Losung

für den 23.10.2019

Du wirst mit deinem Gott zurückkehren. Halte fest an Liebe und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!

Hosea 12,7

Kirchenkreiskarte
Kirchenkreiskarte mehr
Kontakt

Diakonisches Werk im
Evangelischen Kirchenkreis Wied
Rheinstraße 69
56564 Neuwied
Telefon: 02631 / 39 22 0
Fax: 02631 / 39 22 40

mehr
Projekte
mehr
Service

Diakonie Neuwied

Jugendliche sollen runter von der Straße

50 Jahre nach dem Bau des Raiffeisenrings häufen sich dort soziale Probleme

Frau Violetta Borczon ist die Mitarbeiterin des DW im Raiffeisenring Frau Violetta Borczon ist die Mitarbeiterin des DW im Raiffeisenring

Es musste schnell gehen, damals vor 50 Jahren. Die Wirtschaft blühte auf, die Menschen zog es in die Stadt. Nur bezahlbarer Wohnraum fehlte. Hier und da ein Häuschen bauen – das reichte nicht. Es musste etwas Großes her in Neuwied: ein neuer Stadtteil. Der Raiffeisenring war geboren. In Windeseile zog die Stadt mithilfe der damals noch gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft (GSG) und weiterer Partner eine ganze Reihe von Hochhäusern hoch, und wie ein Kranz legten sich Einfamilien- und Reifenhäuser um die Wohnblocks. 1400 Wohneinheiten entstanden auf diese Weise.Was einst als friedliche Arbeitersiedlung gedacht war, ist heute ein sozialer Brennpunkt. Vor allem durch den Zuzug von Spätaussiedlern und Zuwanderern hat sich das Gesicht des Stadtteils nach und nach verändert. 40 Prozent der gut 2200 Bewohner des „inneren Rings“ am Raiffeisenring haben einen Migrationshintergrund, etliche Jugendliche keinen Schulabschluss, daher kaum Perspektiven und zudem nicht selten ein Drogen- oder Gewaltproblem. Genau ihnen ist ein Projekt gewidmet, das das Diakonische Werk seit 2008 durchführt. Noch bis zum 30. September 2011 kümmern sich Diplom-Pädagogin Violetta Borczon und Sozialarbeiterin Stephanie Arbeiter um sogenannte randständige Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren. Lange fehlte ein TreffpunktNach Angaben von Diakonie-Geschäftsführerin Renate Schäning, die das Projekt jetzt dem Jugendhilfeausschuss vorstellte, ist es richtig, die Jugendlichen direkt im Raiffeisenring zu betreuen. Denn: „Ihr Alltag spielt sich vor der Haustür ab.“ Deshalb hatte die Arbeit der beiden Teilzeitkräfte auch genau dort begonnen: auf der Straße. „Aufsuchende Jugendarbeit“ nennt sich das im Fachjargon. Schnell stellte sich heraus, was den jungen Raiffeisenring-Bewohnern fehlt: ein Treffpunkt. Überhaupt: Es ist einfach nichts los im Raiffeisenring, dort, wo sie leben und sich aufhalten. Ein Runder Tisch, der gemeinsam mit dem Josef-Ecker-Stift veranstaltet wurde, hat ein ähnliches Ergebnis. Der Wunsch der älteren Bürger: Die Jugendlichen sollen „weg von der Straße“.Ein paar Schritte in die richtige Richtung sind bereits getan, wie Renate Schäning zu berichten wusste. So gibt es seit Kurzem einen Jugendtreff in der Raiffeisenschule. Montags und mittwochs stehen dort von 17 bis 19 Uhr die Türen offen. Neu ist auch ein Angebot der Mennonitischen Brüdergemeinde an der Ringstraße an jedem Freitag- und Samstagabend.Erste ErfolgeMit großem Erfolg hat die Diakonie auch mehrere Sportveranstaltungen durchgeführt. Daraus hat sich ein offener Sporttreff entwickelt, den es montags ab 15.30 Uhr in der Turnhalle der Raiffeisenschule gibt. Dort können sich die Kinder und Jugendlichen so richtig austoben. Andere Aktionen, Discos, Ferienaktionen sowie eine Mädchengruppe runden das Angebot des Diakonischen Werks ab.Doch was kommt nach dem Ende des gemeinwesenorientierten Projekts im Herbst kommenden Jahres? Das weiß auch Renate Schäning noch nicht. Sie setzt mit ihrem Team auf langfristige Maßnahmen. Ganz oben steht dabei der Erhalt des Jugendraums, den zurzeit die beiden Mitarbeiterinnen betreuen. Auch eine Hausaufgabenhilfe sollte laut Schäning dauerhaft eingerichtet werden. Möglicherweise gibt es auch ein Folgeprojekt, damit am Ende nicht alles nur ein Strohfeuer war und die Jugendlichen dort wieder landen, wo sie keiner haben will: auf der Straße.

RZ Asbach, Linz, Unkel vom Donnerstag, 4. November 2010, Seite 23 (0 Views) Z von Marcelo Peerenboom

 

 

 

 



© 2019, Diakonisches Werk im Evangelischen Kirchenkreis Wied
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung