Kontakt

Evangelische Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung
Graf-Recke-Straße 209a
(Eingang Altdorferstr.)
40237 Düsseldorf
Telefon 0211 / 36 10 300
Fax 0211 / 36 10 309
E-Mail: beratung.hauptstelle@ekir.de

mehr
Team

Das Team der Ev. Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung.

mehr
Beratung
Beratung mehr
Wichtige Links

Hier finden Sie unsere wichtigsten Partner-Projekte und empfehlenswerte Webseiten mit weiteren Informationen.

mehr
Service

Lebendige Jahrestagung

„Etwas Besseres als den Tod findest Du überall – Prävention und Begleitung von suizidalen Krisen“

115 Beratungsfachkräfte waren der Einladung gefolgt und lernten zuerst Aktuelles über Suizidalität aus medizinischer Sicht.

Prof. Dr. Joachim Cordes: Weltweit unterschiedliches Auftreten, komplexe Ursachenzusammenhänge, Therapiemöglichkeiten und Präventionsprogramme. Die Suizidraten gehen zurück, wenn es Präventionsprogramme für Risikogruppen gibt, wenn die psychiatrische Versorgung leicht zugänglich ist, wenn der Zugang zu Suizidmitteln erschwert ist (z.B. Waffen, bestimmte Medikamente) und wenn die Arbeitslosigkeit gering ist. Allerdings sind Ältere, besonders Männer, stärker gefährdet als Jüngere und Frauen. Hier enden suizidale Handlungen in höherem Anteil tödlich. Unter den Kranken sind besonders Menschen mit Schizophrenie, Sucht oder Depression gefährdet. Soziale Netzwerke verringern das Risiko. Auch innerpsychische Aspekte kamen zur Sprache.

Die Solinger Superintendentin Dr. Ilka Werner referierte über Notfallseelsorge-Momente, lebensmüde Männer in der Bibel, kirchliche Standpunkte: Das Leben ist ein Geschenk, aber keine Pflicht. Lebensmüde Menschen brauchen Mitmenschen, die zuhören und nicht werten. Betroffene Angehörige brauchen Akzeptanz und Hilfe. XXX Dazu gibt es auch eine Handreichung der Landeskirche.

In fünf Workshops konnten Aspekte vertieft werden: Was bieten Angehörigen-Gruppen für Hinterbliebene? Wie können Trauernde und Beratungskräfte mit Schuldthemen umgehen? Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen: Wie konkret sind die Suizidgedanken, wie können Eltern oder Vertrauenspersonen helfen, was kann gut tun und wo gibt es Schutz, wenn es ganz dringend ist?

Essstörungen sind ebenfalls ein Hilferuf, wenn auch nicht unbedingt mit akuter Suizidalität verknüpft. Wie können BeraterInnen helfen oder Hilfe vermitteln? In einer weiteren Gruppe ging es um den seltenen Fall – viel häufiger ist die Angst davor – dass tatsächlich KlientInnen sich suizidieren. Wie kann ein Beratungsteam sich dann verhalten?

Am Abend gab es anlässlich der Verabschiedung von Hauptstellenleiter Pfarrer Edwin Jabs viel Gelegenheit zu Geselligkeit und Tanz! Positive Energien und spürbare Lebensfreude für alle Beteiligten.

So gestärkt ging es am zweiten Tag mit dem ernsten Thema weiter. Der Psychotherapeut und Ausbilder Dr. Wolfgang Dorrmann zeigte in einem packenden Vortrag auf, wie Berater und Beraterinnen sich auch immer wieder mit eigenen Gefühlen, Erfahrungen und Haltungen zum Thema Sterbenwollen und Suizidalität beschäftigen sollten. Dazu gab es sogleich Murmelgruppen-Phasen mit Gelegenheit zum Nachdenken und Austausch. In einem faszinierenden Lehr-Video zeigte der Referent schließlich eine fiktive, aber sehr glaubwürdige Therapiestunde mit einer äußerst lebensmüden „Klientin“ (sehr echt dargestellt), die vom Therapeuten Dr. Dorrmann in ganz kleinen und sehr kompetenten Schritten angeleitet wurde, wie sie die nächsten Tage doch noch weiterleben könnte. Soviel Haltung, Methodenkompetenz und Gelegenheit zur Selbstreflektion war für viele noch einmal anregend, das eigene beraterische Handeln zu erweitern.

Den Abschluss bildete der vorgezogene Verabschiedungsgottesdienst für Edwin Jabs. Es war ein sehr persönlicher, musikalischer und feierlicher Gottesdienst, der seine langjährige Arbeit würdigte und in die Zukunft wies.

 

01.04.2020



© 2020, Ev. Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung