Tipps und Termine

100 Jahre Frauenwahlrecht in der Kirche

Ein 40-seitiger Atlas informiert über die Entwicklung des Frauenwahlrechtes in den Evangelischen Landeskirchen. Das aktive und passive Wahlrecht für Frauen in der EKiR wurde im November 1919 von der Synode mit 90 : 34 Stimmen beschlossen.


Leiten im Presbyterium

Der Text „Leiten im Presbyterium“ aus dem Gemeinsamen Pastoralkolleg bietet auf 23 Seiten komprimierte Hinweise, die Arbeit in Presbyterien so zu gestalten, dass sie Freude macht und gute Ergebnisse hervorbringt.
 

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Service

EKiR Unter dem Motto "Vielfalt gestalten" setzt sich die Gender- und Gleichstellungsstelle dafür ein, möglichst viele unterschiedliche Perspektiven in die kirchliche Arbeit einzubringen.

Vielfalt gestalten

Die Gender- und Gleichstellungsstelle: für Vielfalt und Gerechtigkeit!

Gerechtigkeit ist ein Kernthema der Kirche und des Glaubens. Geschlechtergerechtigkeit gehört ebenso dazu wie die Wertschätzung und Integration von Vielfalt. Die Evangelische Kirche im Rheinland setzt sich dafür ein, dass die Strukturen und Inhalte der kirchlichen Arbeit allen Menschen gleichermaßen gerecht werden. Die Gender- und Gleichstellungsstelle unterstützt und berät dabei.

Gender – was ist das?

Der Begriff Gender kommt aus dem Englischen und bezeichnet die sozial bzw. gesellschaftlich bestimmten Aspekte des Geschlechts einer Person im Unterschied zum biologischen Geschlecht. Es geht also um das Bewusstmachen z. B. von Rollenzuschreibungen in einer Gesellschaft. Ein Hausmann hört immer noch Fragen wie: Finden Sie keine Arbeit? Eine berufstätige Frau mit drei Kindern sieht sich immer wieder mit dem Vorwurf der Rabenmutter konfrontiert. Diese Klischees sind nur zwei von vielen Beispielen. Gender Mainstreaming will Benachteiligungen entgegenwirken, die durch solche Zuschreibungen für Männer oder Frauen entstehen.

„In Christus ist nicht männlich und weiblich“ (Gal 3,28)

Für die Evangelische Kirche im Rheinland sind biblische Grundaussagen zentral, die allen Menschen die gleiche Würde zuschreiben. So heißt es in der Schöpfungsgeschichte: Gott schuf den Menschen zum Bilde Gottes und schuf sie männlich und weiblich (Gen 1,27). Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit sind zentrale Anliegen des Glaubens und eine zeitgemäße Fortschreibung biblischer Gebote.

Geschlechtergerechtigkeit ist doch längst (nicht) selbstverständlich!

So wie bei allen Entscheidungen auf Wirtschaftlichkeit oder auf Nachhaltigkeit geachtet werden sollte, so müsste es auch selbstverständlich sein, auf Geschlechtergerechtigkeit zu achten. Leider ist das noch nicht so.

Zahlen sprechen hier eine klare Sprache, wie der erste Gleichstellungsatlas der EKD zeigt. Auch für die Evangelische Kirche im Rheinland liegen interessante aktuelle geschlechtsspezifische Statistiken vor, z.B. der Gleichstellungsatlas 2018.

Aber auch theologisch-inhaltlich ist der Weg hin zu einer geschlechtergerechten Kirche noch weit. Obwohl das Gottesdienstbuch mit Nachdruck empfiehlt, den Reichtum der biblischen Rede von Gott auch bei den Gottesnamen in der Liturgie anklingen zu lassen, sind in den meisten Kirchen noch ausschließlich die Gottesnamen „Herr“ und „Vater“ im Gebrauch.
 

Alle müssen gendern – wir sagen Ihnen wie

Gleichstellungsbeauftragte unterstützen die Leitungsgremien dabei, Benachteiligungen abzubauen und die Kirche für Männer und Frauen in gleicher Weise attraktiv zu machen. Die Kirche von morgen ist modern und vielfältig, legt sich nicht auf einengende Rollenbilder fest und ist Vorreiterin in Sachen Gerechtigkeit.

Die Gender- und Gleichstellungsstelle der Evangelischen Kirche im Rheinland ist eine Stabsstelle auf kirchenleitender Ebene mit Zuordnung zum Vizepräsidenten und hat auch für Sie Ideen und Materialien, Veranstaltungen und Fortbildungen, die Sie und Ihren Fachausschuss, Ihre Gemeinde, Ihren Kirchenkreis anregt auf dem Weg der Gerechtigkeit hin zu Gottes Reich (EG 675) einen Schritt weiter zu gehen.

Die Landessynode gibt den Kurs vor

Die Landessynode hat die Gender- und Gleichstellungsstelle damit beauftragt, Leitungsgremien in ihrer Verantwortung für mehr Geschlechtergerechtigkeit zu beraten und zu unterstützen. Sie soll strukturelle und individuelle Diskriminierungen aufdecken und überwinden helfen – oder von vornherein verhindern. Das geht am besten, wenn die Vielfalt von weiblichen und männlichen Rollen und Lebensentwürfen in den Blick kommt. Denn sowohl die Gruppe der Frauen als auch die der Männer weist jeweils in sich eine hohe Heterogenität aus. Väter leben anders als Männer ohne Kinder, die Zeitbudgets von berufstätigen Frauen sind anders als die von Rentnerinnen, Akademikerinnen in Lohn und Brot bewegen andere Themen als Hartz-IV-Empfängerinnen. Diese Vielfalt – die sich noch beliebig erweitern ließe auf Frauen und Männer mit und ohne Behinderung, mit und ohne Migrationshintergrund, mit unterschiedlicher sexueller Orientierung usw. – ist ein Reichtum für unsere Kirche, und so muss das Ziel ein gerechtes Miteinander von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen in all ihrer Verschiedenartigkeit sein. Denn jeder Mensch ist ein wertvolles Geschöpf Gottes, die Bibel spricht von Gottebenbildlichkeit.

Elisabeth Selbert, eine der Mütter unseres Grundgesetzes, hat es 1949 so formuliert: „Es ist ein grundlegender Irrtum, bei der Gleichberechtigung von Gleichheit auszugehen. Die Gleichberechtigung baut auf der Gleichwertigkeit auf, die Andersartigkeit anerkennt.“


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16.10.2015



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