Die drei Evangelischen Kirchengemeinden im Stadtbezirk Duisburg Hamborn werden sich zum 1. Januar 2027 zu einer Großgemeinde zusammenschließen. Und auf dem Weg dahin werden die Gemeindemitglieder eingebunden und umfassend über den aktuellen Stand der Fusionsgespräche informiert.
Den ersten Schritt dazu machten jetzt drei parallel durchgeführte Gemeindeversammlungen in der Bonhoeffer Gemeinde Marxloh Obermarxloh und den Gemeinden Hamborn und Neumühl. „Wir haben das Heft des Handelns selbst in der Hand, bevor wir aufgrund demografischer Entwicklungen gehandelt werden“, war eine klare Aussage. Zudem haben die drei Gemeinden schon seit langem in vielen Bereichen freundschaftlich und vertrauensvoll zusammengearbeitet.
„Wir machen uns auf den Weg“ sang der Chor Vielklang beim Gottesdienst im Vorfeld der Gemeindeversammlung der Bonhoeffer Gemeinde in der Marxloher Kreuzeskirche. Das war ein musikalisches Signal für eine nachhaltige Gemeinsamkeit. In ihrer, den Weg bereitenden Predigt hatte Pfarrerin Anja Humbert schon aufgezeigt, welche Wege Jesus gegangen ist und wie die Menschen damals mitgegangen sind und dabei Hürden überwunden haben.
Das „Wie können wir mitgehen?“ spielte auch in der Gemeindeversammlung eine große Rolle. Und größere Hürden sieht kaum einer, sondern ein klares Ziel vor Augen: Eine Steuerungsgruppe, der je drei Vertreterinnen und Vertreter der drei Gemeinden angehören, hat mehrere gemeinsame Arbeitsgruppen gebildet, die sich etwa mit Finanzen, Gebäuden, Außenwirkung, Gottesdiensten, Kindergärten und personellen Angelegenheiten beschäftigen.
Auch da, so der Bonhoeffer-Presbyteriumsvorsitzende Christian Pollmann, der auch gemeinsam mit seinem Neumühler Kollegen Marcel Grohnert die Steuerungsgruppe leitet, sei man paritätisch besetzt. Ihm, Pfarrerin Humbert und den meisten Anwesenden war klar, dass zunächst einmal die rechtlichen Voraussetzungen für den Zusammenschluss auf den Weg gebracht werden müssen. Das ist zeitlich durchaus ambitioniert, aber da sei man gut dabei.
Zudem wurden erste Inhalte konkretisiert. Und es gab bereits eine Fülle von Ideen und Anregungen aus den drei Gemeinden. Schon jetzt werden Termine und Veranstaltungen miteinander abgestimmt. Die Arbeitsgruppe Kommunikation hat einen aussagekräftigen T-Shirt-Entwurf präsentiert und plant einen gemeinsamen Bildkalender für das Jahr 2027.
„Und wir überlegen intensiv,“, ergänz Presbyter Markus Grzella, „wie wir die Gemeindeglieder an der Namensgebung für die künftige Großgemeinde beteiligen können.“ Vielleicht werde man sogar einen „Namenswettbewerb“ ausrufen.
Kanzeltausch der Pfarrerinnen und Pfarrer und gemeinsame Gottesdienste der drei Gemeinden noch in diesem Jahr waren weitere Stichpunkte. Überhaupt, so Anja Humbert, sehe sie in der Fusion die große Chance auf eine dauerhaft gesicherte pfarramtliche Versorgung.
In der Gemeindesammlung machte sich eine neugierige Gelassenheit breit. Vertrauen in die Zukunft spielte eine Rolle und die Überzeugung, dass im Duisburger Stadtbezirk Hamborn eine Evangelische Großgemeinde eine starke, unüberhörbare Stimme haben werde. Presbyter Tim Bäunken brachte es auf den Punkt: „Wir können und müssen angesichts des Rechtsrucks bei den letzten Kommunalwahlen unsere Stimme erheben und unsere christlichen Wertvorstellungen von einem toleranten und respektvollen Miteinander einbringen.“
Christian Pollmann betonte abschließend, dass Transparenz, Offenheit und Ehrlichkeit den gesamten Fusionsprozess begleiten werden. So ist bereits für Sonntag, 19. April, eine gemeinsame Gemeindeversammlung in der Neumühler Gnadenkirche terminiert, bei der aktuelle Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorgestellt und diskutiert werden: „Ja, es stimmt, wir machen uns auf den Weg.“
Text: Reiner Terhorst
Das Bild wurde bei der Gemeindeversammlung am 8. Februar 2026 in der Marxloher Kreuzeskirche aufgenommen (Foto: Silke Dittberner-Rejek). Es zeigt Presbyter Markus Grzella, der über die Arbeit der AG Kommunikation informierte: „Wir haben viele Ideen, die wir gemeinsam auf den Weg bringen wollen.“