Kreiskantor aus Leidenschaft

Als Karl-Georg Brumm 2003 gefragt wird, ob er das Amt des Kreiskantors übernehmen würde, zögert er nicht lange. „Ich habe mich immer auch für kreiskirchliche Aufgaben interessiert“, sagt er rückblickend. 22 Jahre lang hat er, im Hauptamt Kantor der evangelischen Kirchengemeinde Grevenbroich, das Amt inne. In dieser Zeit sind viele Aufgaben dazu gekommen, seine Begeisterung für Kirchenmusik und organisatorische Arbeit sind geblieben. Nun aber nähert sich die Zeit des Hauptamtes dem Ende: Das Amt des Kreiskantors hat Brumm im vergangenen Jahr abgegeben, als Kantor seiner Gemeinde ist er noch bis zum 1. Mai dieses Jahres aktiv.

Die Liebe zur Musik wurde bei Karl-Georg Brumm schon als Kind geweckt. Bereits als frisch Konfirmierter sitzt er bei Gottesdiensten in seiner Heimatgemeinde Heiligenhaus an der Orgel. Eine erste Stelle hat er schon inne, als er noch zur Schule geht. Es folgt das Studium der Kirchenmusik an der Folkwang-Hochschule in Essen und Tätigkeiten in Mülheim an der Ruhr. Nach dem Studienabschluss kommt er nach Grevenbroich, wo er nun seit über vierzig Jahren tätig ist. „Es haben sich immer wieder neue Chancen eröffnet“, erklärte er.  Die jahrzehntelange Arbeit mit dem Gospelchor in Wevelinghoven zum Beispiel. Oder der höchst erfolgreiche Aufbau der Jugendkantorei in Grevenbroich, deren Konzertreisen viele Möglichkeiten zum Einblick in die Arbeit anderer Gemeinden bieten. „Die Auftritte im Berliner Dom und der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche waren besonders eindrucksvoll“, erinnert er sich.

Und auch das Kreiskantorat erlebt Brumm als besondere Chance, sich einzubringen. Die Durchführung des Konvents der Kirchenmusiker liegt beispielsweise in seinen Händen. „Die Konvente sind wichtig, weil Kirchenmusiker meist allein arbeiten. Bei den Konventen bekommen sie notwendige Informationen und können sich austauschen und Beratung holen.“ Außerdem steht meist ein Schwerpunktthema auf dem Programm. Eindrucksvolle 70 bis 80 Kirchenmusiker und Kirchenmusikerinnen sind im Kirchenkreis Gladbach-Neuss tätig. Auch die Lehrtätigkeit für angehende C-Musiker im C-Kurs Düsseldorf und die Abnahme von Befähigungsnachweisen für Organisten, Pianisten und Gitarristen im Kirchenkreis gehören zu seinen Aufgaben. Immer wichtiger ist die Beratung der Gemeinden bei der Besetzung von Kirchenmusiker-Stellen geworden ebenso wie die fachliche Begleitung der jungen Kolleginnen und Kollegen. Zu diesem Bereich gehört auch das komplexe Thema der Arbeitszeitberechnungen, für die der Kreiskantor ein Modell entwickelt hat.

In den mehr als zwanzig Jahren seiner Arbeit gab es verschiedenste Highlights, an die er sich gern erinnert. Die zehn Jahre lang durchgeführte Gospel Night beispielsweise, die bei Chören und Publikums sehr populär war. Oder der große Bläsergottesdienst in Schloss Rheydt 2012. Die Aufführung des Luther-Oratoriums „Gaff nicht in den Himmel“ von Matthias Nagel anlässlich des Reformationsjubiläums 2017. Und vieles mehr.

Im vergangenen Jahr hat Karl-Georg Brumm sein Amt als Kreiskantor an seine Nachfolgerin Katja Ulges-Stein abgegeben. In diesem Jahr wird er als Grevenbroicher Kantor aufhören, nachdem auch hier eine Nachfolgerin gefunden wurde. Dann wird er zwei Jahre über das Rentenalter hinausgearbeitet haben. Hauptamtlich geht er in den Ruhestand, neben- und ehrenamtlich aber wird er seiner Gemeinde erhalten bleiben.

  • 28.01.2026
  • Red
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