"Ich liebe es, Kindern vom Glauben zu erzählen"

  • 03.06.2026

Patrick Nilgen ist begeisterter Koch, begnadeter Gemüsegärtner, engagierter Naturfreund, ausgebildeter Erzieher, studierter Sozial- und Gemeindepädagoge und seit Pfingstmontag ordinierter Diakon. In einem Festgottesdienst im Gemeindezentrum Titz wurde er im Beisein vieler Wegbegleiter und der Gemeinde von Superintendent Dietrich Denker ordiniert. Es war der feierliche Höhepunkt und Abschluss einer zweijährigen Zurüstungszeit, mit der Prädikanten in der rheinischen Kirche auf ihren Dienst vorbereitet werden.

Patrick Nilgen stammt aus Mönchengladbach, genauer gesagt aus Bonnenbroich-Geneicken, wo er von der Jungschar an und später als Ehrenamtler in der evangelischen Jugend eine Heimat findet. Einen entscheidenden Impuls erhält der heute 33jährige, als er als Jugendlicher an einem Predigtwettbewerb teilnimmt und als einer von zehn jungen Menschen auf die legendäre Kanzel der Schlosskirche von Wittenberg steigen und von dort predigen darf. Nach Ende der Schulzeit macht er eine Ausbildung zum Erzieher in Düsseldorf und hängt direkt eine Diakonenausbildung an. „Es war mir wichtig, das Praktische mit dem Geistlichen zu verbinden“, erklärt er. „Ich liebe es, Kindern vom Glauben zu erzählen und ihnen Hoffnung zu schenken. Das ist etwas Großartiges.“ Folgerichtig stellt das Presbyterium der Kirchengemeinde Kirchherten, wo Patrick Nilgen seit 2021 als Jugendleiter arbeitet, dann für ihn und auf seinen Wunsch den Antrag auf Ausbildung zum Prädikanten und Ordination. In den vergangenen zwei Jahren hat er deshalb nicht nur an mehreren einwöchigen Seminaren und Wochenendkursen teilgenommen, in denen beispielsweise die Durchführung der Kasualien wie Taufe, Trauung und Beerdigung besprochen und eingeübt wurden, er hat auch schon umfangreiche praktische Erfahrung sammeln können. Begleitet von seiner Mentorin Pfarrerin Anne Benninghoff gestaltete er vielfältige Gottesdienste. Die Schulgottesdienste für die Grundschulkinder der Primusschule in Titz liegen ihm am Herzen. „Die Kinder kommen zu uns in die Kirche in einen bewertungsfreien Raum. Das ist mir wichtig“, betont er. Gleichzeitig lernen sie die Räume der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit kennen, so dass es keine Schwellenängste gibt. Eine besondere Erfahrung war für ihn die Taufe eines Jugendlichen, die er übernehmen konnte. Zum einen, weil der jugendliche Täufling eine ganz bewusste persönliche Entscheidung für den christlichen Glauben getroffen hatte. Zum anderen, weil er die Handlung im Rahmen seiner Ausbildung noch einmal gezielt reflektieren konnte. Eine ganz andere Erfahrung machte Patrick Nilgen in den Gemeindegottesdiensten in der wunderschönen, denkmalgeschützten Hauskirche in Kirchherten. Hier gibt es eine eindrucksvolle Kanzel, die zu besteigen für einen Menschen mit Höhenangst durchaus Überwindung kostet. Nilgen hat sich überwunden, später aber beschlossen, dass er genauso gut unten bleiben und von dort aus predigen kann.

Die Ordination von Patrick Nilgen ist nicht nur ein wichtiger Meilenstein in seinem Leben. Auch die Kirchengemeinde profitiert davon. „Die Übernahme pfarramtlicher Tätigkeiten durch einen ordinierten Diakon ist für die Gemeinde im Hinblick auf die vielfältigen zukünftigen Veränderungen sehr hilfreich“, unterstreicht Hanna Köhlen, die Vorsitzende des Presbyteriums. Und Pfarrerin Benninghoff ergänzt: „Das bedeutet Stabilität in unruhigen Zeiten.“

  • Red
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