50 Jahre Gleichstellung von Pfarrerinnen in der evangelischen Kirche – auch in Duisburg

Eine evangelische Kirche ohne Pfarrerinnen? Heute unvorstellbar…  denn Theologinnen, zukünftige Pfarrerinnen – sogenannte „Vikarinnen“ – und Pfarrerinnen im Ruhestand prägen in Duisburg die evangelische Kirche maßgeblich mit, so wie das die Pfarrer auch tun. Das klingt nach Selbstverständlichkeit und doch ein Grund zur Freude, denn: Die volle rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarrdienst hat die Evangelische Kirche im Rheinland erst vor 50 Jahren beschlossen.

Zuvor verdienten Pfarrerinnen u.a. lange Zeit weniger als ihre männlichen Kollegen, wenn sie heirateten, mussten sie ihren Beruf aufgeben bzw. mit der Heirat den Beruf ruhen lassen, und in Presbyterien hatten sie nur eine beratende Stimme. So erhielt in Duisburg z.B. Erika Barkenings-Siegmann 1972 als Pfarrerin Sitz und Stimme im Presbyterium in der Hochfelder Gemeinde. Allerdings gab es immer noch eine Einschränkung: Bei Ablehnung einer Frau für die Durchführung einer Trauung oder Beerdigung musste ein männlicher Kollege einspringen. „Aber das ist nie passiert“, berichtete die inzwischen verstorbene Theologin 2012 anlässlich ihres damaligen Ordinationsjubiläums.

Solche Zeiten sind Gott sei Dank vorbei. Doch „unterschwellig begegnet Frauen aber bis heute die Frage, ob sie den Herausforderungen des Pfarrberufs gewachsen sind.“ Das sagte noch 2015 Dr. Dagmar Herbrecht, die damals leitende Dezernentin für Theologie und Verkündigung der rheinischen Kirche im Interview für die Jubiläumsbroschüre „40 Jahre Frauen gleichberechtigt im Pfarramt“.

 

Das Bild wurde im Rahmen der Tagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg am 8. November 2025 in der evangelischen Kirche Duisburg Meiderich aufgenommen, Foto: Rolf Schotsch

 

 

 

  • 08.11.2025
  • Rolf Schotsch
  • Rolf Schotsch