Ökumenischer Tag der Schöpfung 2025

  • 08.09.2025
Zentrale Feier auf Haus Düsse eröffnet Dialog über Tierwohl und Verantwortung

Bad Sassendorf. Unter dem Motto „Gott, du hilfst Menschen und Tieren“ (Ps 36,7) hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) am Freitag, 5. September 2025, die zentrale Feier des bundesweiten Ökumenischen Tags der Schöpfung auf Haus Düsse begangen. Das Forschungs- und Weiterbildungszentrum der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen bot dafür einen besonderen Rahmen: Hier kamen Christ*innen verschiedener Konfessionen, Vertreter*innen aus Kirche, Wissenschaft, Landwirtschaft sowie Politik und Gesellschaft zusammen, um über den respektvollen Umgang mit Gottes Schöpfung zu sprechen. Mit dabei: unsere Superintendentin Dr. Barbara Schwahn in ihrer Funktion als Vorsitzende der ACK Nordrhein-Westfalen und Teil des Liturgen-Teams für den Gottesdienst.

Tiere und Schöpfung im Fokus

Im Mittelpunkt der Feier stand die Frage, wie Christ*innen heute Verantwortung für Tiere, Pflanzen und die gesamte Schöpfung übernehmen können. Reverend Christopher Easthill, Vorsitzender der ACK in Deutschland, zeigte sich dankbar über die Vielfalt an Stimmen, die in den Austausch eingebracht wurden: „Es ist uns gelungen, einen Diskussionsraum zu eröffnen, in dem unterschiedliche Meinungen zu Tierwohl und Tierethik vorkommen konnten, einander zugehört und gemeinsam nach einem ethisch verantwortbaren, christlich begründeten Umgang mit den Tieren gesucht wird.“

Easthill hob hervor, dass die Verantwortung gegenüber den Mitgeschöpfen nicht nur ein ökologisches, sondern vor allem ein spirituelles Anliegen sei. Zugleich verwies er auf die vielen regionalen Veranstaltungen im ganzen Bundesgebiet, die den Ökumenischen Tag der Schöpfung aufgreifen und weitertragen: „Der Austausch geht weiter.“

Predigt mit Blick auf Mensch und Tier

In seiner Predigt erinnerte Weihbischof Rolf Lohmann, Umweltbischof der Deutschen Bischofskonferenz, daran, Tiere nicht nur als Nutztiere zu betrachten. Anhand biblischer Bilder – etwa des Einzugs Jesu auf einem Esel – unterstrich er die enge Verbundenheit von Mensch und Tier. Dabei verwies er auch auf die Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus sowie auf die diesjährige Botschaft von Papst Leo XIV. zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung. Lohmann mahnte, die Verantwortung ernst zu nehmen: „Wir leben in einem gemeinsamen Ökosystem. Wir müssen darauf achten, dass Pflanzen, Tiere und Menschen auch in Zukunft nebeneinander existieren können.“

Schöpfungsverantwortung als gemeinsame Aufgabe

Die zentrale Feier machte deutlich: Bewahrung der Artenvielfalt, Klimaschutz und ein respektvoller Umgang mit Tieren sind Aufgaben, die Kirchen aller Konfessionen aus ihrem Glauben heraus wahrnehmen. Der Ökumenische Tag der Schöpfung ist seit 2010 ein fester Bestandteil des ökumenischen Kalenders. Er will Dankbarkeit für die Schöpfung ausdrücken, ihre Gefährdungen ins Bewusstsein rufen und zu gemeinsamem Handeln ermutigen.

Im kommenden Jahr findet die zentrale Feier des 18. Ökumenischen Tags der Schöpfung am 4. September 2026 in Marburg statt.

Mehr zur Arbeit der ACK und zum Ökumenischen Tag der Schöpfung finden Sie unter: www.oekumene-ack.de

  • Red
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