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für den 07.08.2020

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Stiftung Krankenhausseelsorge in Corona-Zeiten

Distanz und Nähe

Bei einem Besuch erzählt mir ein 97jähriger Patient von der Verabredung, die er mit seiner Frau getroffen hat. Immer wenn sie voneinander getrennt sind, sprechen sie um neun Uhr abends ein Gebet und denken aneinander.

Bild von Free Photos auf Pixabay Bild von Free Photos auf Pixabay

So macht er es auch jetzt, wo keine Besucher im Krankenhaus erlaubt sind. „Und“-sagte er- „jedes Mal spüre ich, dass sie für mich betet.“

Das Thema Nähe und Distanz beschäftigt uns ja gerade alle in irgendeiner Form. Wir dürfen einander nicht berühren und besuchen:  Kontaktverbot und Sicherheitsabstände bestimmen auf einmal unseren Alltag im Ausnahmezustand. Das ist auf Dauer nicht einfach. Da kann der Wunsch nach Nähe zu einer schmerzlichen Sehnsucht werden.

Was für ein schöner Gedanke dieses Ehepaares, die Sehnsucht und den Wunsch nach Verbundenheit in ein gemeinsames Gebet zu legen.  In einem Gebet  können wir den geliebten und entfernten Menschen Gottes Schutz anvertrauen. Und wir können auch unsere Sehnsucht in Gottes Hand legen und hoffen, dass er ihren schmerzlichen Stachel in eine hoffnungsvolle Erwartung verwandelt.  

In einem Kirchenlied heißt es:

Meine tiefe Sehnsucht

nach Geborgenheit bringe ich vor dich.

Wandle sie in Heimat:

Herr erbarme dich

 

Pfarrer Sebastian Jürgens, Klinikseelsorger

 

29.04.2020



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