Fixpunkt: Mit Gefühl - Sieben Wochen ohne Härte

Viele Menschen spüren es: Der Ton in der Welt wird rauher. Härte zu beweisen, bei allen möglichen Gelegenheiten, das halten manche für notwendig. Sprache wird schroff und unfreundlich, Bewertungen und Urteile vernichtend. Empathie und Mitgefühl gehen verloren. Wie lässt sich Menschlichkeit bewahren?

Die Fastenaktion der evangelischen Kirche in Deutschland steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte.“

Die sieben Wochen von Aschermittwoch bis Ostern sind von jeher eine Zeit der Besinnung. Die Fastenzeit, oder Passionszeit, soll eine Unterbrechung des Gewohnten sein und neue Türen öffnen. In diesem Jahr eine Gelegenheit, bewusst aus der Praxis und den Bildern der Härte herauszutreten und neu zu entdecken was wir Menschen sind: fühlende und mitfühlende Wesen.

Barmherzigkeit nennt das die Bibel: die Fähigkeit nicht achtlos vorüber zu gehen an Not, die andere trifft. Das wird unter anderem an einer der bekanntesten biblischen Geschichten überhaupt sichtbar: In der Geschichte vom barmherzigen Samariter.

Ganz kurz geht die Geschichte so: Ein Mann wird ausgeraubt und fast totgeschlagen. Die Räuber lassen ihn am Straßenrand liegen. Zwei Männer sehen den Verletzten, kümmern sich nicht um ihn und gehen weiter. Dann kommt der Dritte, der Samariter. Über ihn heißt es: „Als er den Verwundeten sah, hatte er Mitleid mit ihm.“ Er unterbricht seine Reise, wendet sich dem verletzten Mann zu und bringt ihn in ein Gasthaus, wo für ihn gesorgt wird und zahlt sogar für ihn. All das wegen seines Mitgefühls.

Mitleid haben, barmherzig und empathisch sein oder Einfühlungsvermögen zeigen. Das alles meint die menschliche Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen und so am Leben anderer emotional teilzuhaben. Das ist eine mächtige Fähigkeit!

„Sie umarmten sich lange. Sie hielten sich so fest, wie es Menschen tun, die etwas Intensives miteinander erlebt haben.“

Das können wir tun, einander festhalten in Freude und Schmerz und auf den Weg Gottes schauen, der uns herausführen kann aus unseren Begrenzungen.

Lassen Sie uns mit Gefühl durch die Passionstage gehen, auf Ostern zu. Lassen Sie uns fühlen, wie lebendig das Leben sein kann, wenn es jenseits aller Härte neu wird.

Pfarrer Detlef Kowalski

  • 02.03.2026
  • Beatrix Meyer
  • Red