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für den 26.01.2020

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Freitag, 12. November 2010, 20 Uhr, Pfarrkirche St. Katharina, Willich

Willicher MusikProjekt: Requiem in d-Moll von Franz von Suppè

Seit Januar proben 100 Sängerinnen und Sänger an einem besonders anspruchsvollen und ausdrucksstarken Werk des Wiener Komponisten. Wenn die Willicher Erstaufführung am 12. November in der Pfarrkirche St. Katharina erklingt, wird kein Platz freibleiben.

Lupe

Spektakuläre Wiederentdeckung einer grandiosen Musik

Die Chormitglieder des Willicher Musikprojektes sind sehr ergriffen und begeistert von dieser wunderschönen Musik. Diese Musik ist bewegend und mitreißend. Solisten und das romantisch üppig besetzte Orchester werden gewiß die Willicher Zuhörer in ihren Bann ziehen.

Mitwirkende: Anneli Pfeffer, Sopran; Schirin Partowi, Alt; Johannes Klüser, Tenor; Matthias Zangerle, Baß. Emmaus-Kantorei Willich, Willicher MusikProjekt, Neues Rheinisches Kammerorchester Köln. Leitung: Klaus-Peter Pfeifer

Eine Veranstaltung der Emmaus-Kirchengemeinde Willich

Das Konzert ist ausverkauft.


Suppès Requiem: Eine Wiederentdeckung und eine Bereicherung

Das Requiem in d-Moll von Franz von Suppè wird erstmalig vom Willicher MusikProjekt und der Emmaus-Kantorei aufgeführt und war auch unseres Wissens bisher noch nie in Willich zu hören. Es gibt sie also noch, die musikalischen Überraschungen aus einer Epoche, die man so gut zu kennen meint. Wie kann es sein, dass ein abendfüllendes Werk von ausgesprochener Qualität lange Zeit im Dornröschen-Schlaf verharrte? Nun, ein Operettenkomponist, sozusagen die Wiener Antwort auf den Pariser Jacques Offenbach, ist halt nichts für die "seriöse" Kirchenmusik. Soweit das bekannte Schubladendenken, das man gelegentlich bei Musikwissenschaftlern und Kritikern antrifft. Dabei waren gerade die ersten Werke Suppès der Kirchenmusik vorbehalten und trotz allem Erfolg im Bereich der Operette, zog es den Komponisten während verschiedener Schaffensphasen immer wieder zur Musica Sacra.
Franz von Suppé wurde 1819 im heutigen Split in Kroatien als Sohn österreichischer Eltern geboren. Der Großvater stammte aus Belgien. Im Alter von 7 Jahren begann Suppé (sein Taufname ist Francesco Ezechiele Ermenegildo Cavaliere Suppè-Demelli) regelmäßig im Domchor von Zadar in Kroatien zu singen. Nach dem Tod des Vaters zieht die Familie 1835 nach Wien, wo Franz Kompositionsunterricht bei Ignaz Ritter von Seyfried nimmt, der noch bei Mozart gelernt hatte. In Wien legt er schon bald seine zweite Messe in C für Soli, Chor und Orchester vor. In den Einleitungsworten zu dieser Messe preist er Mozart als seinen musikalischen "Polarstern" und größten "musikalischen Genius".

Die Bewunderung für Mozart, der erfolgreiche Umgang mit eigener und fremder Orchestermusik als Kapellmeister an verschiedenen Theatern in Wien und die reiche Erfindungsgabe im Bereich des Melodischen, all dies kann er 1855 in sein größtes kirchenmusikalisches Werk, der "Missa pro defunctis" für seinen verstorbenen Förderer und Freund Franz Pokorny einbringen. Einige Parallelen lassen sich zu Mozarts "Requiem" finden: Die Tonart in d-Moll, die identische Textaufteilung in 12 Teile (bei Suppè noch um das "Libera me" ergänzt) und ein notengetreues Zitat aus dem "Lacrymosa", das Suppè in sein "Tuba mirum" einarbeitet. Im Gegensatz zu Mozarts "Requiem", dessen endgültige Gestalt wir nicht kennen, legt Suppè ein in sich geschlossenes Werk vor, das schon jetzt einen besonderen Platz im Repertoire des Kammerchores gefunden hat. Für den Chor, seine Möglichkeiten und Stärken, hatte Suppè ein offenes Ohr. Im vorliegenden Werk wird er zum Hauptakteur und ist an jedem der 13 Sätze beteiligt. Wie Mozart schreibt auch Suppè eine umfangreiche Chorfuge im "Kyrie", die zum Schluß noch einmal mit dem Text der "Communio" erklingt.

Geprägt von den Einflüssen des multikulturellen Völkergemischs der österreich-ungarischen Monarchie und den Erfahrungen als Theaterkapellmeister in Wien verarbeitet Suppè in seinem Requiem neben unterschiedlichen kirchenmusikalischen Stilelementen, wie gregorianischer Choral, Fuge und geistliches Lied, auch Merkmale slawischer und ungarischer Volksmusik, italienischer Opern, österreich-ungarischer Militärmusik und romantischer Orchesterwerke. 19 Jahre vor der Uraufführung von Verdis populärem "Requiem" gelingt Suppè mit seiner Totenmesse ein großer Wurf, der den Vergleich nicht scheuen muß.

Klaus-Peter Pfeifer

15.11.2010



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