Losung

für den 21.08.2019

Ich will des HERRN Zorn tragen, denn ich habe wider ihn gesündigt.

Micha 7,9

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Diakonie Neuwied

10 Jahre Verbraucherinsolvenz

Unter dem Motto " 10 Jahre Verbraucherinsolvenz - ein Weg aus den Schulden" veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) in der Woche vom 15. - 19. Juni ihre diesjährige Aktionswoche.

Schuldnerberaterinnen und -berater informieren bundesweit mit vielfältigen Aktionen darüber, wie überschuldete Menschen aus ihren vermeintlich ausweglosen finanziellen Schwierigkeiten herausfinden und endlich wieder ein Leben ohne Schulden führen können.

Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt - der Zunahme von Entlassungen, Kurzarbeit und Niedriglöhnen - ist damit zu rechnen, dass die Zahl der Überschuldeten weiter ansteigen wird.
Das Verbraucherinsolvenzverfahren bietet seit dem 01.01.1999 überschuldeten Privatpersonen die Chance auf einen wirtschaftlichen Neubeginn. Es ist der richtige Weg, um aus der Schuldenfalle herauszufinden, wenn alle anderen Möglichkeiten gescheitert sind.
Von den rund 6,9 Millionen überschuldeter Menschen in Deutschland haben über 500.000 das Verbraucherinsolvenzverfahren in den vergangenen 10 Jahren in Anspruch genommen. Es könnten sogar deutlich mehr sein. Dafür fehlen jedoch zusätzliche Ressourcen bei der Schuldnerberatung und bei den Insolvenzgerichten.

Die Schuldnerberaterinnen und -berater ziehen anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Verbraucherinsolvenzverfahrens Bilanz:

1. Mit dem Verfahren wurde vom Gesetzgeber ein wichtiges Instrument geschaffen, das einen Weg aus der Überschuldungssituation eröffnet. Die Stundung der Verfahrenskosten ermöglicht es, dass auch Überschuldete mit geringem Einkommen die Restschuldbefreiung erlangen können. Für mittellose Schuldner, die weder über pfändbares Einkommen noch Vermögen verfügen, ist das Verfahren aber unnötig kompliziert und deshalb verbesserungswürdig.

2. Die gesetzliche Einbindung von Schuldnerberatungsstellen in das Verfahren hat sich bewährt.
Sie gewährleisten, dass die Schuldner qualifiziert im Entschuldungsprozess begleitet und unterstützt werden und entlasten so die Insolvenzgerichte. Darüber hinaus trägt Schuldnerberatung dazu bei, Arbeitsplätze zu erhalten, Wohnraum zu sichern, Familienprobleme zu lösen – so werden auch die öffentlichen Kassen nachhaltig entlastet.

3. Dem wachsenden Beratungsbedarf können die Schuldnerberatungsstellen aber nicht mehr nachkommen. Für die Schuldner unzumutbare mehrmonatige Wartezeiten sind die Folge, obwohl ein Rechtsanspruch auf die Beratungsleistung besteht. Dies kann kein befriedigender Zustand sein, zumal sich dies zunehmend unseriöse gewerbliche Schuldenregulierer zu nutze machen.
Die derzeitigen gesetzlichen Finanzierungsgrundlagen der Schuldnerberatung sind unzureichend. Der zeitnahe Zugang zu kostenloser Schuldnerberatung muss sichergestellt werden. Hierzu ist das Beratungsangebot so auszubauen, dass 25.000 Einwohnern mindestens ein Schuldnerberater zur Verfügung steht.

4. Bevor das Verbraucherinsolvenzverfahren geschaffen wurde, konnten die Gläubiger mindestens 30 Jahre lang gegen den Schuldner vollstrecken. Das gerichtliche Verfahren ermöglicht es dem Schuldner nun, nach 6 Jahren von seinen Schulden befreit zu werden. Dies hat sich positiv auf die Verhandlungsbereitschaft der Gläubiger ausgewirkt. So ist es heute möglich, wenn der Schuldner ein Zahlungsangebot machen kann, sinnvolle außergerichtliche Lösungen mit den Gläubigern zu erzielen. Damit wird in einigen Fällen ein interessengerechter Ausgleich zwischen Gläubigern und Schuldnern geschaffen. Aufwändige gerichtliche Verfahren lassen sich so vermeiden.

Hier erhalten Sie noch mehr Informationen zur Aktionswoche:
www.aktionswoche-schuldnerberatung.de

 

 

 

 



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