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EKIR.DE/GLOBALISIERUNG

Glossar zum Thema Globalisierung

Zusammengestellt von H.-J. Klaar

Absolute Armut
bezeichnet die Situation, in der Menschen leben, die mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen müssen. Davon sind zurzeit 1,2 Mrd. Menschen betroffen.

Accra 2004
„Accra“ bezeichnet die Vollversammlung des Reformierten Weltbundes, die alle sieben Jahre stattfindet in Accra/Ghana. Die Reformierten Kirchen waren durch den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) vertreten.

Agenda 21
1992 beschlossen 178 Länder auf der ersten grossen UN-Weltkonferenz in Rio de Janeiro die „Agenda 21“ („was zu tun ist“ im 21. Jahrhundert) einen Handlungsplan, der durch die nachhaltige Entwicklung als Vision für das 21. Jahrhundert entwickelt wurde. Das Agenda-21 Dokument beinhaltet unter anderem die Verpflichtung, Menschen verstärkt in die Entscheidungsfindung über nachhaltige Strategien einzubinden.

Agrarabkommen
Das Agrarabkommen fordert von allen Mitgliedern der Welthandelsorganisation, ihre Märkte für Agrarprodukte zu öffnen, also Subventionen und Zölle abzubauen.

AKP-Staaten
AKP ist eine Abkürzung für Afrika, Karibik und Pazifik und bezeichnet 77 Länder in dieser Region. Mit diesen Ländern hat die EU das Lomé-Abkommen abgeschlossen, das in erster Linie auf einem System von Zollpräferenzen basiert, mit denen diesen Ländern der Zugang zum EU-Markt erleichtert werden soll.

Ankerländer sind diejenigen Schwellenländer, die in ihrer Region eine zentrale ökonomische und politische Bedeutung spielen (z.B. Ägypten, Brasilien, China, Indien, Indonesien).

Anleihe
Schuldverschreibung, Obligation i.d.R. zur langfristigen Schuldaufnahme am in- und ausländischen Kapitalmarkt; meist mit fester Zinsrate.

Armutsbekämpfung ist erklärtes Ziel der internationalen Staatengemeinschaft. Diese hat sich in verschiedenen Konferenzen dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2015 die Zahl der in absoluter Armut lebenden Menschen zu reduzieren.

Attac ist die französische Abkürzung für „Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der BürgerInnen“ Sie der grösste Zusammenschluss von Globalisierungskritikern. In mehr als 30 Ländern haben sich Menschen und Organisationen dem Bündnis angeschlossen. Attac richtet sich gegen die soziale Ungleichheit und gegen eine Globalisierung, die sich nur an Wirtschaftsinteressen orientiert. Eine der Hauptforderungen von Attac ist die Einführung der Tobinsteuer. Mit Bildungsveranstaltungen und öffentlichen Aktionen weist Attac auf die Folgen der Globalisierung für die armen Staaten und die Umwelt hin.

Bekenntnis
Glaubensbekenntnis als Zusammenfassung des christlichen Glaubens in Form klassischer Bekenntnisse seit dem dritten Jahrhundert wie auch zeitgenössischer, situationsbezogener Bekenntnisse. In Accra nicht als Lehrbekenntnis, sondern als „Akt des Bekennens und der Treue gegenüber dem Bund Gottes„ und „Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit“ verstanden.

BIP (Bruttoinlandsprodukt)
Das BIP gibt an, wie viel Waren und Dienstleistungen eine Nation in einem bestimmten Zeitraum „Produziert“, und ist damit eine der wichtigsten ökonomischen Kennzahlen.

Bretton Woods Institutionen
Zu den Bretton Woods Institutionen gehören der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbankgruppe. Der IWF ist eine Sonderorganisation der UNO mit Sitz in Washington D.C. Zu seinen Aufgaben gehören die Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, die Ausweitung des Welthandels, die Stabilisierung von Wechselkursen, Kreditvergabe, die Überwachung der Geldpolitik sowie technische Hilfe. Die Weltbankgruppe - ebenfalls Sonderorganisation der UNO mit Sitz in Washington D.C. - umfasst fünf Organisationen: die International Bank for Reconstruction and Development, die Internationale Entwicklungsorganisation, die Internationale Finanz-Corporation, die Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur und das Internationale Zentrum für die Beilegung von Investitionsschwierigkeiten.

Deregulierung bezeichnet die Beseitigung von staatlichen rechtlichen Regulierungen, öffentlichen Bestimmungen und andere Formen staatlicher Einflussnahmen auf den privaten Sektor.

Dritte Welt
Ursprünglich wurden unter dem Begriff „Dritte Welt“ jene Länder subsumiert, die positiv verstanden, einen „Dritten Weg“ neben Kapitalismus und Kommunismus einschlagen wollten. Inzwischen meint er umgangssprachlich alle Entwicklungsländer. Zu ihnen gehören die meisten Länder der südlichen Halbkugel und ein Teil der ehemaligen Ostblockländer.

Dumping bezeichnet den Export von Produkten zu Preisen, die künstlich (etwa durch Subventionen) reduziert werden und unterhalb der Produktionskosten liegen.

Empowerment
Grundlegendes Ziel von „Empowerment“ ist es, das eigene Entwicklungspotential von Menschen zu mobilisieren. Spezielle Strategien und Massnahmen sollen zu einem stärker selbst bestimmten Leben führen. Eine besondere Ausrichtung erhielt das Konzept im Jahr 1995 auf der 4. Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen in Peking. Hier standen die Machtgleichstellung der Frau und die Stärkung ihrer Selbstkompetenz im Mittelpunkt der Diskussionen und Beschlüsse

Entwicklungsrunde, auch Doha Runde
Die 2001 gestartete Verhandlungsrunde der WTO wird häufig nach dem Tagungsort der ersten Konferenz im Golfstaat Katar benannt. Die Interessen der Entwicklungsländer sollen im Mittelpunkt stehen, daher auch Entwicklungsrunde.

Erd-Charta stellt eine Deklaration grundlegender ethischer Prinzipien für eine nachhaltige Entwicklung im globalen Massstab dar und soll als völkerrechtlich verbindlicher Vertrag von der internationalen Staatengemeinschaft ratifiziert werden.

Erlassjahr ist eine Forderung des christlichen Teils der Anti-Globalisierungsbewe-gung Sie bezieht sich auf die biblische Weisung, den Armen in regelmässigen Abständen ihre Schulden zu erlassen.

Ethische Geldanlagen sind Geldanlagen im Kredit- oder Kapitalmarkt, die zusätzlich zu den klassischen Anlagekriterien Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit soziale, ökologische und entwicklungspolitische Kriterien berücksichtigen (durch „positiv-fördernde“ oder „negativ-asuschliessende“ Kriterien. Ziel ist, die Verfügbarkeit von Kapital nach ethischen Kriterien zu beeinflussen. Instrumente sind ethische Fonds, aber auch das Rating von Unternehmen.

Freie Exportzonen
In den mehr als 2.000 Freien Exportzonen in etwa 70 Entwicklungs- und Schwellenländern produzieren Unternehmen für den Export. Freie Exportzonen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Unternehmen steuerliche und finanzielle Vergünstigungen gewähren. Häufig werden jedoch grundlegende Arbeitsrechte ausser Kraft gesetzt. Häufig arbeiten auf der Basis von Lohndiskriminierung in Freien Exportzonen überdurchschnittlich viele Frauen.

G7 / G8 Gruppe der sieben führenden Industriestaaten Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Japan Kanada, USA (G7) und Russland (G8), deren Vertreter seit 1975 jährlich zum „Weltwirtschaftsgipfel“ zusammenkommen. Im Kern geht es bei den Treffen der G-7-Staaten um wirtschaftliche und währungspolitische Fragen zur Lage der Weltwirtschaft, wie z.B. Energiepolitik, Auslandsverschuldung, Arbeitslosigkeit, internationaler Drogen- und Waffenhandel. Hierzu halten die Teilnehmer die Beratungsergebnisse jeweils in einer Abschlusserklärung fest, die u.a. Leitlinien für die Wirtschafts- und Geldpolitik der G-/-Länder enthält. Die G8-Länder vereinigen ca. 50% des Welthandels und des Weltbruttosozialproduktes auf sich.

G77
Die Gruppe der 77 wurde 1964 von 77 Entwicklungsländern mit der Unterschreibung der „Gemeinsamen Deklaration der 77 Staaten“ gegründet anlässlich der ersten Sitzung der UNSTAD (United Nations Conference on Trade and Development) in Genf. Zurzeit besteht die Gruppe der 77 aus 133 Ländern, und ist somit die grösste Dritte-Welt-Organisation, welche die gemeinsamen wirtschaftlichen Anliegen der Entwicklungsländer im UN-System vorträgt und die ökonomische (ECDC) und technische (TCDC) zwischen den Ländern fördert.

GATS
General Agreement on Trade in Service, Allgemeines Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen. Es umfasst eine vielfältige Liste von Bereichen, beispielsweise Gesundheit, Bildung, Wasser und Telekommunikation, die liberalisiert und privatisiert werden sollen.

GATT
General Agreement on Tarifs and Trade, Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen. Es regelt seit 1947 den weltweiten Handel mit Gütern und wurde 1995 bei ihrer Gründung in die WTO überführt. Zum GATT gehören die NAMA-Regelungen und das Agrarabkommen.

Global Governance ist ein Konzept, das die Globalisierung vom neoliberalen Ziel wegführen möchte, zu einer weltumspannenden Regierungspolitik. In Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen sollen zwischen verschiedenen Ländern Abkommen geschlossen werden, die unabhängig sind von den zentralen Institutionen wie dem Internationalen Währungsfonds und der Weltgesundheitsorganisation. Global Governance hat nicht das Ziel, eine zentrale Weltregierung zu fordern.

Globale Öffentliche Güter
Nach ökonomischer Definition zeichnen sich Öffentliche Güter generell dadurch aus, dass

a. niemand von deren Nutzen ausgeschlossen werden kann und Eigentumsrechte schwer zu bestimmen sind   und dass 
 b. der Konsum eines Gutes durch Nutzer 1 nicht den Konsum durch Nutzer 2 beeinträchtigt („Nicht-Rivalität“). Zu nationalen Öffentlichen Gütern zählen beispielsweise die Landesverteidigung, Verkehrsinfrastruktur oder Abwasser- und Abfallbeseitigung. Vor dem Hintergrund der grenzüberschreitenden Folgen der Globalisierung und der globalen Privatisierungsprozesse wird die Debatte über öffentliche Güter jedoch zunehmend auf Globale Öffentliche Güter (GPG) ausgedehnt. GPD werden als Güter bezeichnet, deren Nutzen allen Ländern, Menschen und Generationen zugute kommt.

Globalisierung ist ein schlagwortartiger Begriff für die Richtung des Zusammenwachsens der Welt. Unterschiedliche Definitionen prägen die Bedeutung: Ist die freie Marktwirtschaft das Ziel, der Neoliberalismus - oder ist es der weltweite Kulturaustausch mittels Medien wie dem Internet?

Global Players
Trans- und multinational agierende, das heiß nicht mehr an die Wirtschaftsentwicklung eines Landes gebundene Unternehmen. Sie bilden das Rückgrat der marktorientierten Globalisierung und prägen den Weltmarkt.

Grameen-Bank ist ein vom Ökonomen M. Yunnus 8Nobelpreis 2006!) in Bangladesh 1974 gegründetes Kreditinstitut, das, durch die soziale Kontrolle von zehn untereinander haftenden Frauen, Mikrokredite an arme Menschen, zu 98 Prozent Frauen, in Bangladesh vergibt, um so die Armut der Bevölkerung zu bekämpfen.

Handelshemmnisse
Tarifäre und nichttarifäre: Regulierungen, die Märkte und Handelsströme steuern. Tarifäre Handelshemmnisse sind Zölle. Alle übrigen Handels hemmende Massnahmen sind nicht tarifär. Dazu zählen Einfuhrquoten für Produkte und Subventionen sowie Vorschriften in der Sozial-, Umwelt- und Gesundheitspolitik.

Hedge-Fonds sind spezielle Formen von Investmentfonds, die im Gegensatz zu traditionellen Investment-Produkten (Aktien-Fonds oder Anleihe-Fonds) auch zahlreiche andere Formen von Finanzinstrumenten abdecken, u.a. Derivate. Hedge-Fonds zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sehr hohes Investitionsvolumen spekulativ eingesetzt wird.

HIPC II
Heavily Indepted Poor Countries, „Kölner Schuldeninitiative“. Die „Kölner Schuldeninitiative“ sieht eine deutliche Erweiterung der HIPC I-Initiative von 1996 vor (HIPC II). Die G-7-Regierungen haben beim Weltwirtschaftsgipfel in Köln im Juni 1999 beschlossen, die Belastbarkeitsgrenze der Länder für die Rückzahlung ihrer Schulden an die Weltbank und den IWF weiter zu senken. Angestossen wurde auch eine Reform der Bedingungen für Schuldenerlasse. Die Bindung von Erlassen an die Durchführung von Armutsbekämpfungsprogrammen und die Einbeziehung weiter Teile der Zivilgesellschaft in die Formulierung dieser Programme berühren zentrale Schwächen der bisherigen Strukturanpassungsprogramme. Entwicklungsländer, die sich für die HIPC-Initiative qualifizieren, müssen eine nationale Armutsbekämpfungsstrategie (PRSP) nachweisen sowie die durch die Entschuldung freigewordenen Mittel zweckgebunden für wirtschaftliche und soziale Reformen und Armutsbekämpfung einsetzen.

IFF
International Finance Facility. Die IFF ist eine zeitliche begrenzte Fazilität, mit der über die Anleihen privates Kapital für die Armutsbekämpfung mobilisiert werden soll.

ILO
International Labour Office, Internationale Arbeitsorganisation, UN Sonderorganisation in Genf, zuständig für die Entwicklung von Vorschlägen für die weltweite Verbesserung der Arbeitsbedingungen, darunter die Vereinbarung und Überwachung international gültiger Mindeststandards in den Arbeitsbeziehungen (Löhne, Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, Gewerkschaftsfreiheit etc.).

Imperium: In der Schlusserklärung des RWB aus Accra wird unter dem Begriff Imperium „die Konzentration wirtschaftlicher, kultureller, politischer und militärischer Macht zu einem Herrschaftssystem unter der Führung mächtiger Nationen, die ihre eigenen Interessen schützen und verteidigen wollen“ verstanden. Diese Sichtweise wird auch im AGAPE-Dokument aufgenommen und mit Bezug auf Röm 8,31-39 die Hoffnung formuliert: „Keine Macht und kein Herrscher eines Imperiums kann die Gemeinschaften des Geistes von Gottes Liebe (agape) trennen.“

Informelle Tätigkeiten
Als informelle Tätigkeiten gelten Arbeiten ohne formelle Arbeitsverträge, sozialstaatliche Sicherheit und oft mit niedrigem Organisationsgrad und niedriger Produktivität von Klein- und Kleinstunternehmer und –innen. In Entwicklungsländern bilden informelle Tätigkeiten oft mehr als die Hälfte aller Arbeitenden.

IWF
Internationaler Währungsfonds. Der Internationale Währungsfonds wurde 1944 gegründet, um Staaten bei akuten Zahlungsschwierigkeiten kurzfristig aus der Not zu helfen. Inzwischen haben fast alle Staaten Anteile am Internationalen Währungsfonds. Bei allen wichtigen Entscheidungen ist jedoch zu beachten, dass sich die Stimmrechte am Anteil der jeweiligen Staaten an den Einlagen orientieren.

KEK
Konferenz Europäischer Kirchen. KEK ist eine Gemeinschaft von 126 orthodoxen, protestantischen und alt-katholischen Kirchen sowie 43 assoziierten Organisationen aus allen Ländern des europäischen Kontinents. Die KEK wurde 1959 gegründet und hat Büros in Genf, Brüssel und Strassburg. Die KEK-Kommission „Kirche und Gesellschaft“, mit Büros in Brüssel und Strassburg, untersucht soziale und wirtschaftliche Fragen sowie Themen zum Umweltschutz in einer europäischen Dimension.

Kernarbeitsnormen
Mit der „Erklärung der ILO über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit und ihre Folgemassnahmen“ (1998) wurden unter dem Sammelbegriff „Kernarbeitsnormen“ verstanden: Koalitionsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Verbot der Zwangs- und Kinderarbeit und Verbot von Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf.

Konvention über biologische Vielfalt
Das internationale Übereinkommen über Biodiversität wurde 1992 von 157 Staaten unterzeichnet und 1993 rechtskräftig. Ziele der Konvention sind die Erhaltung der Biodiversität, deren nachhaltige Nutzung sowie die gerechte Verteilung von Gewinnen, die sich aus der Nutzung genetischer Ressourcen ergeben.

Kyoto-Prtotokoll
1997 in der japanischen Stadt Kyoto verabschiedetes internationales Zusatzabkommen zur Klima-Rahmenkonvetion der UNO. Es schreibt verbindliche Ziele für die Verringerung des Ausstosses von so genannten Treibhausgasen fest, die als Auslöser der globalen Erwärmung gelten. Nachdem Russland das Abkommen im Oktober 2004 unterzeichnete, trat es am 16. Februar 2005 in Kraft.

LCDs
Least Developed Countries. Die Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder umfasst derzeit 50 Staaten. Als Abgrenzungskriterium für die Einstufung als LCD werden das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf der Bevölkerung, ein Index der ökonomischen Diversifizierung (u.a. der Anteil der Industrie am BIP), ein Index der physischen Lebensqualität (u.a. Lebenserwartung) sowie die Einwohnerzahl herangezogen.

Liberalisierung
Ziel der Liberalisierung ist es, Handelshemmnisse abzubauen. Damit geraten auch Regeln zum Schutz der Umwelt oder Sozialstandards unter Druck.

Londoner Club
Rund 1.000 Gläubigerbanken haben sich im „Londoner Club“ informell zusammengeschlossen und regeln bei Zahlungsschwierigkeiten die Umschuldung von privaten Forderungen. Auch hier gibt es keine festen Regeln und keine Ansprüche der Schuldner auf Erlasse. Ein Lenkungsausschuss der Banken führt die Verhandlungen. In der Regel müssen die Zinsen vollständig beglichen werden. Nur die eigentliche Kreditsumme kann umgeschuldet werden. Für eine Verlängerung der Rückzahlungszeiträume nehmen die Banken in der Regel einen Zinssatz, der über dem aktuellen Marktzins liegt, sowie eine Bearbeitungsgebühr.

Marktwirtschaft ist eine Organisationsform der arbeitsteiligen Wirtschaft, bei der sich verschiedene Marktteilnehmer aus eigenem Interesse zu Märkten zusammenfinden, um dort ihre jeweiligen Güter auszutauschen. Die Preisfindung soll dabei mehr oder weniger frei sein.

Mehr-Ebenenpolitik
Ein Ansatz, der sich mit zentralen Veränderungen der Politik im Zuge der Globalisierung beschäftigt und dabei das Zusammenwirken und die enge Verzahnung von lokaler, nationaler und internationaler Ebene analysiert und politisch beantwortet.

Milleniums(entwicklungs)ziele - Millenium Development Goals (MDGs)
Im Jahr 2000 einigte sich die Staatengemeinschaft auf dem UNO-Milleniumsgipfel auf acht Ziele, die bis zum Jahr 2015 umgesetzt werden sollen; Grundschulbildung für alle gewährleisten; Gleichstellung von Frauen fördern und Frauen stärker ermächtigen; Kindersterblichkeitsrate senken; Gesundheit von Müttern verbessern; HIV/Aids, Malaria und andere Seuchen bekämpfen; eine ökologische nachhaltige Entwicklung gewährleisten; eine globale Partnerschaft für Entwicklung fördern.

Mikrokredit ist die Bezeichnung für Geschäftskredite von meist unter 1.000 Euro an Kleingewerbetreibende, überwiegend in Entwicklungs- sowie in den Transformationsländern. Die Kredite werden in der Regel von darauf spezialisierten Finanzdienstleistern meist mit entwicklungsfördernder Intention vergeben. Weltweit werden die Mikrokredite, z.B. von der UN unterstützt, die das Jahr 2005 zum Jahr der Mikrokredite erklärte. Schätzungsweise benötigen 400 bis 500 Millionen Menschen diese Mikrokredite.

Millenium+5-Gipfel
Der Millenium+5-Gipfel ist die erste Zwischenbilanz der Milleniumsziele im September 2005. Im Vorfeld zeichnet sich ab, dass es zwar Fortschritte bei der Erreichung der Ziele gibt, es aber noch des massiven politischen Willens und der Anstrengungen der Weltgemeinschaft bedarf, um die Milleniumsziele bis 2015 umfassend und regional ausgewogen umzusetzen.

Monterrey-Konsens
Auf der internationalen UNO-Konferenz für Entwicklungsfinanzierung, die 2002 in Monterrey/Mexiko stattfand, wurde ein multilateraler Konsens über eine breit gefasste entwicklungspolitische Agenda erzielt. Diese umfasst die Bereiche: Mobilisierung nationaler finanzieller Ressourcen; Mobilisierung internationaler Ressourcen; ausländische Direktinvestitionen und andere private Zuflüsse; internationaler Handel als Motor für wirtschaftliche Entwicklung; Steigerung der internationalen finanziellen und technischen Zusammenarbeit; externe Verschuldung; systematische Fragen; Verbesserung der Kohärenz und Konsistenz des internationalen Finanz- und Handelssystems.

Moratorium
Das Aussetzen von Schuldendienstzahlungen für einen festgesetzten Zeitraum. Das Moratorium kann sich sowohl auf Zinszahlungen als auch auf Tilgungen beziehen. Ausgesetzte Schuldendienstzahlungen müssen in der Regel zu einem späteren Zeitpunkt zurückgezahlt werden.

Multis ist die saloppe Abkürzung für transnationale Konzerne wie beispielsweise Shell oder Daimler Chrysler.

Nachhaltigkeit ist die deutsche Übersetzung für „sustainable development“ und wird definiert als eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. Der Begriff bezieht sich auf ökologisches, sozialverträgliches und wirtschaftliches Handeln.

NAMA
Non-Agriculture Market Access, Marktzugang für nichtagrarische Güter. Ziel dieser Verhandlungen ist es, dass alle Länder ihre Zölle für die Einfuhr von Industrieprodukten abbauen. Auch Forst- und Fischereiprodukte sind teil der NAMA-Verhandlungen.

Nationalismus bezeichnet die Loyalität und die Hingabe an eine - meist die eigene - Nation. Dabei wird diese Nation und ihre Kultur oft überhöht und idealisiert über alle anderen Nationen erhoben.

Neoliberalismus ist die Wirtschaftstheorie, nach der ein möglichst freier Markt zu Wohlstand führt, während staatliche Eingriffe wie Mindestlöhne oder Höchstpreise den volkswirtschaftlichen Wohlstand mildern.

New Economy ist die Chiffre für den modernen Kapitalismus, der auf dem Internet, der zunehmenden Finanzierung von Firmen über die Börsen sowie der Deregulierung basiert.

NGO
Non Governmental Organization ist die englische Übersetzung für Nichtregierungsorganisationen (NRO). Zu den autonomen NGOs gehören u.a. die Kirchen, die politischen Stiftungen sowie private Träger von Entwicklungshilfe. NGOs werden häufig durch öffentliche Mittel unterstützt, allerdings übersteigen die eigenen Leistungen der NGOs die öffentlichen Zuschüsse um etwa das 2,5-fache.

OECD
Organisation for Economic Cooperation and Development. Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Sie wurde 1961 zur Koordinierung der Wirtschaftspolitik ihrer Mitgliedsstaaten gegründet. Darüber hinaus ist sie u.a. in den Gebieten des Handels, des Kapitalverkehrs und der Entwicklungspolitik tätig. Mitglieder der OECD sind zurzeit 30 Industrie- und Schwellenländer, darunter die EU-Staaten, die Türkei, Australien, Japan, Südkorea, Neuseeland und Nordamerika.

Offshore-Finanzzentren (OFC) haben durch die Globalisierung erheblich an Bedeutung gewonnen. Aufgrund der Kombination von tiefen Steuern und striktem Bankgeheimnis, sowie fehlender Kontrolle und Transparenz, ziehen sie insbesondere hochspekulative Anlagefonds an (s. Hedge-Fonds). Die damit verbundene Problematik erläutert das internationale Forum für Finanzstabilität wie folgt: „Das Fehlen angemessener Regeln und die Nicht-Beachtung internationaler Standards und effektiver Aufsicht in den OFC stellt ein ständiges Gefahrenpotential für das internationale Finanzsystem dar. Denn schon wegen der Masse des in OFC angelegten und umgesetzten Kapitals steigt die Ansteckungsgefahr im Falle von Krisen. Die Intransparenz hat OFC zu bedeutsamen „Waschanlagen“ von Geld mit kriminellem Hintergrund gemacht. Ausserdem funktionieren diese als „Steuerparadiese“ und unterminieren damit die Steuerbasis von Nationalstaaten“.

Oikocredit ist eine international tätige Kreditgenossenschaft mit Hauptsitz in Amersfort/Niederlande, die vom Ökumenischen Rat der Kirchen initiiert wurde. Ziel von Oikocredit ist Entwicklungsförderung durch Kreditvergabe an Genossenschaften und Unternehmen benachteiligter Menschen in Entwicklungsländern sowie Mobilisierung von kirchlichen und privatem Kapital für solche Projekte.

Ordungspolitik bezeichnet im weiteren Sinne staatliche Massnahmen der Wirtschaftspolitik, die der Aufrechterhaltung und der Regelung der inneren und äusseren Ordnung, der (Rechts-)Sicherheit und des Wirtschaftslebens dienen.

ÖRK
Ökumenischer Rat der Kirchen. Der 1948 gegründete Ökumenische Rat der Kirchen ist ein Zusammenschluss von rund 400 Millionen Christen, vertreten durch mehr als 340 Kirchen, Denominationen und Gemeinschaften in 120 Ländern und Gebieten in der ganzen Welt.

Pariser Club bezeichnet ein internationales Gläubigergremium, das sich mit Fragen der Umschuldung und des Schuldenerlasses beschäftigt. Der Club vermittelt zwischen Geberländern und den Ländern, die Probleme mit der Rückzahlung von öffentlichen Krediten oder Entwicklungshilfedarlehen haben.

Privatisierung gehört zu den neoliberalen Rezepten, mit denen die Ausgaben und die Verschuldung des Staates gesenkt sowie die Effizienz der bis dahin öffentlichen Einrichtungen gesteigert werden sollen.

Protektionismus bezeichnet das Bestreben einzelner Länder oder Regionen, ihre Märkte etwa durch Zölle oder bestimmte Auflagen (Mindeststandards) vor ausländischer Konkurrenz zu schützen.

Resolution 1325
UNO-Resolution, die im Oktober 2000 vom Sicherheitsrat verabschiedet wurde. Die Resolution 1325 fordert die Mitgliedsstaaten auf, Frauen stärker und auf allen institutionellen Ebenen bei der Verhütung, Bewältigung und Beilegung von Konflikten und Kriegen einzubinden. Hintergrund ist die Tatsache, dass Frauen durch geschlechtsspezifische Gewaltanwendungen und Menschenrechtsverletzungen Opfer in Konflikten und Kriegen werden, da Vergewaltigung und Zwangsprostitution zunehmend als Waffe eingesetzt werden. Frauen sind jedoch nicht nur Opfer, sie spielen auch eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Beilegung von Konflikten sowie bei der Friedenskonsolidierung.

Rio-Prozess
Die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (United Conference on Environment and Development, UNCED) 1992 in Rio de Janeiro mit 179 Ländern markiert eine der bedeutendsten umwelt- und entwicklungspolitischen Weichendstellungen der vergangenen Jahrzehnte. Die Konferenz, auf der „nachhaltige Entwicklung“ zum internationalen Leitbild erklärt wurde, resultierte in einer Reihe wichtiger Vereinbarungen: der Rio-Erklärung mit den Rio-Prinzipien, dem globalen Aktionsprogramm „Agenda 21“, den Konventionen zum Klimaschutz, zum Erhalt der Biodiversität und zur Desertifikationsbekämpfung sowie den Waldprinzipien.

RWB
Reformierter Weltbund. Der Reformierte Weltbund ist eine Gemeinschaft von 75 Millionen reformierter Christinnen und Christen aus 215 Kirchen in 107 Ländern. Seine Mitgliedschaft besteht aus kongregationalistischen, presbyterianischen, reformierten und unierten Kirchen, die ihre Wurzeln in der von Johannes Calvin, John Knox und anderen angeführten Reformation des 16. Jahrhunderts haben. Der RWB unterhält ein Sekretariat in Genf.

SAP
Strukturanpassungsprogramm. Mit dem „Strukturanpassungsprogramm“ wird ein Bündel wirtschaftspolitischer Massnahmen bezeichnet, die die Länder der Dritten Welt und Osteuropas im Gegenzug für Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank seit Beginn der 80er Jahre durchführen. Die Durchführung von Strukturanpassungsprogrammen ist darüber hinaus auch die Voraussetzung für einen Schuldenerlass im Rahmen der HIPC-Initiative. Die haushalts-, finanz-, handels- und arbeitsmarktpolitischen Vorgaben (sog. Konditionalitäten) der Programme stellen weitreichende Eingriffe in die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Strukturen der Kredit nehmenden Länder dar.

Schattenglobalisierung meint jene Prozesse, die sich auf der Schattenseite der Globalisierung abspielen: Armut, Hunger, Krankheiten, Kriege.

Schwellenländer sind zurzeit rund 30 Entwicklungsländer, die „auf der Schwelle“ zum Industrieland stehen. Sie weisen meist starken ökonomischen Fortschritt auf. Zu ihnen gehören Brasilien, Mexiko, Singapore und Korea.

Schuldendienst
Jährliche Zahlungen an Tilgung und Zinsen der aufgenommenen Kredite.

SEK
Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund. Der SEK ist der Zusammenschluss von 26 evangelischen Kirchen (darunter 24 reformierte Kantonalkirchen sowie die Evangelisch-methodistische Kirche in der Schweiz und die Église évangélique libre de Genève). Damit repräsentiert der SEK gemäss Volkszählung von 2000 rund 2,4 Millionen Protestantinnen und Protestanten.

SILIC
Severely Indepted Low Income Countries, Gruppe von 27 (Stand 2003) hochverschuldeten Ländern mit niedrigem Einkommen laut Definition der Weltbank. Dazu zählen Länder mit einem Bruttonationaleinkommen pro Kopf von weiniger als 736 US-Dollar deren Barwert des Schuldendienstes 220 Prozent der Exporterlöse oder 80 Prozent des Bruttonationaleinkommens übersteigt.

SIMIC
Severely Indepted Middle Income Countries, Gruppe von 19 (Stand 2003) hoch verschuldeten Ländern mit mittlerem Einkommen laut Definition der Weltbank. Dazu zählen Länder mit einem Bruttonationaleinkommen pro Kopf zwischen 736 und 9.075 US-Dollar, deren Barwert des Schuldendienstes 220 Prozent der Exporterlöse oder 80 Prozent des Bruttoinlandseinkommens übersteigt.

Singapore-Themen
Auf der WTO-Ministerkonferenz 1996 in Singapore drängten die Industrieländer zu Verhandlungen von neuen Themen mit dem Ziel zusätzlicher WTO-Abkommen. Die neuen Themen sind Investitionen, Wettbewerb, öffentliches Beschaffungswesen und administrative Handelserleichterungen. Im Juli 2004 wurde entschieden, dass nur letztgenanntes Thema in der laufenden Runde verhandelt wird.

Steuerparadiese nennt man Staaten, die nur geringe oder keine Steuern auf Kapitaleinlagen erheben. Daher sind sie Zufluchten für Reiche, die ihr Geld im eigenen Land nicht versteuern wollen. Zu ihnen gehören unter anderem Liechtenstein und Monaco, das westafrikanische Liberia und die Inselstaaten Nauru und Vanuatu.

Strukturanpassungsprogramme
Wirtschaftsreformen, die der IWF Entwicklungsländern für bestimmte Kredite verschreibt. Dazu gehören die Privatisierung staatlicher Betriebe wie Telefongesellschaften, die Abschaffung von Subventionen und die Öffnung der Kapitalmärkte.

Subsidiarität ist eine politische und gesellschaftliche Maxime, die Entscheidungen auf die niedrigste mögliche Ebene verlagert wissen will. Subsidiarität (Unterstützung) meint eine Zuständigkeitsvermutung der kleineren Einheit gegenüber grösseren, soweit die kleinere in der Lage ist, das Problem selbstständig zu lösen.

Tigerstaaten
Einige Staaten Asiens wuchsen in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts sehr schnell und aggressiv von Schwellenländern zu Industriestaaten.

Tobin-Spahn-Steuer, benannt nach dem US-Ökonomen und Nobelpreisträger James Tobin. Danach sollen alle Devisengeschäfte (Kapitalbewegungen und Transaktionen) an den Börsen mit einer Abgabe von 0,1 Prozent belegt werden. Die Devisentransaktionssteuer nach dem zweistufigen Spahn-Modell führt bei regulären Wechselkursgewinnen bei einem sehr niedrigen Steuerfuss aufgrund des hohen Volumens von Kapital, das eine Anlage sucht, zu einem erheblichen Steueraufkommen, das zur Finanzierung der Armutsbekämpfung eingesetzt werden kann. Das Innovative am Spahn-Modell ist im Gegensatz zur Tobin-Steuer, dass die über einem festgesetzten Normalkurs liegenden Spekulationsgewinne mit einem deutlich höheren Steuerfuss abgeschöpft werden als unterhalb des Normalkurses. Damit werden vor allem spekulative Attacken in grossem Umfang unrentabel. Die Steuer soll Spekulanten abschrecken und die Börsen sowie die Wechselkurse stabilisieren. Die Erlöse könnten die negativen Auswirkungen der Globalisierung mindern.

TRIPS
Trade-related Aspects of Intellectual Property Rights, WTO-Abkommn vom 15. Dezember 1993 zum Schutz handelsbezogener Rechte an geistigem Eigentum. Es umfasst beispielsweise Bestimmungen zum Schutz von patenten, Copyrights und Handelsmarken.

Umschuldung
Instrument, das die Schuldendienstzahlungen neu regelt. Eine Umschuldung kann mittels einer blossen Streckung der Zahlungen auf einen längeren Zeitraum als dem ursprünglich vereinbarten erfolgen oder aber in Verbindung mit einer partiellen Schuldenumwandlung ausgesprochen werden.

UNCTAD
United Nations Conference on Trade and Development. Die Welthandels- und Entwicklungskonferenz wurde 1964 als Organ der UNO-Generalversammlung zur Förderung von Handel und Entwicklung eingerichtet. Sie ist zuständig für die Formulierung einer Entwicklungsstrategie der Vereinten Nationen und für die Förderung der Handelsbeziehungen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.

UNDP
United Nations Development Program, Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen. Koordinierung aller UN-Hilfsprogramme. Arbeitsschwerpunkte sind die Armutsbekämpfung, die Regenerierung der Umwelt, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Gleichstellung der Frau.

UNFPA
United Nations Population Fund, Fonds für bevölkerungspolitische Massnahmen, Unterorganisation der UNDP. Zuständig für die Formulierung, Durchführung und Auswertung bevölkerungspolitischer Massnahmen.

UNIDO
United Nations Industrial Development Organisation. UN-Organisation für industrielle Entwicklung. Hauptziel ist die Förderung und Beschleunigung des industriellen Wachstums in den Entwicklungsländern und die Koordinierung der UN-Tätigkeiten auf diesem Gebiet.

UNIFEM
United Nations Development fund for Women. Der Entwicklungsfonds der UNO für Frauen wurde 1975 auf der Weltfrauenkonferenz vereinbart. UNIFEM wurde 1985 als eigenständige UNO-Organisation mit Hauptsitz in New York eingerichtet. Vorrangiges Ziel von UNIFEM ist die Gleichberechtigung der Frauen speziell in Entwicklungsländern.

UNO
United Nations Organisation, Vereinte Nationen. 1945 als Nachfolgeorganisation des Völkerbundes von 49 Siegerstaaten des Zweiten Weltkriegs gegründet. Heute stellen die Entwicklungsländer den weitaus grössten Anteil der derzeit 189 Mitglieder (alle Staaten mit Ausnahme der Westsahara, Taiwan und Vatikanstadt). Ziel der UNO sind u.a. die Erhaltung eines dauerhaften Friedens in der Welt und die Lösung internationaler Probleme. Entscheidendes Gremium ist der Sicherheitsrat mit 15 Mitgliedern. Dessen ständige Mitglieder sind die USA, Grossbritannien, Frankreich, Russland und China. Diese Länder können mit ihrem Vetorecht Mehrheitsentscheidungen verhindern.

Vertrag von Amsterdam
Er wurde von den EU-Staats- und Regierungschefs am 16./17. Juni 1997 verabschiedet und am 2.Oktober 1997 unterzeichnet und trat am 1. Mai 1999 in Kraft. Dieser Vertrag ergänzt den Vertrag von Maastricht und sollte die Eu auch nach der Osterweiterung handlungsfähig machen.

Weltbank
Die „Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung“, kurz Weltbank genannt, wurde zusammen mit dem IWF 1944 gegründet. Ähnlich wie beim IWF müssen Anteile erworben werden, um dann ein Mehrfaches dieser Anteile als Kredit anfordern zu können. Auch die Stimmrechte sind ähnlich verteilt wie beim IWF. Ein Land kann nur dann Mitglied der Weltbank werden, wenn es auch Mitglied des IWF ist. Die Weltbank ist mittlerweile für viele Entwicklungsländer der mit Abstand grösste Geldgeber.

WSF
Weltsozialforum. Angesichts der voranschreitenden Verschlechterung der Lebensbedingungen in vielen Ländern trafen sich im Januar 2004 zum vierten Mal soziale Bewegungen, NGOs und Gewerkschaften aus aller Welt zum Weltsozialforum in Mumbai (Indien). Das Forum versteht sich als Gegenveranstaltung zu dem zeitgleich im Schweizer Davos tagenden Weltwirtschaftsforum. Die Teilnehmer des WSF eint die Ablehnung einer neoliberalen Weltwirtschaftsordnung; sie diskutieren ökonomische Alternativen und entwickeln Projekte.

WTO
World Trade Organisation, Welthandelsorganisation. In der 1995 gegründeten WTO werden globale Handelsabkommen mit dem Ziel der Liberalisierung des Welthandels vereinbart und überwacht. Wichtige WTO-Abkommen sind GATT, GATS TRIPS und das Agrarabkommen. Die WTO hat 149 Mitglieder, davon sind mehr als zwei Drittel Entwicklungsländer. Sie hat ihren Sitz in Genf.

Zusammengestellt von H.-J. Klaar
E-Mail: j.klaar@t-online.de

(Korrekturen und Ergänzungen sind jederzeit willkommen!)

 

23.1.2007



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