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für den 21.05.2022

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Impuls zur Fastenzeit

Gedanken zur Fastenzeit - Freiheit und Verzicht

40 Tage „ohne“ – in der Fastenzeit verzichten viele Menschen bewusst und leben 40 Tage „ohne“. Ohne Fleisch beispielsweise, oder ohne Alkohol, ohne Auto oder vielleicht sogar ohne Fernsehen oder Internet.

Foto: Franchy-Kruppa Foto: Franchy-Kruppa

Wer fastet und auf etwas verzichtet, das sonst wie selbstverständlich dazugehört, erlebt dabei oft eine ganz neue Freiheit.Die Freiheit, etwas nicht immer zu brauchen. Auf etwas verzichten zu können – zu können, und nicht zu müssen.

Beim Fasten geht es nicht um eine Übung, die man besteht oder nicht besteht. Nicht um eine Aufgabe, die man erfüllen muss. Eher ist Fasten eine Entdeckungsreise. Eine Entdeckungsreise im Äußeren und im Inneren. Im Äußeren merke ich vielleicht: Das brauche ich ja gar nicht unbedingt. Wenn ich es mal nicht habe, macht das gar nicht so viel. Mein Leben ist auch so reich und erfüllt. Vielleicht brauche ich das, worauf ich jetzt sieben Wochen verzichtet habe, ja überhaupt nicht mehr.Wie unabhängig einen das machen kann. Frei davon, etwas unbedingt zu brauchen, etwas unbedingt haben zu müssen. Frei von dem Zwang, etwas besitzen zu müssen.  Frei sein zum Sein, statt gezwungen zum Haben.

Im Inneren merke ich vielleicht: Es gibt eine neue Konzentration auf das, was mir wirklich wichtig ist. Äußerlichkeiten treten zurück. Durch den Verzicht gewinne ich Zeit, ohne Fernsehen oder andere Medien habe ich plötzlich viel mehr Zeit für Spaziergänge, persönliche Kontakte, für Gespräche – auch für das Gespräch mit mir selbst. Vielleicht merke ich, was mir wirklich wichtig ist im Leben, bisher aber immer zu kurz kam. So macht mich der bewusste Verzicht frei von Überflüssigem – und frei zu wirklich Wichtigem. Frei zu dem, woran mein Herz hängt. Luther meinte dazu:„Woran du nun dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, das ist eigentlich dein Gott.“

Pfarrerin Dr. Annette Schmitz-Dowidat,

Ev. Klinikseelsorge am UKB

 

01.03.2022



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