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Über das Haus der Stille

Das Haus der Stille ist das Einkehr- und Meditationszentrum der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Auf dem Weg zu größerer Lebendigkeit : mit Wandern
21031

Rengsdorf: Haus der Stille
"Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens"
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Rengsdorf: Haus der Stille
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Losung für den 27.07.2021

So spricht der HERR, dein Erlöser, der dich von Mutterleibe bereitet hat: Ich bin der HERR, der alles schafft, der den Himmel ausbreitet allein und die Erde fest macht ohne Gehilfen. Jesaja 44,24

Wir haben nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm, und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn. 1.Korinther 8,6

Service

stillen, Seele, Grossvater, Enkel Ich kann mit meiner Seele umgehen wie eine Mutter mit ihrem Baby: eine tiefe Beziehung der Liebe und Annahme eingehen. So stille ich den Hunger meiner Seele - das hat der vielfache Grossvater Hermann Kotthaus als Anregung in einem Psalm entdeckt.

Haus der Stille

So habe ich meine Seele gestillt: Geistlicher Impuls für ein Nicht-mehr-Tun

Wer kennt sich noch aus? Pandemie, Aufruhr in Amerika, Isolierung aus Vernunftgründen … es sind unruhige Zeiten. Dass „Bleiben Sie negativ!“ mal ein guter Segenswunsch sein könnte, wäre vor einem Jahr keinem eingefallen. Was tun mit den Befürchtungen, Sorgen? Ich habe ein kleines Rezept gegen Verunsicherung und Angst gefunden in einem der kürzesten Psalmen (131): „Mein Herz ist nicht stolz ...

 

"(...) o Herr, und meine Augen sind nicht hochmütig. Ich gehe nicht mit Dingen um, die mir zu hoch und zu wunderbar sind.  Fürwahr, ich habe meine Seele gestillt und beruhigt, wie ein gestilltes Kind bei seiner Mutter; wie ein gesättigtes Kind ist meine Seele in mir.“

Mich hat die innere Aktivität des hier betenden Menschen überrascht. Er bittet nicht Gott, ihn still zu machen. Er sagt ihm, was er (oder sie) selbst getan hat, um still zu werden.

Innerlich gesammelt sind es nicht andere Menschen und Umstände, die Probleme machen

Das Beten ist ein aktiver Prozess des Nicht-mehr-Tuns. Was diesen Menschen bisher beschäftigt hat, erscheint ihm vermessen zu sein. Je mehr er zur Ruhe kommt, umso mehr werden ihm sein Geltungsdrang und sein Eigendünkel, seine zwanghafte Wissbegierde und seine ununterbrochene Betriebsamkeit bewusst.

Als im Ruhestand lebender Mensch habe ich besonders Letzteres in unangenehmer Erinnerung. In Zeiten des Lockdowns meldet sich die Betriebsamkeit immer mal wieder an: „Du kannst doch nicht einfach so herumsitzen …“ und ähnlich sprechen die inneren Stimmen. Ich lerne in dem alten Gebet: Alle diese Dinge haben ihren Ursprung in mir selbst. Im Stadium innerer Sammlung sind es nicht andere Menschen und äußere Umstände, die Not machen. Der Beter sagt ein klares ‚Nein‘ zu dem, was aus ihm selber kommt: Nein zum Hochmut; Nein zur Arroganz; Nein zum Über-seine-menschlichen-Grenzen-Hinauswollen.

Warm, satt, ruhig und geborgen

So kann das Bild einer stillenden Mutter in seinem Herzen Raum gewinnen. Er sieht das strampelnde Baby, wie es mit beharrlichem Geschrei nach Nahrung verlangt. Ich habe dieses Bild durch den Segen einer beachtlichen Enkel*innen-Schar (zwischen neu geboren und zwölf Jahren alt) lebendig vor Augen. Ich sehe die Mutter, wie sie das Kleine stillt und geduldig dahin lenkt, dass es sich in der warmen Geborgenheit ihrer Arme satt trinken kann. Die inneren Augen sehen, wie der beruhigende Einfluss der Mutter sich auf das Kind auswirkt. Entspannung und Zufriedenheit lösen das Strampeln ums Überleben ab.

Dieses Bild der uralten und weltweiten Realität bewirkt etwas im betenden Herzen: Ich bin wie eine Mutter mit ihrem Kind. Ich kann an meiner Seele das Gleiche tun, was die Mutter an ihrem Kind tut. Ich kann mit meiner Seele eine tiefe Beziehung der Liebe und der Annahme eingehen, die ihr innerstes Verlangen stillt. Ich kann still und ruhig werden in der Gewissheit, dass alles gut ist.

Vorsatz 2021: Mit meiner Seele so umgehen wie Gott mit uns

Wer so betet, muss offenbar nicht mehr von Müttern oder Vätern oder Freund*innen oder Lebensgefährt*innen erwarten, dass sie für ihn/sie tun, was sie nicht können: die eigene Seele ‚stillen‘. Der Psalmbeter ist erwachsen geworden und selbst ins Alter des Mutter- und Vater-Seins gekommen. Wie er mit seiner Seele umgeht – mütterlich und väterlich –, wie er sie in die Stille des echten Angenommenseins führt, regt mich an und ermutigt mich, mit meiner Seele das Gleiche zu tun.

Der Psalm schließt: „O Israel, harre des Herrn von nun an bis in Ewigkeit.“ Mich ermutigt das gerade in Krisenzeiten, die Verantwortung für mich nicht auf die Zeit oder auf die Umstände oder auf Gott zu schieben. Von nun an bis in Ewigkeit – das heißt anfangen, in jeder Stunde neu mit der eigenen Seele so umzugehen, wie Gott mit uns umgeht. So wird das Vertrauen meiner Seele erneuert. Das ist ein schönes ‚Programm‘ für das neue Jahr: dieses Vertrauen, das den tiefsten Hunger stillt, in Zärtlichkeit und annehmende Liebe gegenüber mir selbst und den anderen Menschen zu investieren!

 

Hermann Kotthaus, * 1951, hat als Landespfarrer für Mission und Spiritualität das Haus der Stille mitentwickelt, ist Mitglied im Beirat des Hauses der Stille und lebt als Pfarrer im Ruhestand in Köln.

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