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für den 19.10.2019

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Diakonie Neuwied

Schuldnerberatung macht auf prekäre Beschäftigung aufmerksam

"Arm und überschuldet - trotz Arbeit" so lautet das Motto der diesjährigen Aktionswoche der Schuldnerberatung...

... die vom 15.6. bis zum 19.6.2015 bundesweit stattfindet. Schuldnerberaterin vom Diakonischen Werk im Ev. Kirchenkreis Wied Renate Mertgen macht im Gespräch deutlich, dass prekäre Beschäftigung eine Hauptursache für Überschuldung ist. Prekäre Beschäftigung sind z.B. Minijobs, Zeitarbeit sowie Teilzeitarbeit. Diese Beschäftigungsformen nehmen laut Mertgen neben dem sogenannten Normalarbeitsverhältnis ständig zu und sind mit geringerem Einkommen und schlechteren Berufsperspektiven verbunden. „ Betroffen sind insbesondere Geschiedene mit Kindern, für die hohe Unterhaltsverpflichtungen zu erbringen sind, so dass der Rest nicht fürs Leben reicht, Alleinerziehende, die einen Wiedereinstieg in den Beruf finden müssen oder aufgrund von Kinderbetreuung nicht ganztägig arbeiten gehen können, Familien mit mehreren Kindern, die von einem (geringen) Gehalt leben müssen, Zeitarbeiter sowie Geringqualifizierte.“ Diese Personengruppen sind in der Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes bekannt.

Ca. 300 Haushalte befinden sich insgesamt in der Beratung.
Viele Ratsuchende aus diesem Personenkreis beziehen zu ihrem Einkommen aufstockende Sozialleistungen, da sonst der Mindestbedarf nicht gedeckt ist. Ratsuchende der Schuldnerberatung mit unregelmäßigem oder geringem Einkommen geraten viel schneller in finanzielle Krisen. „Es können keine Rücklagen gebildet werden. Jede plötzliche Reparatur, jedes unvorhergesehen Ereignis stellt vor schier unlösbare Aufgaben.“ berichtet Mertgen aus ihrer Erfahrung.
Insgesamt leben 8 Millionen Menschen in Deutschland mit einem Niedriglohn. Die Niedriglohnschwelle im Jahr 2010 wurde bei 9,15 € brutto pro Stunde oder 1.802 € brutto angesetzt.
Die Aktionswoche fordert: Die Gesellschaft insgesamt muss Lösungen zur Beseitigung dieser Problemlage finden. Eine Forderung ist, dass die Sozialleistungen endlich bedarfsgerecht ausgestattet werden müssen. Eine andere, dass gerade für Familien mit Kindern ist der Mindestlohn mit 8,50 € nicht existenzsichernd.

 

17.06.2015



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