Fixpunkt: Zwischen den Jahren - Zuversicht

 

Foto: Marion Lauenstein
Foto: Marion Lauenstein

Am Liebsten wäre man ja in Deckung gegangen vor den in diesem Jahr hereinbrechenden Meldungen über Drohnen und Raketen aus der Ukraine, über Bomben und Raketen aus Gaza, über Hungersnot aus dem Sudan. Dabei sind das für uns nur Nachrichten und Bilder.

In Deutschland erreicht Armut inzwischen ein Niveau, das man früher nur aus alarmistischen Dokumentationen kannte. In diesem Jahr häuften sich die Krisenmeldungen aus der Wirtschaft, immer mehr Menschen haben Schwierigkeiten ihre Energiekosten und ihre monatliche Miete zu zahlen.

Wie fasst man so ein Jahr in Worte? – Das Licht suchen. – Reden statt streiten. – Wir gegen sie. – Gib mir Visionen und keine Apokalypse. – Hält dieser Bus am Jobcenter? – Fürchtet euch nicht!

Manchmal hat man das Gefühl, in unserem Land wird die Zukunft verwaltet wie ein Karton voller ungeöffneter Briefe vom Amt. Man ahnt, dass Wichtiges darin steckt, aber man findet immer einen Grund nicht hineinzusehen.

Wir reden erstaunlich wenig über das, was viele Menschen wirklich beschäftigt: ihre Mieten, ihre Löhne, ihre Erschöpfung, ihre stillen Sorgen.

Und dann sitzt du in diesen letzten, dunklen, ruhigeren Tagen des Jahres, zwischen Weihnachten und Neujahr, auf der Couch. Und du fragst dich: Wie bleibe ich eigentlich optimistisch? Woher kommen mir Hoffnung und Zuversicht?

Zuversicht ist womöglich die Haltung, die du heute am dringendsten benötigst. Hinterfrage deine eigenen Überzeugungen, suche nach Informationen, die deinen negativen Annahmen widersprechen, suche so viele Lösungen wie möglich, kämpfe um möglichst viele Alternativen. Es hilft nichts anderes: Auf der Überzeugung dass nichts läuft, nichts besser wird, nichts zu verändern ist, lässt sich nichts, aber auch wirklich gar nichts aufbauen. Die eigenen Kinder und Enkelkinder so in die Welt zu schicken, heißt letztlich, sie um die Zukunft zu betrügen. „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (Neues Testament – 2. Brief an Timotheus -1,7)

Pfarrer Detlef Kowalski, Evangelische Kirchengemeinde Neuwied

  • 08.01.2026
  • Beatrix Meyer
  • Red