Losung für den 21.01.2020

Ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ihr nicht ihre Knechte bleibt, und habe euer Joch zerbrochen und habe euch aufrecht einhergehen lassen. 3.Mose 26,13

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Galater 5,1

Service

Ev. Kirchengemeinden Isselburg und Hueth-Millingen

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht

Herzliche Weihnachtsgrüße 

In diesem Jahr ist es mir zunächst schwergefallen, weihnachtliche Vorfreude in mir aufkommen zu lassen. Zu drückend, zu himmelschreiend schienen mir die Probleme. Nach wie vor waren und sind unzählige Menschen auf der Flucht, teils vor Krieg und Terror, teils vor menschenunwürdigen Zuständen in Flüchtlingslagern, teils aus Armut und Not. Der Terror selbst ist uns in diesem Jahr näher gerückt als je zuvor, verbunden mit vielen Ängsten. Und der Krieg in Syrien ist nach den Anschlägen in Paris nun plötzlich irgendwie auch unser Krieg geworden. Ich spüre, dass die politisch und militärisch Verantwortlichen ratlos sind, um wie viel ratloser bin da ich selbst.
Natürlich dürfen wir niemanden dem Terror und dem Verhungern überlassen, aber können wir wirklich alle aufnehmen, die zu uns wollen? Natürlich müssen wir vorsichtiger werden angesichts des Terrors, aber wenn wir unser freiheitliches Leben aufgeben, dann tun wir doch genau das, was der Terror will. Natürlich können wir den sogenannten Islamischen Staat nicht weiter morden lassen, aber hat Gewalt je Gewalt beendet? Die Welt ist gefährlicher geworden, so fühle ich es, so meinen wir, und wo bleibt Orientierung?


„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande scheint es hell. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.“ (Jesaja 9, 1+5)
Die Worte des Propheten Jesaja sind über 2.500 Jahre alt und sind noch immer hoch aktuell. Ich erkenne in ihnen: Die Welt ist nicht gefährlicher geworden, als sie schon immer war. Auch damals lebten die Menschen in Finsternis, Angst und Not. Mächtige Feinde bedrohten das kleine Volk Israel, übermächtige Feinde, die es bald überrennen sollten. Aber dennoch war die Hoffnung schon damals schon größer als alle Not: Die Hoffnung, dass Gott da ist, dass er hilft, dass unter einem gerechten und guten Herrscher einmal alles gut wird. Und das nicht erst in der fernen Ewigkeit, sondern bald, spürbar, erfahrbar, erlebbar. Die Welt braucht einen weisen König, einen Friedenskönig, einen König, der Hass und Krieg mit Gerechtigkeit und Liebe überwindet.

Die Christenheit hat das Wort vom Licht in der Finsternis aus der Zeit des Jesaja auf das Kind in der Krippe übertragen. Aber die Geburt Jesu ist nun auch schon 2.000 Jahre her. Ist die Hoffnung auf Frieden nicht auch heute immer noch genauso unerfüllt wie sie zu Zeiten des Jesaja auch scheinbar unerfüllt blieb?
Nicht, wenn wir genau hinschauen, nicht wenn wir uns von dem Kind ändern lassen. Denn das Kind in der Krippe erfüllt unsere Herzen schon heute mit Gerechtigkeit und Frieden. Es macht uns schon heute zu friedfertigen und liebevollen Menschen. In uns und durch uns kommt dieses Licht in die Welt, wenn wir uns von ihm bescheinen lassen und es weiter hinaustragen in die Finsternis.

So bleibt auch mir zwar viel Ratlosigkeit in dieser Weihnachtszeit. Aber zugleich bin ich doch auch noch viel mehr erfüllt von der wunderbaren Hoffnung, dass sich alles doch zum Guten wenden kann. Denn das Licht ist da, das Kind ist geboren. Es scheint in uns allen und macht uns darin gewiss, dass unser guter und liebender Gott mitten unter uns in dieser Welt ist. Er trocknet schon heute Tränen, er schenkt schon heute so viel Freude, und er wird einmal alles gut machen mit uns.

Ihnen und Euch allen auf diesem Wege ein frohes und gesegnetes Christfest und ein hoffentlich glückliches und gesundes Neues Jahr 2016
Pfarrer Michael Binnenhey

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17.12.2015



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