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Service

HilfsWaise Waisenkinder in Äthiopien e.V.

Reisebericht

alle Jahre wieder ... bekommen Sie um diese Zeit neuste Nachrichten aus unseren drei Waisenhäusern.
Es war sehr hilfreich für mich, dass ich während der 4 Wochen ein Vereinsmitglied an meiner Seite hatte, das sich wahrlich nicht geschont hat, wichtige Arbeiten erledigt und mich beratend und bei der nötigen Dokumentation unterstützt hat.

Zuerst möchte ich vom Waisenhaus in Harar berichten.

Dort leben 48 Kinder - alle werden von HilfsWaise e.V. gefördert. Ohne unsere Unterstützung gäbe es dieses Haus nicht mehr.

Im Jahr 2014 gab es einen Leiterwechsel. Dem bisherigen Buchhalter, Ato Jehunsew, wurde die Heimleitung übertragen. Er ist uns ein kompetenter Partner. Dass unsere langjährig vertraute Lily Mersha nach so langer Zeit einen beruflichen Wechsel wünschte, ist nachvollziehbar. Dennoch hält sie Kontakt zum Waisenhaus und hat auch dort zusammen mit den Kindern und Mitarbeitern das Weihnachtsfest gefeiert.

Alle Kinder sind wohlauf, und es herrscht nach wie vor eine gute Atmosphäre zwischen Mitarbeitern und Kindern. Wir wissen unsere Kinder in guten Händen.

Drei verschiedene staatliche Kontrollinstanzen besuchen jährlich das Haus. Alle 3 Jahre steht eine Zertifizierung an. Bei Verstößen innerhalb des Heimablaufs würde das Zertifikat entzogen werden.
Inzwischen befinden sich von den Größeren zwei Kinder in der Ausbildung zum Krankenpfleger, ein Kind ist in der 12. Klasse, drei Kinder sind in der 11. Klasse, und ein Kind ist in der 10. Klasse. Der Schulbesuch bis zur 10. Klasse ist für unsere Kinder sehr bequem, denn die Schule befindet sich auf dem Nachbargrundstück. Ab der 11. Klasse gehen die Kinder in der Stadt zur Schule. Die Hausaufgaben werden in der waisenhauseigenen Bibliothek gemacht. Sonnabends und sonntags kommt ein PC-Lehrer für jeweils 4 Std. ins Haus und unterrichtet alle Kinder ab 7. Klasse. Das hat berufsvorbereitenden Wert. Für die dazu notwendigen Geräte hat HilfsWaise e.V. gesorgt. Auch bezahlt der Verein den PC-Lehrer.
Wie Sie wissen, verfügt das Waisenhaus leider über kein Gartenland. Zwischen den Häusern lässt sich diesbezüglich kaum etwas machen. Immerhin haben die Kinder nun aber einige kleine Salatbeete eingerichtet, die sie selbst in ihrer Freizeit pflegen. Ab und zu wird ́s nun grün auf dem Teller. Es ist auch angedacht, ein kleines Hühnerhaus zu errichten, damit auch hin und wieder Eier auf den Tisch kommen.
Neu ist auch eine „Fitnessbude“, die von den Kindern selbst in einem kleinen, alten Nebengebäude ins Leben gerufen wurde. Ohne Kosten und mit erstaunlich einfachen Mitteln (ausgediente große Konservendosen in verschiedenen Größen mit Beton gefüllt und jeweils zwei an einer Stange befestigt, auch Hanteln von der Art) haben die heranwachsenden Jungen so für ein perfektes Muskeltraining gesorgt. Das macht Spaß und fördert den Wettkampfgeist.

Fußball spielen sie sowieso mit großer Begeisterung.

Und es wird viel getanzt, - modern und in alter landesüblicher Tradition. Eine Vorführung hat uns in großes Erstaunen und herzliches Lachen versetzt.

Im vergangenen Jahr haben wir die Dachsanierung der Schlafhäuser finanziert. Das ist geschehen.
Und wir konnten die renovierten Schlafräume sehen, die wegen der Regenwasserschäden auch in Arbeit genommen werden mussten.

Nachdem das Waisenhaus in den letzten Jahren mancherlei Krisen durchzustehen hatte, macht sich die Heimleitung Gedanken, wie auch in Zukunft der Bestand des Hauses gesichert werden kann. So ist nun geplant, in einem der leerstehenden Schlafhäuser einen Kindergarten in eigener Regie einzurichten. Die Nachfrage nach Kita-Plätzen aus der Umgebung ist groß. Von den eingehenden Kita-Gebühren werden zunächst 3 Erzieher bezahlt. In der Hoffnung auf einen
künftigen Überschuss könnte dann ein Teil der Waisenhaus-Gehälter getragen werden. So hoffen wir mit der Leitung sehr, dass deren Rechnung aufgeht – und wünschen von Herzen einen guten weiteren Weg.

Unser nächster Aufenthalt war in Melka Jebedu.

Immer wieder diese berührende Begrüßung! Wir kommen nicht als Geldgeber, sondern als Freunde, man kann auch sagen – als Familienangehörige. Das spürt man. Im Waisenhaus leben z.Zt. 96 Kinder, davon sind 87 in Patenschaft bei HilfsWaise e.V. Schon vor der Begrüßung war eine gravierende Veränderung auf dem Klostergelände nicht zu übersehen. Deshalb möchte ich davon zuerst berichten. Die meisten von Ihnen werden wissen, dass wir das ganze vergangene Jahr um Spenden geworben haben, um der zerstörerischen Kraft einer nächsten Flutwelle präventive Maßnahmen entgegensetzen zu können. In den letzten zwei

Jahren ist das Kloster 3 x von den Wassermassen betroffen worden. Erstaunlich viele Spender haben unseren Hilferuf gehört. Wir konnten in relativ kurzer Zeit 50.000,- Euro nach Melka Jebedu schicken, so dass noch im Frühjahr 2014 mit der Baumaßnahme begonnen werden konnte. Sie besteht aus drei Bauabschnitten:

  1. Ein Wehr an der Stelle, wo die Flutwelle die Klostermauer von außen her durchbrochen hat. Das Wehr soll die eindringenden Wassermassen beruhigen und einen kontrollierten Durchfluss gewährleisten.
  2. Eine 120 mtr. lange etwa 1,50m hohe Mauer, die 1,25 mtr. in die Erde reicht, soll die Unterkünfte der Kinder, die Küche, das Lebensmittellager und den Speisesaal schützen.
  3. Eine Brücke über die Mauer hinweg sorgt für die Zufahrt zum Kloster, bevor das Wasser über eine Brachfläche das Gelände verlässt.

Ein Jahr lang sind nun viele Arbeiter an diesem Bauwerk tätig gewesen (alles in Handarbeit – Behauen der Felssteine, Beton mischen etc.). Nun gehen die geplanten Arbeiten dem Ende entgegen. Die Nonnen sind sichtbar froh über diese Schutzmaßnahme. Jetzt müssen sie nicht mehr die nächste Flut fürchten.
Mit der Zahlung der noch ausstehenden Restsumme von ca. 22.000,- Euro wäre diese Angelegenheit für uns erledigt. Im Fortgang der Arbeiten ist der Architekt aber zu der Erkenntnis gekommen, dass ein zusätzlicher 4. Bauabschnitt auch das gesamte Schulgelände schützen würde: eine 65 mtr. lange Mauer vom Wehr bis zum Ende des Schulgeländes. Diesen Vorschlag halten wir für sehr sinnvoll. Schließlich ist auch die gesamte Schul- und Kindergartenanlage von I h r e n Spendengeldern finanziert worden. Mit dieser zweiten Mauer kämen weitere 15.500,- Euro auf uns zu. Wir haben dieser zusätzlichen Maßnahme zugestimmt und sind zuversichtlich, von 4 dass wir auch dafür genug Verbündete finden werden. Mit dem 4. Bauabschnitt werden nun also die Arbeiten nahtlos weiter gehen und wahrscheinlich im April fertiggestellt werden können.

Was das Äußere der Baumaßnahme betrifft: Wir hatten befürchtet, dass wir ein monströses Bauwerk zu sehen bekommen, das das gesamte Klosteranwesen entstellt. Aber ganz im Gegenteil, - es sieht schön aus und gibt dem Gesamtbild eine Geschlossenheit. Wir sind sehr froh. Wegen des langen Bauberichtes fasse ich mich im Folgenden etwas kürzer.

Der Zustand des Gartens (das ist ja immer der wunde Punkt) hat uns in freudiges Erstaunen versetzt. Tomaten, Kohl, Zwiebeln und Peperoni wachsen prächtig. Auch neue Obstbäume sind gepflanzt worden. 2 x pro Woche können so viele Tomaten geerntet werden, dass der größte Teil in der Stadt verkauft werden kann. Dieser Erfolgt ist allein den Nonnen zu verdanken, die unermüdlich hacken, jäten, von Hand wässern. Das ist schwere Arbeit. Bei Trockenheit ist die Erde hart wir Beton, nach der Bewässerung wie Kleister. Da diese Arbeit in der Mittagshitze unmöglich ist, soll nun im Garten ein Lampensystem installiert werden, damit abends länger gearbeitet werden kann.

Fast eine Attraktion war es für uns, eine junge Nonne im Garten zu erleben, die ausschließlich dafür abgestellt ist, die Tomatenbeete vor einfliegenden Vögeln zu schützen, die ständig ihren Durst an den Früchten stillen wollen. Die Nonne hält dort ihre Wache mit einer archaischen Waffe – mit einer selbstgefertigten Steinschleuder.

Da HilfsWaise e.V. in Melka Jebedu zwei Lehrergehälter finanziert, haben wir diesmal im Unterricht der betreffenden Lehrer hospitiert, um einen Eindruck von ihrer Arbeit zu bekommen.

Wir sind zufrieden bis begeistert. Zwei Mädchen sind im letzten Jahr mit ihrer Berufsausbildung zur Sekretärin fertig geworden und haben das Heim verlassen. Zwei weitere Mädchen werden in diesem Jahr folgen. 4 Mädchen sind ins Waisenhaus Sebeta umgezogen, weil sie dort das Abitur machen wollen. Die ersten Kinder, die in Melka J. einst aufgenommen wurden, sind also schon flügge geworden. Ich habe sie sehr vermisst.

Die Entwicklung der Kinder ist immer wieder beeindruckend. Den Sinn I h r e r Hilfe und unserer Arbeit sehen wir in jeder Hinsicht bestätigt.

Neben unserem Arbeitsprogramm haben wir aber auch Zeit gefunden, gemeinsame Dinge mit den Kindern zu tun, mit ihnen das tägliche Abendgebet bei der Klosterkirche zu erleben und auch mit den Nonnen ausreichend ins Gespräch zu kommen.

Letzte Station unserer Reise war das Waisenhaus im Mutterkloster Sebeta.

Hier leben z.Zt. 164 Kinder (davon werden 97 Kinder über HilfsWaise e.V. gefördert). Damit ist das Waisenhaus überbelegt. Einer der Gründe dafür ist, dass einige Kinder aus Melka Jebedu nach Sebeta wechseln, um dort die Oberschule zu besuchen oder um ein Studium an der Uni in der Hauptstadt aufzunehmen. Ggf. werden als Ausgleich künftig neu aufgenommene Kinder gleich nach Melka Jebedu verlegt werden müssen.

In diesem Jahr gibt es in Sebeta 7 Studenten, 2 Mädchen besuchen die 12. Klasse, 8 Mädchen besuchen die 11. Klasse und 3 Mädchen besuchen die 10. Klasse. Alle anderen Kinder sind jünger.
Wie in Melka Jebedu finanzieren wir auch hier zwei Lehrergehälter. So habe ich hier ebenfalls bei den betreffenden Lehrern im Unterricht hospitiert, um mir ein Bild zu machen von dem, was wir da eigentlich bezahlen. Soweit ich das als Laie beurteilen kann, - ich habe bei beiden Lehrern einen guten, lebendigen Unterricht erlebt, in dem die Kinder ganz beteiligt waren.

In der klostereigenen Schule sind Schülerzahlen von 60 bis zu 100 Kindern pro Klasse keine Seltenheit. Das ist eine große Herausforderung für die Lehrer. Viele Kinder kommen von außerhalb in diese Schule, weil sie einen guten Ruf hat.

Im letzten Jahr hat die Schule an den Schulmeisterschaften im Mädchenfußball teilgenommen, zu denen sich 50 Mannschaften aus der Region gemeldet hatten. Unsere Mädchen aus Sebeta haben den Siegerpokal gewonnen. Die Schule ist sehr stolz darauf.

Was die klimatischen Verhältnisse in Sebeta betrifft: Es ist eher kühl als heiß.

Das Gartenwasser läuft, - teilweise aus einer nahegelegenen Quelle. Im Garten gibt es also keine Probleme. Die letzte Teff-Ernte war gut. Leider ist die Dreschmaschine kaputt gegangen, so dass diesmal wieder wie vor Jahren mit Ochsen gedroschen werden musste. Aber es heißt, der Maschinenschaden sei reparabel.

Neben Teff konnten auch Tomaten, Kartoffeln, Spinat, Zwiebeln und Karotten geerntet werden. Während der Vormittagsstunden ist es auf dem Klostergelände sehr still. Alle Kinder sind in der Schule oder im Kindergarten, die Nonnen gehen ihrer Arbeit nach.

Nachmittags dagegen ist überall zwischen den Häusern buntes Treiben. Die Kinder spielen, waschen ihre Wäsche, tragen Feuerholz zur Küche, lernen in Grüppchen ..., am Wochenende natürlich auch.
Unsere „Großen“ aus Melka Jebedu, die wegen der Oberschule nach Sebeta gekommen sind, haben sich gut eingelebt. Aber ein bisschen Heimweh nach Melka ist auch dabei.

Die Studenten haben eine Unterkunft bei der Uni und kommen nur an Wochenenden und in den Semesterferien ins Kloster. Sie bekommen alle 3 Monate vom Kloster ein Taschengeld in Höhe von 1.500,- Birr, das sind umgerechnet ca. 65,- Euro. Da Unterkunft und Verpflegung für sie frei sind, kommen sie damit gut zurecht.

Besonders beglückend war der Abschiedsabend mit der versammelten Klostergemeinschaft. Der Speisesaal war übervoll, weil auch viele Nonnen dazugekommen sind. Einige Kinder und Nonnen haben berührende Abschiedsworte gesagt. Wie immer sangen die Kinder auch ein Reiselied.

Von der leitenden Schwester sind uns Grüße und herzliche Dankesworte an HilfsWaise e.V. und ausdrücklich auch an alle Spender und Paten aufgetragen worden. Bitte nehmen Sie dies als wichtige Botschaft entgegen!

Und seien Sie auch im Namen aller Mitglieder von HilfsWaise e.V. herzlich bedankt und gegrüßt!
Bitte bleiben Sie uns weiterhin freundlich gewogen!

Wir sind auf Ihre Hilfe angewiesen.
Ihre

Erdmute Krafft
Vorsitzende HilfsWaise e.V.
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Erdmute Krafft / 07.03.2015



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