Losung für den 20.09.2020

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. 2.Mose 20,12

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre. Römer 15,7

Gemeindebriefe

Unserere Gemeindezeitung (WIR in der Evangelischen Kirchengemeinde Jüchen) erscheint zweimonatlich. Hier können Sie die online-Versionen ansehen und downloaden.

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Service

Sonntagswort-21

Aktuelles

Inspiriert. Sonntagswort Jüchen

Unser geistliches Leben soll in Zeiten der Corona-Krise nicht verkümmern. Daher finden Sie nun jeden Samstag an dieser Stelle unser Angebot "Inspiriert. Sonntagswort Jüchen".

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

fünf Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges schrieb der evangelische Liederdichter Paul Gerhardt den Text von „Sollt ich meinem Gott nicht singen?“ (1653, in unserem Gesangbuch die Nr. 325). Hinter ihm lagen schreckliche Erlebnisse: Deutschland hatte in den ganz Europa umfassenden Wirren Zweidrittel seiner Bevölkerung verloren; er selbst war arm, seine Ehefrau und mehrere Kinder musste der fromme Pastor selber zu Grabe tragen. Dennoch war ihm nicht alles abhandengekommen; ein Stück unerschütterlichen Gottvertrauens blieb ihm erhalten! Und aus dieser Quelle schöpfte er und schrieb Texte, die später vertont und der Gemeinde als Trostbotschaften zugänglich gemacht wurden.

Wie ist das bei uns? Kennen wir Quellen, aus denen wir geistlichen Halt schöpfen in Zeiten, die auch unse-ren Glauben auf die Probe stellen? Finden wir Worte, um zu beten oder bleiben sie uns im Halse stecken? Trauen wir uns, dezent zu singen oder lassen wir es direkt lieber sein, weil es ja gefährlich ist bzw. weil es sowieso nicht mehr so in ist?

Corona bedingt ist das Singen in geschlossenen Räumen verboten, nicht aber im Freien unter Einhaltung des vorgeschriebenen Abstandes. Viele Kirchengemeinden lassen in dieser Hinsicht Gemeindegesang wieder zu. Warum? Nicht, weil sie sich leichtfertig über eine ernsthafte Lage hinwegsetzen. Nicht, weil ein Gottesdienst mit Instrumentalmusik und Sologesang schlecht wäre. Nein. Dem Gemeindegottesdienst fehlt allerdings Entscheidendes, wenn nicht gesungen wird: Die Beteiligung der Anwesenden, die nicht statisch absitzen, sondern sich einbringen wollen, die ihre Zuversicht bekennen möchten mit geliehenen Worten und Melodien, um darin Freude im Herzen zu empfinden. Singen ist mehr als beten. Es ist ein verstärkter physiologischer Vorgang dadurch, dass die Stimmbänder zum Klingen gebracht werden. Dabei wird das Innere eines Menschen stärker berührt. Und das Gotteslob unterstrichen.

Am vergangenen Sonntag haben wir mit rund 40 Personen einen Freiluftgottesdienst im Gemeindehausgarten in Jüchen gefeiert. Der Gemeindegesang bekam nach Monaten wieder eine Chance und wurde dezent zum Ausdruck gebracht. Viele fanden das gut und haben Wiederholung gewünscht. Wir freuen uns über diese Möglichkeit, im Freien unsere Glaubenslieder anstimmen zu dürfen. Hoffentlich kommt manch einer, der wegen Gesangsverbot zuhause bleibt, wieder dazu. Singen zu dürfen und zu können ist wie eine Heimkehr in Vertrautes. Es ist verstärkter Ausdruck, Gott zu ehren und zu loben.

„Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein?
Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut er´s mit mir mein´.
Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein teures Herze regt,
das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben.
Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit…
Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt,
dass ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt.
Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht
nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen.
Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit...“

Vielleicht finden Sie zu Hause ein paar Minuten, um das Gesangbuch aufzuschlagen und ein bekanntes Lied anzustimmen? Viel Freude dabei und schöne Grüße

Ihr Pfarrer Horst Porkolab

 

Hinweis

Alle wichtigen Infos und etwaige Änderungen zu unserem Gemeindeleben finden Sie hier oder in unserem Gemeindebrief WIR, den Sie von der Startseite aus downloaden können.

Jauchzet Gott in allen Landen

Mit freundlicher Erlaubnis von Frau Theresa Nelles können Sie an dieser Stelle für die nächsten Wochen die Aufzeichnung des Live-Mitschnittes des Werkes "Jauchzet Gott in allen Landen, BWV 51" von Johann Sebastian Bach aufrufen. Die Mitwirkenden waren:

Theresa Nelles, Sopran
Frank Ludemann, Trompete
Franziska Früh, Violine
Margarita Rumyantseva, Violine
Ralf Buchkrämer, Viola
Franziska Batzdorf, Violoncello
Markus Vornhusen, Kontrabass
Wolfgang Abendroth, Orgel

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21.03.2020



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