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für den 02.06.2020

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Ich bin evangelisch!


"Ich bin aber reformiert!"  "Und ich bin lutherisch!"  -  Was ist das denn?

Foto: Pixabay Foto: Pixabay

Dieses Zwiegespräch habe ich in den letzten Monaten des Öfteren gehört oder bin nach Erklärungen gefragt worden. Dann kam auch noch der Artikel von Herrn Pfarrer Weber über das Beffchen in den Gemeindebrief und
damit erneute Fragen.
Zuerst die kurze Antwort: evangelisch sind alle! Dann zu den Erklärungen und dem „Wie so?“ Hierzu gehe ich in groben Zügen in die evangelische Kirchengeschichte. Sie beginnt mit der Reformation 1517 durch den katholischen Mönch Doktor Martin Luther. Er wollte keine neue Kirche sondern zusammen gefasst Missstände in der katholischen Kirche wie Ablassgeldforderungen abschaffen und vor allem den Papst nicht als Stellvertreter Gottes anerkennen. Die ersten Proteste wurden von seinen engsten Freunden Philipp Melanchton und Johannes Bugenhagen unterstützt. Die Folge war die Exkommunikation, also der Ausstoß aus seiner Kirche und die Strafverfolgung.
Ihm blieb nichts anderes übrig, als jetzt mit allen Gleichgesinnten eine eigene Kirche zu gründen. Hier beginnt jetzt die Geschichte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Europa und der ganzen Welt. Dabei war für Martin Luther und alle anderen Mitstreiter die neue Buchdruckkunst mit der Möglichkeit von Vervielfältigungen und Verbreitung die größte Hilfe. Das waren dann die Lutheraner!
Die, die nicht in einer neuen lutherischen Gemeinde bleiben und sich weiter reformieren wollten, bildeten dann die Reformierten! Es gibt dann noch eine große Gruppe, die sich heute der großen Gesellschaft genähert hat und von allen Glaubensaussagen große Teile hat, das sind dann die Unierten!
Den großen Glaubensströmungen nach 1517 schlossen sich dann viele Ortspfarrer und auch Landesherren an. Hier galt zum Teil auch das Gesetz „Wes das Land - des der Glaube“.
In der Schweiz waren Calvin, Hus, Zwingli und Andere tätig. Das sind die Calvinisten. Sie sind die Strenggläubigen. Sie legen die Bibel sehr eng aus. Sie lehnen fast alle Liturgien ab. Hier gilt Gebet,  Verkündigung und gegebenenfalls Abendmahl.
Die Reformationszeit war eine Zeit der Glaubenskriege mit Verfolgung durch die katholische Kirche. Es gab eine Gegenreformation durch die nachfolgenden Päpste. Im französischen Raum waren vor allem die Hugenotten betroffen. Sie wanderten zum Teil nach Deutschland, Amerika oder in andere Länder aus. Kaiser Friedrich II. nahm sie bereitwillig als neue Staatsbürger und Steuerzahler auf. Andere Gruppierungen wie Mennoniten und Quäker scharten sich um einen neuen „Stammvater“ mit Bibelhintergrund und wanderten nach Amerika aus. Nach dem 2. Weltkrieg war deren Care-Paketaktion die große Tat für die Hungernden in Deutschland.

Horst Quack


Fortsetzung folgt

 

10.05.2020



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