Losung für den 25.09.2021

Lauft nicht anderen Göttern nach, um ihnen zu dienen und um euch vor ihnen niederzuwerfen, und reizt mich nicht mit dem Machwerk eurer Hände. Jeremia 25,6

Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Apostelgeschichte 17,24-25

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Unserere Gemeindezeitung (WIR in der Evangelischen Kirchengemeinde Jüchen) erscheint zweimonatlich. Hier können Sie die online-Versionen ansehen und downloaden.

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Sonntagswort-70

Aktuelles

Inspiriert. Sonntagswort Jüchen

Unser geistliches Leben soll in Zeiten von Corona nicht verkümmern. Daher finden Sie nun jeden Samstag an dieser Stelle unser Angebot "Inspiriert. Sonntagswort Jüchen".

Liebe Gemeindeglieder, lieber Leserinnen und Leser,

in einem Kirchenblättchen fand ich neulich diese Karikatur: Ein mehr als selbstbewusster Schüler verteidigt sein „Revier“. Niemand darf ihm da reinreden. 2+2 sind für ihn 5, Schluss! Das Rechenergebnis entspricht seiner freien Meinung. Und die weiß er grundgesetzlich geschützt! Da können andere sagen, was sie wollen. Auch ein Lehrer kann sich da überhaupt nicht reinmischen. Ein Recht hat er dazu nicht. Individualität ist ein hohes Gut und muss geschützt werden, zur Not auch mit unflätigen Worten. Der Schüler hier im Bilde un-terstreicht seine Eigenständigkeit auch damit, dass er, offensichtlich voller Stolz, ein T-Shirt trägt mit der Aufschrift: Denkplicht statt Maskenpflicht.

Worauf diese Karikatur hinauswill? Sie macht eine Fehlentwicklung in unserer freiheitlichen Gesellschaft bewusst. Als die Verfasser des Grundgesetzes ans Überlegen gingen, hatten sie eine Entscheidung getrof-fen: Sich von der Nazi-Barbarei deutlich abzusetzen und die Individualität des Einzelnen zu respektieren. Darum ist der Passus „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ ganz gewichtig. Er sollte sich abgrenzen von einer Zeit, in der das Leben des Einzelnen verfügbar war und darum auch leicht zerstörbar.

Mit dem Grundartikel des Grundgesetzes ist man gut gefahren und er bleibt schützenswert auch in Zukunft. Nur wird er von Menschen, die ihre Autonomie wie einen Gott betrachten, überdehnt. Alles, was allgemein anerkannt ist, lehnen sie ab. Was vernünftig ist oder zumindest erscheint, ist ihnen suspekt. Sie möchten einfach nicht vereinnahmt werden und tun alles, um ihre Individualität zu retten. Das mag ihr gutes Recht sein. Doch, was geschieht, wenn sich jede und jeder von uns, aus Prinzip, in dauerhafter Abgrenzung von allem übt? Unser Gemeinwesen würde zerfallen. Und nur noch in einem Nebeneinander von Individualisten bestehen. Im Ernst, wer möchte sowas?

Wohin Meinungsfreiheit führen kann, erst recht die Überhöhung von Individualität, erfahren wir gerade in unserer Gegenwart massiv. Gerade mal 63,5% der Bevölkerung Deutschlands hat sich gegen das gefährli-che CoVid19 impfen lassen. Die Übrigen tragen – bewusst oder unbewusst – dazu bei, dass die Pandemie nicht überwunden wird, dass sich weitere Virusvarianten entwickeln, dass Leben weiterhin ausgebremst wird. Warum? Viele lautstark protestierende Gegner sollten es lieber mit der Impfung halten statt mit der Besch-Impfung. Sie würden der Gesellschaft und der Welt einen guten Dienst erweisen. Sie sollten endlich darüber nachsinnen, was die Dauerpflege ihres „Gottes“ für Folgen hat.

Die Bibel lädt uns Christen ein, der Gemeinschaft zu dienen; uns der bewährten Lebens- und Glaubenser-fahrung von Menschen, die vor uns gelebt haben, anzuschließen und darauf zu vertrauen, dass dies auch unserem Zusammenleben zuträglich ist:
„Mein Sohn, bewahre das Gebot deines Vaters und lass nicht fahren die Weisung deiner Mutter. Binde sie dir aufs Herz allezeit, dass sie dich geleiten, dass sie dich bewachen, dass sie zu dir sprechen. Denn das Gebot ist eine Leuchte und die Weisung ein Licht, und die Vermahnung ist der Weg des Lebens, auf dass du bewahrt werdest…“ (Sprüche Salomos 6, 20-24a)

Wünsche allen die Neuentdeckung des Gemeinsamen und dessen Tragfähigkeit.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Pfarrer Horst Porkolab

 

Hinweis

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21.03.2020



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