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Über das Haus der Stille

Das Haus der Stille ist das Einkehr- und Meditationszentrum der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Kalender

Auf dem Weg zu größerer Lebendigkeit
20032

Rengsdorf: Haus der Stille
Kraft schöpfen in Gottes Schöpfung
20432

Rengsdorf: Haus der Stille

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

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Haus der Stille, Melsbacher Hohl 5, 56579 Rengsdorf
Telefon 02634 - 92 05 10
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Losung für den 04.08.2020

Ich will den HERRN loben in den Versammlungen. Psalm 26,12

Wie ist es nun, Brüder und Schwestern? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung! 1.Korinther 14,26

Service

Haus der Stille

Geistlicher Impuls von Hermann Kotthaus: Der wunderbare Sinn der Unruhe

Was stellen Sie sich eigentlich unter Stille vor? Abwesenheit von Lärm? Was passiert, wenn es still wird? Sehnen Sie sich danach? Hören oder machen Sie Geräusche, gerade wenn es still zu werden droht? Jede/r hat eigene Erfahrungen damit. Meine ist: Wenn es äußerlich still ist, heißt das nicht, dass es in mir still wird. Wenn die ablenkenden Geräusche nicht mehr da sind, wird es gerade laut in mir.

Foto: Anna Siggelkow Foto: Anna Siggelkow

Ich bin keine Maschine, die ich auf Knopfdruck abstellen kann. Zum Stillwerden brauche ich Zeit.

1. Sinn von Stille: Wahrnehmen, was mit mir jetzt los ist

Ich spüre, wie ich da sitze oder liege. Zwackt oder zwickt etwas? Wie geht der Atem? Wie fühlt sich der Rücken, fühlt sich die Schulter an? Es kann alles sehr widersprüchlich sein. Ich habe mich z.B. auf Stille gefreut. Dann ist es endlich soweit und ich spüre, wie verkrampft ich bin. Es kann auch mitunter beängstigend sein nur mit mir allein. Natürlich heißt es: Ich bin vor Gott allein. Bloß wo ist er? Wie ist er heute drauf? Kann ich ihm unter die Augen treten? Um mich wahrzunehmen in der Gegenwart Gottes, hilft der Liedanfang: Gott ist gegenwärtig.

2. Sinn von Stille: Dasein

Ich übe in der Stille, vor Gott da zu sein, wie ich bin; nicht wie ich mich gerne haben möchte. Es gibt Erwartungen von dem, was in der Stille zu passieren hat. Gott soll reden. Ein Problem soll gelöst werden. Mir soll es besser gehen nach der Stille, Gedanken sollen sich ordnen usw. Dann grummelt der Magen; es melden sich leibliche Bedürfnisse; Gedanken rasen von hier nach da; alles Mögliche fällt mir ein. Ich spüre einen Widerspruch zwischen dem, wie ich mir vorgestellt habe, was Stille sein könnte oder sein sollte und dem, was jetzt ist. Das erzeugt Frust. Ich sage mir dann: Unruhe darf aber nicht sein. So kannst du doch nicht vor Gott treten. Alles in uns schweige… Die Unruhe muss weg, und ich gerate in einen schlimmen Kreislauf: Ich konzentriere mich auf die Beseitigung der Unruhe. Doch je mehr ich sie beseitigen will, desto unruhiger werde ich. Ich entdecke dann: Die Unruhe darf sein. Die äußere Unruhe kann ich bis zu einem bestimmten Grad abstellen. Die innere Unruhe kann ich nur wahrnehmen und zulassen. Ich schaue, was passiert.

Stille hat viel mit lassen zu tun. Dich, Gott, wirken lassen. Loslassen. Gott ist da, wie die Sonne da ist und scheint, egal wie ich mich fühle. Stille heißt nicht einfach abschalten, sondern mich in die Sonne der Liebe Gottes legen (EG 165,4) und wahrnehmen, ohne dass von außen etwas dazwischen kommt. In jedem Menschen steckt die Sehnsucht nach Stille und Ruhe. Die bahnt sich den Weg durch das Gestrüpp. Darum: Alles zulassen; sich erlauben so da zu sein; sich selbst spüren.

3. Sinn von Stille: Alleinsein mit Gott

Ist das schön? Im Kopf weiß ich: Gott ist unser himmlischer Vater. Er tut uns Gutes. Darum kann das Alleinsein mit ihm nur gut sein. Wenn ich sage, ich habe Jesus lieb, dann kann doch das Zusammensein mit ihm in der Stille nur schön sein, wie die Gemeinschaft mit einem geliebten Menschen schön ist.

Aber mit Gott kann es auch so gehen wie in einer Ehe oder ählichen Partnerschaft). Wir sind beidelange unter Menschen gewesen oder haben uns einige Zeit nicht gesehen und sind dann auf einmal zu zweit allein. Wir sitzen da und wissen nicht so richtig was miteinander anzufangen. Wir sind k.o. und müde. Die eigenen Launen und die des anderen Menschen brechen hervor und werden durch nichts mehr verdeckt. Das innige Vertrautsein fehlt plötzlich. Das kann ich mit Gott auch erleben. Im Alleinsein erfahre ich, dass auch er für mich einige ‚Untugenden‘ hat. Jedenfalls ist Gott nicht so ohne weiteres ein Partner nach meinem Geschmack. Denn ich nehme mir etwa Zeit, werde still und möchte mit ihm ins Gespräch kommen – und Gott schweigt. Oder Gott redet, wenn es mir gar nicht passt. Oder redet dazwischen. Alleinsein mit Gott ist gar nicht so leicht. In der Stille kann die Frage aufbrechen, ganz elementar und auch durchaus quälend: Wo ist Gott denn? Ich kann beten und reden und hören so viel, wie ich will – und er schweigt. Ich nehme nichts von ihm wahr. Meine fromme Weisheit kommt an ihr Ende. Ich zweifle: Ist er überhaupt da? Es ist nicht zu erwarten, dass ich Gott im wörtlichen Sinn zu sehen, zu hören und zu begreifen bekomme, auch wenn ich mich noch so sehr danach sehne. Wir Menschen sind beschränkt und können mit unseren Sinnen von Gott nur wahrnehmen, was er wirkt, nicht wer oder was er ist.

4. Sinn von Stille: Wirkungen der Gegenwart Gottes spüren

Alles Lebendige wächst. Ich auch. In der Stille kann ich dem nachspüren, wie ich gewachsen bin und noch wachse. Das ist ähnlich schwierig wie einen Stundenzeiger auf der Armbanduhr bei seiner Bewegung zu beobachten. Es gibt eine Bewegung der Uhr und es gibt Wachstum in meinem Leben. Je unruhiger ein Mensch ist, desto schwerer fällt es ihm/ihr, langsame Bewegungen wahrzunehmen. In der Stille kann ich mir den Luxus leisten und und schauen, ob der Uhrzeiger sich wirklich bewegt. In der Stille zählt nicht, was ich mache, sondern was mir geschieht.

5. Praktische Hinweise: das hilft, still zu werden

  • Drei kleine Sätze, mehrfach hintereinander aufgesagt: Gott ist da – Gott sagt ja – Gott steht bei. Diese kann man auch mit dem Atem verbinden oder beim Gehen mit den Schritten. Sie helfen in der Gegenwart zu sein.
  • Sich eine eigene ‚Liturgie‘ aufstellen, mit der man die persönliche Stille einleitet
  • Sich eine bestimmte wiederkehrende Zeit festlegen und einen besonderen Ort (etwa mit Kerze, Bild, Kissen, Gebetsbänkchen etc.) so gestalten, dass man sich darauf freut, dort zu sein
  • Wartezeiten zur stillen Besinnung nutzen (an der Ampel, an der Kasse etc.) und hinspüren: So bin ich jetzt vor Gott.
  • Mit anderen zusammen eine Gruppe bilden und sich über Erfahrungen und Schwierigkeiten in und mit der Stille austauschen

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