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Über das Haus der Stille

Das Haus der Stille ist das Einkehr- und Meditationszentrum der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Von guten Mächten wunderbar geborgen? : Stille Tage über Silvester
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Losung für den 09.12.2019

Ihr sollt beim Richten nicht die Person ansehen, sondern sollt den Kleinen hören wie den Großen und vor niemand euch scheuen; denn das Gericht ist Gottes. 5.Mose 1,17

Wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden. Matthäus 7,2

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Haus der Stille

Unsere Träume: tiefer sehen, weiter sehen

von Hermann Kotthaus, Köln

Jeder Mensch träumt und das mehrmals im Schlaf. Unsere Träume sind ein alltägliches Phänomen. Es wird selten darüber gesprochen. Wie geht es mir mit meinen Träumen? Empfinde ich sie als bedrohlich oder bereichernd? Nehme ich sie wahr oder sage ich überzeugt: ich träume nie? Was haben meine Träume mit meinem Alltag zu tun?

Zu skurril sind oft die Abläufe in den Träumen, zu unrealistisch die Zusammenhänge. Noch weiter gefragt: was haben meine Träume mit Gott zu tun? Gott redet durch sein Wort zu mir, auch durch Träume? In der Bibel ist an einigen Stellen davon die Rede, dass und wie Gott sich Menschen in Träumen mitteilt. Beispiele: Jakob (Genesis 28); Joseph (Genesis 37 / 40); die Weisen aus dem Morgenland (Matthäus 2) Im Schlaf kann offenbar anderes klargemacht werden als im bewussten Erleben des Alltags.

In Alltagssituationen haben wir nicht oft das Gefühl: Gott ist da. Normalerweise denkt der so genannte normale Mensch nicht an Gott. Jakob war so ein normaler Mensch. {Die biblische Geschichte im Hintergrund dieses Artikels steht in Genesis 28,10-22} Am Abend dachte er nicht an Gott. Er war unter Druck. Er musste vor seinem Bruder fliehen. Der war stinksauer auf ihn. Jakob hatte Esau übers Ohr gehauen und nun war sein Bruder hinter ihm her. Die Mutter gab ihm noch schnell einen heißen Tipp. Dann ab nach Osten. Den ganzen Tag war er gelaufen. Als es dunkel wurde, fand er gerade noch einen Stein, damit der Kopf etwas höher liegt. Gehetzt, unruhig, voller Angst vor seinem Bruder vielleicht auch mit schlechtem Gewissen schläft er ein.

Am anderen Morgen wacht er auf und sagt: "Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht." Gott ist da. Ob mir das bewusst ist oder nicht, ob ich auf der Flucht bin oder schlafe, ob es mir gut geht oder schlecht, ob ich meinen Vater betrüge oder lieb bin zu einem fremden Menschen: Gott ist da! Ich staune: wenn Gott beim schlafenden Jakob ist an dieser Stätte, dann war er auch beim fliehenden Jakob und beim lügenden Jakob. Dann ist er auch bei mir! - Wir haben keine Schwierigkeiten, eine Kirche ein 'Gotteshaus' zu nennen. Sind wir in einem Gottesdienst, glauben wir auch, was wir singen: 'Gott ist gegenwärtig!' Doch glauben wir auch im Alltag: 'der Herr ist an dieser Stätte?' - Gotteswelt und Menschenwelt: das ist nicht zweierlei! Wir sind von Gott umgeben.

Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf der Erde, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. Der Herr stand oben darauf und sprach: 'Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott.'

Der Gehetzte ist an einen Ort, den er am allerwenigsten gesucht hat: an die Verbindungsstelle zwischen Himmel und Erde. Er sieht eine Leiter, endlos, Stufe um Stufe und oben steht Gott. Was er im Wachbewusstsein nicht gesehen hat, was es da auch nicht gibt, eine Treppe zum Himmel: im Traum gibt es das. Als 'moderner' Mensch hätte Jakob gesagt: Tja, Träume sind Schäume. Da spielt mir meine fromme Erziehung einen Streich! Kaum habe ich Probleme, projiziere ich sie an den Himmel und träume mir da etwas von Gott zu Recht. Das ist ja alles nur ein Traum. Die Steine sind am Morgen noch genauso hart, mein Bruder ist noch genauso sauer und die Rettung noch weit weg. Die Realität sieht eben anders aus als der Traum.

Träumen ist genauso eine menschliche Tätigkeit wie denken, essen und fühlen. In Träumen verarbeite ich Eindrücke und Erlebnisse. Im Traum gehe ich jedoch mit einer eigenen Traum-Logik vor nicht mit der des Verstandes und des Wach-Bewusstseins. Tagsüber war Jakob viel zu sehr abgehetzt. Da konnte Gott ihn nicht erreichen. Er musste sich offenbar des Traumes bedienen.

Darum: verachten wir unsere Träume nicht. Jeder Traum hat eine Bedeutung. Jeder Traum hat eine mahnende und ermutigende Botschaft aus dem Unterbewussten an mich im Wachbewusstsein. Etwas nicht Bewusstes in mir teilt sich mir mit, so dass es bewusst werden kann.

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