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für den 10.12.2019

Der HERR sprach zu Mose: Das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, soll des HERRN Werk sehen.

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Essen -September 2008

Studienfahrt zur Ostsee

Hier 3 Bilder. Fotoalbum kommt in wenigen Tagen... :-)

Lupe

Am Samstag, den 27. September 2008 begann die Studienfahrt. Wegen der Hauptbahnhof-Sanierung trafen sich die Studienfahrtteilnehmer am Bahnhof Essen-West. Sie kamen aus der verschiedenen Gegend von Essen und sammelten sich dort. Der Luxusbus vom Reisebüro „MISIR“ kam und die Leute stiegen ein. Dann fuhr der Bus zuerst nach Duisburg, wo die anderen Studienfahrtteilnehmenden aus verschiedenen Orten am Hauptbahnhof warteten. Der Bus unter der Führung von Busfahrerin Doris fuhr in direkter Richtung zur Ostsee los.
Die Reisegruppe bestand aus 38 gehörlosen, schwerhörigen, ertaubten und hörenden Personen. Bei den Führungen war das Ehepaar Emler als Gebärdendolmetscher/in immer einsatzbereit.
Auf der Fahrt zur Ostsee machten wir 3 mal Rastpausen. Unterwegs sind wir 2 mal in Stau geraten. In Hamburg haben wir einen Stau umfahren. Doch hatten alle Fahrgäste fröhliche Unterhaltung im Bus! Nach ruhiger Weiterfahrt auf der Autobahn erreichten wir nachmittags den Ort Timmendorfer Strand und unser  Hotel „Timmendorfer Hof“. Nach körperlicher Erfrischung bzw. Umziehen hatten wir als Abendessen ein 5-Gang-Menü („Candlelight Dinner“). Nach dem gemütlichen Abendessen haben einige Teilnehmer einen abendlichen Spaziergang gemacht.
Am Sonntag, dem zweiten Tag, war morgens das Wetter nebelig und später veränderlich teils bewölkt und teils sonnig. Nach dem Frühstück mit gutem Büfett machten einige Teilnehmer einen kurzen Spaziergang am Meer.
Dann sind alle eingestiegen und der Bus fuhr zur Holsteinischen Schweiz ab, wo der Ort Malente liegt. Malente hat die einzige Glasbläserei in Norddeutschland! Wir haben begeisternd gesehen, wie und was der Glasbläser mit seinen Händen sehr künstlerisch macht. In handwerklicher Arbeit zeigte man uns, wie flüssiges Glas aus einem Schmelzofen zu kunstvollen Glasgegenständen, z.B. Vasen, Schalen, Krügen und vieles mehr geformt, geblasen und gezogen werden kann. In der Glasgalerie stehen viele schöne handwerkliche Arbeiten, die natürlich gekauft werden können.
Nach der Glasgalerie-Besichtigung fuhren wir weiter nach Plön, zum Schiffsanleger in der „Fegetasche“ . Bis zur Abfahrt des Schiffes hatten wir einen kleinen Imbiss im Bus gegessen und gingen kurz spazieren. Danach machten wir eine Seenrundfahrt mit dem niedrigen, flachen und weißen Schiff „schippern-eten-drinken“. So hatten wir eine 5-Seen-Fahrt über Edebergsee, Höftsee, Behlersee, Langensee und Dieksee bis zum Anleger Gremsmühlen, und später zurück. Während der Schifffahrt haben wir Kaffee getrunken und leckeren Kuchen gegessen. Auf „unhoher“ See genossen wir die stille Schönheit dieser wald- und hügelreichen, mit hundert sanften Farben gezeichneten Wasserlandschaft.
Nach der ruhigen Seefahrt kehrten wir nach Timmendorfer Strand zum Hotel zurück, und hatten freie Zeit vor dem Abendessen.
Nach dem guten Abendessen konnte jeder machen was er wollte z.B. Karten spielen, Fernsehen sehen und unterhalten.
An dem dritten, kalten Tag fuhren wir nach dem Frühstück mit dem Bus ab in Richtung zur mittelalterlichen 7-türmiger Hansestadt. Das ist also Lübeck! Das Wetter ist teils bewölkt und teils sonnig und später schön. Dort kamen zwei Stadtführer. Unsere Reisegruppe wurde aufgeteilt. Beide haben uns über die hansestädtische Entwicklungsgeschichte berichtet, ihre Erzählungen waren unbeschreiblich!

 

 

Lupe

In Lübeck, einst >Königin der Hanse<, wurde erstmalig der gotische Baustil mit heimischen Baustoffen realisiert.
Wir gingen erst zum Holstentor. Das Holstentor ist das Wahrzeichen von Lübeck und war im Jahr 1477 baufertig. Beide Türme des Holstentors sind schief.
Dann gingen wir zu malerischem Markt mit dem Rathaus von Jahr 1230 und seinem prächtigen Schaugiebel. Der Stadtführer erzählte von dem Gebäude mit dem Turm auf dem Markt. Im Mittelalter stand der Bürgermeister dort und sprach laut und verurteilte öffentlich den Straftäter z.B. Mörder, Dieb, Ungläubiger etc. zur Todes -und Verliesstrafe. Da sahen und hörten die ganzen Leute ringsherum auf dem Markt.
Weiter gingen wir zur Marienkirche, die drittgrößte Kirche von Deutschland ist, und war von Jahr 1250 bis Jahr 1350 erbaut. Diese Kirche besitzt ein fast 40 m hohes Mittelschiff, das höchste Backsteingewölbe der Welt. In diesem Raum sind die mittelalterlichen Malereien restauriert. Im Jahr 1942 war die Marienkirche ausgebrannt und zum Teil zerstört. Die beim Brand herabgestürzten Reste der großen Glocken bleiben bis heute als Mahnmal liegen. Die Marienkirche zeigt zwei interessanten Dinge: eine große astronomische Uhr und eine große astrologische Tierkreis-Uhr!
Noch weiter gingen wir zum Buddenbrookhaus, das von 1841 bis 1891 im Besitz von Familie Mann war. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es neu aufgebaut. Damals saß der berühmte Dichter des 20. Jahrhunderts Thomas Mann in diesem Haus. Heute stehen viele Bücher im Raum zum Lesen oder zum Besichtigen.
Nach der Mittagspause trafen wir uns an dem für sein Marzipan berühmten Café Niederegger. Wir gingen in die erste Etage in das Café. Die Kellnerinnen boten uns Marzipankuchen und auch Marzipankaffee! Beides schmeckte lecker und köstlich. Wir bekamen jeder ein kleines und schön eingepacktes Quadratpäckchen als Andenken. Darin sind vier roten Herzen in Marzipan.

 

 

Lupe

Später stiegen wir in die zweite Etage und schauten uns das Marzipan-Museum an, das Fotobilder, viele plastische, historische und lebensgroße Figuren in Marzipan und schriftliche Texte zeigt!
Eine Museumsführerin erzählte uns die geschichtliche Entstehung und die Verarbeitung des Marzipans. Ein Videofilm zeigte uns die Marzipanverarbeitung von Anfang bis zur Fertigung.
Eine Auszubildende, junge Frau zeigte uns, wie sie rohes Marzipan zu schönen Formen z.B. Rose, Blätter, Schmuckverzierung für Kuchentorte etc. knetete oder baute.
Im Erdgeschoss verkauft und bietet Niederegger eine Vielfalt von Süßigkeiten in Marzipan in verschiedenen Formen.
Um viertel vor fünf nachmittags fuhren nach Timmendorfer Strand zum Hotel mit Bus zurück. Nach dem guten Abendessen hatte jeder abendliche Freizeit.
Am vierten Tag war das Wetter dunkel bewölkt. Nach dem Frühstück um 9 Uhr fuhren wir mit Bus nach Kiel los.
Der Regen war in Kiel da! Am Hafen unter dem Parkhaus in Kiel trafen wir den jungen Stadtführer Björn. Er  begrüßte uns herzlich und führte uns erst zum Hauptbahnhof Kiel. Vor paaren Jahren wurde dieser Bahnhof toll umgebaut. Björn erzählte von der schönen Aussicht wenn man mit dem Auge direkt vom Hauptbahnhof über den Hafen, „Die Hörn“ zum Meer blickt! Am Hafen liegt der Salzgehalt tief auf dem Meerwassergrund und der neutrale Geschmack ist oben im Meerwasser! Darin schwimmen auch die kleinen und großen Fische unter dem Meerwasser am Hafen.
Wir gingen unter dem Regen über die Seehafen-Brücke zum Gebäude am Norwegen-Kai. Dort sahen wir das riesige norwegische Fährschiff „ColorLine“. Seine Größe ist 330 m lang, 60 m breit und 55 m hoch. Es hat 1000 Betten
und auch Luxus in den Räumen. Im Hafen sahen  wir eine große liegende Schiffschraube von 38.000 kg von der Queen Mary I.
Später haben wir mit dem Bus den Yachthafen, Marine-Hafen und seine militärische Werft, eine Werft für U-Boote, einen russischen Eisbrecher, das Meeresforschungszentrum und einige Landesregierungsgebäude gesehen.
Björn zeigte Fotobilder von der schönen Alt-Stadt Kiel vor der Zeit des zweiten Weltkriegs. Im Krieg fielen 500.000 Bomben und die Alt-Stadt wurde verwüstet. Nach dem Krieg wurde die Stadt Kiel neu aufgebaut. Im Verlauf bis heute ist das Stadtbild Kiel völlig verändert und die Altbauten sind zu kaum oder verschwunden.
Nun fuhren wir weiter zum Nord- und Ostsee-Kanal bei zwei großen Schleusen. Das ist die Landesgrenze zwischen Holstein und Schleswig! Also überquerten wir den Kanal mit der kleinen Schifffähre „Adler 1“ Gleichzeitig fuhr der leere Bus „MISIR“ über die große und moderne Hochbrücke zum Land Schleswig, wo er zu uns am kleinen Kanalanleger abholte. Wir sahen viele Frachtenschiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Pro Tag sind ca. 120 Schiffe auf dem Kanal, wie Björn sagte!
Plötzlich informierte uns die stolze Busfahrerin Doris, dass ihr 7-jähriger Luxusbus die Fahrlänge von 500.000 km schon erreicht hatte. Gleich gab sie 1 Schnaps für uns alle aus.
Nach kurzer Zeit kehrten wir zur Stadt Kiel zurück, wo der Bus wie vorher parkte. Björn verabschiedete uns herzlich. Dann hatten wir freie Zeit
z.B. Einkaufen, Spazieren oder etwas Imbiss zu essen.
Nach anderthalb Stunden fuhren wir nach Timmendorfer Strand zum Hotel mit Bus zurück. Nach dem guten Abendessen hatte jeder abendliche Freizeit. Wie immer.
An dem fünften, nasskalten Tag war das Wetter teils bewölkt und teils morgensonnig. Nach dem Frühstück um 9 Uhr fuhren wir mit Bus in Richtung Schwerin los.
Auf dem Parkplatz in Schwerin kam die Stadtführerin Brigitte in schöner typischer Tracht mit einer Haube auf dem Kopf. Sie führte uns und zeigte das älteste Fachwerkhaus auf dem Schlachtermarkt, an dem die Gemüse-/Obst- und Metzgerläden und die kulturellen Läden liegen. Auf diesem Markt plätschert ein schöner Wasserbrunnen mit Motiven eines mecklenburgischen Volkslieds. Dann gingen wir am Schweriner Rathaus vorbei und betraten den Dom, eine neugotische Backsteinkirche. Die Inneneinrichtung besticht durch ihre farbigen Glasfenster und das reich verzierte Chorgestühl. Der Dom in Schwerin ist das Hauptwerk der Backsteingotik und das einzige Baudenkmal aus dem Mittelalter.
Plötzlich regnete es viel und wir gingen schnell zurück zum Bus. Nun fuhr der Bus ab und Brigitte erzählte und zeigte uns die Besonderheiten von Schwerin. während der Busfahrt.
Am Schweriner Schloss im prasselnden Regen endete die Rundfahrt. Wir machten eine Pause mit kleinem Imbiss und Trinken.
Während der Pause haben sich Ehepaar Emler und Doris überlegt, wohin wir noch fahren wollen?
Zur Hansestadt Wismar, die die zweitgrößte Handels- und Hafenstadt Mecklenburg-Vorpommerns ist. Ohne Stadtführung spazierten wir zu Fuß irgendwo durch die Einkaufsstadt. Dort haben wir das bekannte Gasthaus „Alter Schwede“ besucht. Neben dem Rathaus steht ein breiter Putzbau mit Walmdach, der Gewölbekeller und Gerichtslaube aus dem 14. Jahrhundert war. Danach fuhren wir nach Timmendorfer Strand zum Hotel mit Bus zurück.
Nach dem guten Abendessen machten wir die Abschiedsfeier unserer Studienreise. Die schwerhörige Frau Babara hat mit guten Gebärden für die sehr gute Führung von Ehepaar Emler und für die gute Busfahrerin Doris bedankt. Die drei haben schöne Geschenke überreicht bekommen und sich gefreut und herzlich dafür bedankt.
Am sechsten und letzten Tag war das Wetter kalt und unbeständig. Nach dem guten Frühstück verabschiedeten wir uns vom gut gepflegten Hotel „Timmendorfer Hof“. Mit dem Bus reisten wir dann ab. Nach langer Fahrt auf Autobahn und nach 3 maligen Rastpausen kamen alle gut und gesund nach Hause.
Zum Schlusswort waren wir mit der Studienreise zufrieden. Wir haben mit unseren Augen viele interessante Dinge im Raum der Holsteinischen Schweiz und an der Ostsee gesehen und den kulturellen Bereich kennen gelernt. Dann bis nächstes mal…!
Reiseberichtverfasser: Rainer Marmann

 

 



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