Moritz Bleif ist Klimaschutzmanager bei der evangelischen Kirche

Der Evangelische Kirchenkreis Duisburg hat sein Anfang April einen Klimaschutzmanager. 2022 hatte das Kirchenparlament die Einrichtung der Stelle beschlossen, nachdem der Antrag auf staatliche Förderung erfolgreich war, konnte eine entsprechende Stelle ausgeschrieben werden. Bekommen hat sie nun Moritz Bleif, der Nachhaltigkeitswissenschaften im Master studierte, der berufliche Erfahrungen in einer Unternehmensberatung für Nachhaltigkeit, als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Landtag NRW und als Klimaschutzmanager bei einem Telekommunikationskonzern sammeln konnte.

Kern seiner Tätigkeit ist die Erstellung eines sogenannten „Integrierten Klimaschutzkonzeptes“ für den Evangelischen Kirchenkreis Duisburg und seine elf Gemeinden. Moritz Bleif freut sich, sie mit Kräften zu unterstützen, Konzepte zu erstellen, Begehungen zu machen und – „nicht unwesentlich“ ergänzt er im Halbsatz – „finanzielle Einsparpotenziale offenzulegen, weil die meisten energetischen Maßnahmen sich selbst wieder amortisieren.“ Teil des Klimaschutzkonzeptes ist eine CO2-Bilanz, für die Moritz Bleif eine Datenbasis zusammenstellt. „Hierbei kriege ich von allen Stellen sehr interessierte und hilfreiche Unterstützung“ sagt der 32-jährige nach wenigen Wochen Tätigkeit zufrieden. „Klimaschutzmanagement ist eine kommunikative und kooperative Aufgabe. Ich arbeite u.a. mit dem Immobilien-Team der Verwaltung zusammen und begleite Neubauten und Sanierungen, hier erhalte ich viele wichtige Daten zum Gebäudestand, Energieverbräuchen etc. Daten zum Mobilitätsverhalten kommen oft direkt von Akteuren vor Ort oder berechne ich anhand von Rechnungen, dann in Zusammenarbeit mit der Buchhaltung.“

Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) hat vor drei Jahren beschlossen, ab 2035 nur noch Gebäude zu betreiben, die netto treibhausgasneutral sind. Um dieses Ziel der Treibhausgasneutralität zu erreichen, müssen alle Ebenen der Landeskirche – auch der Duisburger Kirchenkreis und die Gemeinden – eine Gebäudebedarfsplanung durchführen.

„Jede Gemeinde, die gerade ein Gebäude energetisch saniert, wirkt jetzt schon aktiv am Klimaschutz mit“ sagt Moritz Bleif und weiß: Der Gebäudesektor ist zentral für die Erreichung der kirchlichen Klimaschutzziele. Das Klimaschutzkonzept der EKiR bemisst, dass etwa 80% der kirchlichen Emissionen im Gebäudesektor entstehen. „Dies ist einerseits eine gewaltige Aufgabe, andererseits fangen wir hier nicht bei null an“ stellt Moritz Bleif fest: „In meinen ersten Wochen habe ich z.B. Neubaupläne für KiTas gesehen, die schon mit einer kompletten Photovoltaikanlage auf dem Dach planen. Verschiedenste Gebäude verfügen jetzt schon über klimafreundliche Heizungen. Im Bereich Öko-Faire-Soziale-Beschaffung ist die Kirche seit langem Vorreiter.“

„Neben sozialen Fragen waren die allerersten politischen Themen, die mich überhaupt umtrieben Umwelt- und Klimaschutz“… Moritz Bleif überlegt… da muss er etwa 16 Jahre alt gewesen sein. Das Engagement für diese Themen wurde dann ein roter Faden in seinem Lebenslauf. Wertvolle Anregungen hat ihm neben aller beruflicher Ausbildung der einjährige Aufenthalt in Bhutan gegeben: „Bhutan war für mich nicht nur ein Einblick in eine faszinierende Kultur, sondern biografisch eine Antwort auf die Frage, wie andere Gesellschaften weltweit mit der Klimakrise umgehen.“ Staatsräson dort sei nicht primär das Wirtschaftswachstum, sondern das sogenannte „BruttonationalGLÜCK“. Themen wie Bildung, Gesundheit und Kultur stehen als Fragen des Lebensstandards gleichberechtigt neben materiellen. Und eben Umwelt- und Klimaschutz. „Gelingender Umwelt- und Klimaschutz“, bemerkt Moritz Bleif, „ist mit dem Motiv ‚Bewahrung der Schöpfung‘ im Christlichen Glauben sehr anschlussfähig.“

Zu erreichen ist Moritz Bleif unter: Tel.: 0203 / 2951-3202 bzw. E-Mail: moritz.bleif@ekir.de

 

Das Bild zeigt Moritz Bleif, Klimaschutzmanager im Evangelischen Kirchenkreis Duisburg, Foto: Rolf Schotsch

 

 

  • 30.04.2026
  • Rolf Schotsch
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