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für den 02.06.2020

Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN.

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Gedanke zum Tag

© pixabay Bild von Gert Altmann © pixabay Bild von Gert Altmann

Vom Kirchenvater Augustinus (354-430) stammt die weise Erkenntnis „Weniger zu brauchen, ist besser, als mehr zu haben.“

Er bezog das auf materielle Güter. Die ganze export- und konsumgetriebene Wirtschaft zittert gerade vor dieser Einsicht. Menschen, die um ihren Arbeitsplatz fürchten oder in Kurzarbeit sind oder schlimmstenfalls zu denen gehören, die bereits Corona-bedingt ihren Arbeitsplatz verloren haben, halten ihr Geld zusammen. Der Kleiderschrank ist ja eigentlich voll. Das Auto hat ja noch TÜV. Urlaub auf Balkonien kommt viel günstiger. Der Flachsmarkt in Linn ist ebenso abgesagt wie alle Konzerte in der Merkur-Arena.

So ist das bei materiellen Gütern. Man kommt oft mit weniger aus. Manchmal stellt man sogar fest, weniger ist mehr. 

Bei immateriellen Gütern gilt eine andere Logik. Mehr Bildung, mehr Zuhören, mehr Erklären, mehr Kommunikation, mehr Zuwendung, mehr Dankbarkeit, mehr Glaube, mehr Liebe, mehr Hoffnung ist immer besser als weniger. Das ist die schöne Mathematik Gottes: geteilte Freude ist doppelte Freude. Ich hatte das am eigenen Leib erfahren, als ich Auslandsvikar in Frankreich war. Damals nutzte ich freie Zeit, um in den Cevennen wandern zu gehen oder im Meer zu baden. Aber ich war alleine. Später, als ich Pfarrer in der gleichen Gegend wurde, teilte ich alle diese Erlebnisse mit meiner Frau und meinen Kindern. An das, was ich alleine erlebte, kann ich mich kaum erinnern, wunderte mich, wenn ich anhand der Fotos sehe, was ich alles schon einmal gemacht hatte; an das, was ich mit der Familie teilte, erinnere ich mich dagegen sehr genau, weil ich es mit anderen Menschen gemeinsam erleben durfte.

Einige Menschen spüren, wie sich ihre Maßstäbe verschoben haben in den vergangenen Wochen, und erzählen davon, wie diese Erkenntnis sich als bereichernder Nebeneffekt von Corona eingestellt hat. Andere vermissen bitter ihr altes Leben, das sich halt auch sehr über das Materielle definierte und über den Spaß am Konsumieren.

Irgendwann wird dieser Spuk vorbei sein; und ich bin mehr als gespannt, ob sich die Welt, die Weltsicht der Menschen, unser aller Verhalten durch diese Corona-Zeit dann verändert haben wird.

Präses Rekowski schreibt dazu in seinem Pfingstgruß: „Der Wunsch der Kirchenleitung ist, dass uns manche Erfahrungen, die wir in den zurückliegenden Wochen gemacht haben, auch nach dem noch nicht abzusehenden Ende der Corona-Krise erhalten bleiben. Wir denken dabei sowohl an kreative digitale Gottesdienstformate (auch für Kinder), an Kontaktpflege zu Jugendlichen als auch an eine veränderte Gremienarbeit. Beim bewussten Rückblick auf diese Zeit wird uns vielleicht auch klarer, wovon wir uns verabschieden können.“ (Hervorhebung von mir)

In einem neueren Pfingstlied, eines der wenigen im Gesangbuch, das von einer Frau gedichtet wurde, Marie Luise Thurmair, heißt es: „Seht, aus der Nacht Verheißung blüht; / die Hoffnung hebt sich wie ein Lied / und jubelt: Halleluja. (eg 566,2).

 

Ihnen allen eine gesegnete Pfingstwoche!

Ihr Pfarrer Axel Weber

 

Liebe Gemeindeglieder, die Einschränkung auf die eigenen vier Wände und der reduzierte Kontakt auf wenige Personen kann bedrückend und eintönig werden. Wir möchten Euch und Ihnen gerne jeden Tag einen Gedanken oder Impuls zum Nachdenken, zum „dran Erfreuen“ und zum Austausch mitgeben. Jeweils ab spätestens 12.00 Uhr sind die Beiträge auf unserer Webseite abrufbar. Solltet Ihr oder sollten Sie auch einen Gedanken haben, den wir teilen können, kontaktiert/kontaktieren Sie uns gerne!

 

 

Pfarrerin Dorthe Schmücker und Pfarrer Axel Weber

 

 

25.03.2020



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