Losung für den 09.04.2020

Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir wollen mit euch gehen. Sacharja 8,21

Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Markus 14,26

Gemeindebriefe

Unserere Gemeindezeitung (WIR in der Evangelischen Kirchengemeinde Jüchen) erscheint zweimonatlich. Hier können Sie die online-Versionen ansehen und downloaden.

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Kirchenburg Kirchenburg in Großau, Rumänien

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Inspiriert. Sonntagswort Jüchen

Unser geistliches Leben soll in Zeiten der Corona-Krise nicht verkümmern. Daher finden Sie nun jeden Samstag an dieser Stelle unser Angebot "Inspiriert. Sonntagswort Jüchen".

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

vor zwei Wochen brachte der WDR im Rahmen von Wunderschön die Sendung “Siebenbürgen. Reise in eine andere Zeit”. Dort, in einem ehemaligen deutschen Siedlungsgebiet im heutigen  Rumänien, meiner früheren Heimat, gibt es noch über rund 150 erhaltene Kirchenburgen.  Ursprüngliche Kapellen wurden nach leidvollen Erfahrungen, etwa durch ottomanische Invasionen ab dem 15. Jahrhundert, befestigt und zu Fliehburgen erweitert. Sie boten Schutz vor äußeren Feinden, und am Ort des praktizierten Glaubens erfuhr man einmal mehr, was es bedeutet, bewahrt zu werden. Das Lutherlied “Ein feste Burg ist unser Gott” bekam bei den Siebenbürger Sachsen somit einen besonderen Wert.

In Großau (siehe Abbildung) steht eine solche Kirchenburg, mit Glockenturm und Sakralraum, mit Ringmauer und Verteidigungstürmen. Dieses Ensemble wartet aber – einmalig in jenem Landstrich – mit einem Kuriosum auf: einer Pestkanzel. Es ist im Grunde genommen ein in die Ringmauer eingebauter, überdachter Hochsitz aus Stein, der über einen Mauerschlitz mit einem zweiten Innenhof “verbunden” ist. In jenen Anger hat man in Zeiten, als das yersinia pestis (von Ratten übertragen) als Seuche wütete, Menschen in Quarantäne gebracht. Wegen hoher Ansteckungsgefahr und Todesfolgen für die Gemeinschaft mussten sie in diesem Sonderbereich leben. Hier hatten sie einfache Behausungen, hierhin, ans Tor des Zwingers wurde Essen für sie abgestellt. Aber damit war nicht alles getan. Mit den damaligen Möglichkeiten wollte man Betroffenen auch seelsorgerlich nahe sein dadurch, dass ihnen von der Pestkanzel aus gepredigt, vorgebetet und Mut zugesprochen wurde.

Mag sein, dass jene Gepflogenheiten uns Heutigen etwas komisch erscheinen. Dass sie vielleicht den Eindruck erwecken, die einen seien ausgeliefert und die anderen glücklich auf der sicheren Seite. Ich denke, das war es nicht. Man wusste auch damals: Wir sitzen alle in einem Boot, die Gesunden und die Angesteckten. Wir sind alle auf Gottes Erbarmen angewiesen. Unser Leben liegt in seiner Hand. Das ist aber auch unser Trost, den wir einander aus relativer Nähe oder aus der Distanz  zusprechen dürfen: “Herr, du bist unsere Zuflucht für und für” (Psalm 90, 1).

Wie fern und doch verblüffend nah solch eine “Pestkanzel”: Weil wir in Corona-Zeiten angehalten werden, Distanz zu wahren, um dadurch die Gefahr einzudämmen, dürfen wir einander über Brief, Telefon, Whats-App und andere Medien Mut und Trost zusprechen. Diese Medien sind unsere aktuellen Kanzeln, von denen fürsorgliche Botschaften ausgehen: Bleibt zuhause! Bleiben Sie gesund! Können wir helfen? Und es sind – wie gut – auch Botschaften, die ausdrücklich zum Gottvertrauen einladen. Wir Christen wissen um einen Vater, der uns liebt und um seinen Sohn, der in der Kraft seines Geistes bei uns ist. Darum fürchten wir uns nicht. Darum glauben wir. Denn, ist ja wohl wahr: Wer glaubt, ist nie allein. Bleiben Sie bewahrt!

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Pfarrer Horst Porkolab

 

P.S. Sie können dieses Blatt gerne weitergeben.
Sie können gewinnbringend lesen: Psalm 46, 1-8; Psalm 27, 1-5+13-14, Lied eg 362 und eg 398.
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21.03.2020



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