeigt, wie groß die Sehnsucht nach einem persönlichen Segen und einer kirchlichen Feier ist, die sich an den Lebenswirklichkeiten der Menschen orientiert“, sagt Pfarrer Florian Rentzsch aus dem Organisationsteam. „Jedes Paar brachte seine eigene Geschichte mit. Genau das hat diesen Tag so besonders gemacht.“

So wie die Geschichte von Dennis Funken, Baukirchmeister der Gemeinde Kempen, und seiner Frau Karen. Sie hatten bereits vor vier Jahren kirchlich geheiratet. Als regelmäßige Besucher von Mittelaltermärkten war für sie sofort klar, dass sie ihre Liebe in der Sakristei noch einmal unter Gottes Segen stellen möchten. Gemeinsam mit Vikarin Annabelle Kindler-Tremblay aus der Gemeinde Anrath-Vorst tauchten sie in eine andere Zeit ein. Alle drei trugen mittelalterliche Kleidung, ein Lautenspieler sorgte für die passende musikalische Atmosphäre und selbst die Segensworte orientierten sich an der Sprache vergangener Jahrhunderte.

Für die Vikarin war die Feier zugleich eine Premiere. Zum ersten Mal durfte sie selbst Paare trauen und segnen. Entsprechend groß war ihre Vorfreude. „Und natürlich bin ich schon ziemlich aufgeregt“, verriet sie vor ihrer ersten Zeremonie. Dass sie ihre Begeisterung für das Mittelalter mit ihrer ersten Trauung verbinden konnte, war für sie das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem „i“.

Lena und Alex Seyen aus Kempen wurden durch einen Newsletter auf die Aktion aufmerksam. Seit drei Jahren sind die beiden standesamtlich verheiratet. „Bei dem Angebot, uns ganz einfach ohne großen Aufwand trauen zu lassen, mussten wir nicht lange überlegen“, so die Braut. Die romantisch dekorierte Gartenkulisse bot dafür den passenden Rahmen. „Toll ist natürlich, dass unsere beiden Kinder im Alter von neun Monaten und zweieinhalb Jahren diesen besonderen Moment miterleben konnten.“

Auch abseits der Trauorte war an alles gedacht. Im Gemeindesaal warteten eine Hochzeitstorte, eine Candy-Bar, selbst gemachtes Popcorn und eine Barista-Station mit Kaffeespezialitäten auf die Paare und ihre Gäste. An der Fotobox entstanden viele Erinnerungsbilder an einen Tag voller Liebe und Freude.

Die Aktion „Einfach heiraten“ war das erste große gemeinsame Projekt der so genannten Region Mitte mit den Gemeinden Kempen, Anrath-Vorst, St. Tönis sowie Grefrath und Willich. Das Organisationsteam zieht nach der gelungenen Premiere ein durchweg positives Fazit.

„So viele Haupt- und Ehrenamtliche haben wochenlang vorbereitet, damit die Paare einfach ankommen und ihren Moment genießen konnten. Wenn man dann in so viele strahlende Gesichter blickt, weiß man, warum sich dieser Einsatz gelohnt hat“, sagt Florian Rentzsch.

  • Ramona Kullick
  • Red