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Über das Haus der Stille

Das Haus der Stille ist das Einkehr- und Meditationszentrum der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Kalender

FÄLLT AUS Staunend Gottes großes Ja erlauschen
21016

Rengsdorf: Haus der Stille
FÄLLT AUS "Grenzen"
21116

Rengsdorf: Haus der Stille

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Haus der Stille, Melsbacher Hohl 5, 56579 Rengsdorf
Telefon 02634 - 92 05 10
E-Mail anmeldung.hds@ekir.de

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Losung für den 16.04.2021

Nicht werde jemand unter dir gefunden, der Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei treibt. Denn wer das tut, der ist dem HERRN ein Gräuel. 5.Mose 18,10.12

Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. Epheser 5,9-11

Service

Geistlicher Impuls, Stürmlinger, Venedig Bezaubernd und anrührend wie kein anderer Ort, dem Verfall geweiht, und trotzdem achtsam bemüht, zu leben, was möglich ist: Venedig. Foto: Ulrike Stürmlinger

Haus der Stille

Wo ist ein Fels außer unserem Gott? Zum Leben mit Corona

Als Haus der Stille möchten wir da sein für die Menschen, die sich mit ihrer Einkehr an Leib und Seele stärken und gesund bleiben wollen – vor, während und nach Corona (wie in Psalm 18,32 ausgedrückt). Wir versuchen immer aktuell, Mögliches möglich zu machen. Es ist nicht langfristig zu sagen, welche unserer Achtsamkeitskurse stattfinden können. Wir beten für das Beste! Geistlicher Impuls dazu:

Wir brauchen Zufluchtsorte, wir brauchen Heimatorte für unsere Seele.
Wir brauchen sie dringend. Ich erlebe es so.
Denn Corona vertreibt uns, bzw. unser Umgang mit Corona vertreibt uns.

Wir kämpfen  und ringen mit dem vermeintlichen Schutz unserer Gesundheit.
Und dass er uns Dinge aus der Hand nimmt und einschränkt.
Und uns unsere Arbeit schwer werden lässt.
Und Ängste hervorbringt, wie schon lange nicht mehr.

Wir brauchen Orte, die uns sammeln. Die uns helfen, zu uns zu kommen.
Die uns bergen. Ausruhen lassen. Orte, an denen wir Kraft schöpfen.

Venedig: Mit dem Untergang vor Augen eine starke Liebe zum Leben pflegen

In den Herbstferien war ich in Venedig. Das war so ein Ort.

Bezaubernd und anrührend wie keine andere Stadt  - dem Verfall geweiht -
und trotzdem  achtsam bemüht, zu leben, was möglich ist.

Jedes Haus, jeder Kanal, jede Blickachse erzählt von Vergänglichkeit und vom drohenden Untergang, vom hoffnungslosen Kampf gegen den Verfall.
Trotzdem ist es keine depressive Stadt.
Es ist eine Stadt, die von der Liebe und der Sehnsucht nach Leben erzählt.
Im Moment jedenfalls, weil sie so still geworden ist.

Ich war viel  zu Fuß unterwegs, in der Stadt gibt es nur Gehwege und die Kanäle
– keine Straßen, keine Autos, noch nicht einmal Fahrräder.
Natürlich hatte ich ein Ziel, wenn ich gestartet bin… aber ich habe oft lange gebraucht, bis ich es erreicht hatte. Jede Ecke, jede Brücke, jeder Schritt ist Grund und Anlass stehen zu bleiben und zu staunen, aufzunehmen, zu verweilen. Inmitten der Vergänglichkeit, die die ganze Stadt atmet (und mit dem Untergang, der  unübersehbar vor Augen ist), ist hier zugleich eine ungeheuer starke Liebe zum Leben zu finden.

Blumenkästen, sorgsam gepflegt, vor fast verfallenen Fenstern.
Ein Haus mit aufgesprungenen Klinkern und windschiefem Dach, in dem ein marmornes Treppenhaus strahlt vor Glanz.
Ein Gondoliere, der kaum Kundschaft hat und sich freut am klaren Wasser und an der Stille in der Stadt.

Mich hat das alles sehr berührt, entschleunigt, bescheiden gemacht und versöhnlich gestimmt, dankbar und achtsam.

Wie unser Umgang mit Corona uns vertreibt

Das Corona-Virus atmet auch Vergänglichkeit, aber bei uns in Deutschland bringt es nicht Liebe zum Leben zum Vorschein, sondern das Gefühl von Bedrohung und Angst. Den Lockdown im März habe ich als Vertreibung erlebt.

Wir haben uns Dinge aus der Hand nehmen lassen. Wir haben nicht mehr gesungen, nicht mehr gemeinsam gebetet, Gemeinschaftsräume verwaist gelassen. Wir haben Kirchen geschlossen, Gottesdienste ausfallen lassen, Menschen nicht mehr begleitet. Wir haben versucht, uns durch digitale Möglichkeiten zu retten. Aber vor den entscheidenden Fragen haben die uns nicht geschützt:

Wofür sind wir da?
Was ist unser Auftrag?
Worin sind wir Christ*innen? Was macht uns zur Kirche?

Ich selbst stieß auf einen Berg von Selbstzweifeln, und unübersehbar wurde für mich die Frage: Wo ist denn mein Zufluchtsort? Wo ist  der Heimatort meiner Seele, der mir zum Fels wird? Wo ist Gott, der mich birgt?

Was brauchen Menschen um sich in Gott zu bergen, in der Krise?

So dringlich, wie ich es noch nie begriffen habe, habe ich verstanden:
Ich kann nicht arbeiten, wenn ich gebunden bin an die Angst.
Ich kann nicht SEIN, wenn Gott mir fern wird und mir die Zuflucht verloren geht.

Mir ist das eine Frage für unsere ganze Kirche. Ich habe unser kirchliches Handeln
so erlebt, dass es eine Verneigung der Angst vor der Coronaschutzverordnung war.

Mich hat das vertrieben. Heute weiß ich mit neuer Überzeugung und sehe es an allen Ecken und Enden:

Wir brauchen Heimatorte ... Zufluchtsorte  für unsere Seelen …gerade in der Krise.
Überall sind die Menschen erschöpft und müde geworden. Ihre Frage will ich in den Vordergrund stellen. So wie das Haus der Stille es auch tut, und weshalb es so kostbar ist.

Was brauchen  Menschen, um sich in Gott zu bergen? Was brauchen sie, um sein zu dürfen:
mit der Anspannung, die müde macht, mit der Erschöpfung, der Ohnmacht und der Trauer, mit dem Verlust, der an vielen Stellen erlebt wird. Was brauchen Menschen, um diese Krise durchstehen zu können, um zu sich zurück zu kehren und um neuen Mut und neues Leben zu finden?

Wo ist ein Fels außer unserem Gott?
Das ist die entscheidende Frage und unsere Aufgabe.  Amen.

 

 

Ulrike Stürmlinger, *1961, ist Gemeindepfarrerin in Straelen-Wachtendonk am Niederrhein und gehört zum Beirat des Hauses der Stille

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