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Telefonseelsorge feiert 50-jähriges Jubiläum

Nah dran am Menschen

Die Ök. Telefonseelsorge Krefeld-Mönchengladbach-Rheydt-Viersen feiert am 14. September ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem Festgottesdienst, 11 Uhr in der Friedenskirche Krefeld. Mit Pfarrer Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Ökumenische Telefonseelsorge Krefeld-Mönchengladbach-Rheydt-Viersen LupeÖkumenische Telefonseelsorge Krefeld-Mönchengladbach-Rheydt-Viersen

"Tag und Nacht für Sie zu sprechen - Aus Worten können Wege werden - Sorgen kann man teilen - Anonym. Kompetent. Rund um die Uhr". Mit diesen Slogans forderte die Telefonseelsorge in den vergangenen Jahrzehnten Menschen auf, bei ihr anzurufen, wenn Sorgen zu groß werden. 1956 wurde die Telefonseelsorge in Berlin gegründet.

Vor 50 Jahren kam die Telefonseelsorge Krefeld-Mönchengladbach-Rheydt-Viersen, kurz TS, hinzu. Am 1. Juni 1969 wurde sie durch Pater Franz Nüßlein in den Räumen des Kapuzinerklosters an der Hülser Straße in Krefeld gegründet. Zunächst in katholischer Trägerschaft, wurde sie am 1. Januar 1973 ökumenisch. Riefen zu Riefen zu Beginn etwa 3.500 Ratsuchende an, sind es heute bis zu 15.000 Anrufe pro Jahr. Hinzu kommt die Chat-Seelsorge und das Beantworten von Fragen per Mail.

Seelsorge sei nah an den Menschen, habe der frühere Aachener Bischof Klaus Hemmerle (Amtszeit 1974 - 1994) gesagt, erklärt Jürgen Schramm, ehemaliger Leiter der Telefonseelsorge (1994 - 2007) im Gespräch. "Als Mitarbeiter der TS waren wir bekannt in der Stadt", erinnert sich Schramm, der 1979 zur TS kam. "Wir waren nur wenige Hauptamtliche und haben uns damals bei den Anrufen mit Namen gemeldet." In Krisenpräventionen waren die Mitarbeiter auch bei den Menschen vor Ort.

In dieser Zeit wurde auf Initiative der Krefelder eine bundeseinheitliche Statistik entwickelt und eingeführt. Diese Statistik wurde federführend durch Bernhard Dodier, der über vierzig Jahre in der Telefonseelsorge tätig war, international vergleichbar gemacht. Dodier, der später selbst die Dienststelle leitete, war auch maßgeblich daran beteiligt, dass die TS Krefeld bereits seit 1995 gemeinsam mit Köln als erste in Deutschland zusätzlich Beratung per E-Mail anbietet.

Ausschließlich Hauptamtliche waren in der TS Krefeld beschäftigt: Theologen, Sozialarbeiter und Diplom-Pädagogen. Damit stellte Krefeld bundesweit eine der wenigen Ausnahmen dar. Erst 2004 kommen Ehrenamtliche hinzu. Heute wird die Arbeit am Telefon und in der Mailseelsorge fast ausschließlich von Ehrenamtlichen geleistet.

Suizidprävention - dafür setzt sich Jürgen Schramm bereits seit über 25 Jahren ein. So wurde ein Kriseninterventionszentrum gebaut, die Krefelder Krisenhilfe 2001 gegründet. Heute ist sie in Trägerschaft des Alexianer-Krankenhauses. "Pro Jahr bringen sich immer noch etwa 10.000 Menschen um", bedauert Schramm. "Das bedeutet, davon sind eine Million Menschen betroffen - Familie, Freunde, Bekannte."

In diesem Zusammenhang wird das Jugendtelefon 1996 gegründet. Es ist bis 2014 fester Bestandteil der Telefonseelsorge. Heute ist es in der Abteilung kirchlicher Jugendarbeit der Katholischen Region Kempen-Viersen verortet.  Hier beraten junge Leute andere Jugendliche und Kinder. "Wir haben damals von der DGS (Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention) einen Preis für das Jugendtelefon bekommen", erinnert sich Pfarrer i.R. Gerd-Dieter Kahlen, ehemaliger Superintendent und damals Vorsitzender des Kuratoriums der Telefonseelsorge.

Seit Mitte 1997 ist die Ökumenische Telefonseelsorge bundesweit über eine kostenlose Einheitsnummer (0800 / 1110111 und 0800 / 1110222) erreichbar. Bis dahin musste für die regionale TS eine Nummer mit Krefelder Vorwahl gewählt werden. Auch das Jugendtelefon hat eine solche Einheitsnummer (116 111​ ).
In den 90ern beginnen die Mitarbeiter der Krefelder TS zudem mit  dem Aufbau eines Psychosozialen Adressbuches. Dies hat später Erich Franken, derzeit stellvertretender Dienststellenleiter, übernommen und nachhaltig weitergeführt. Diese interaktiven Datenbänke für Krefeld, Mönchengladbach und Viersen gingen 2005 online. Seitdem können alle Anbieter im psychosozialen Bereich sowie Hilfesuchende darauf zugreifen.
2013 wird Dieter Mokros zum Leiter der TS gewählt, als Bernhard Dodier in Ruhestand geht. Mokros starb plötzlich im Januar 2019. Andrea Arndt leitet die Dienststelle seit Anfang Juli.

Heute lautet der Slogan "Wir hören zu". Und das tun die 64 Ehrenamtlichen und einige Hauptamtliche der Telefonseelsorge rund um die Uhr im Haus der Regionen am Dionysiusplatz. Hauptamtliche sind: Leiterin Andrea Arndt, Stellvertreter Erich Franken und Dr. Annette Valentin sowie Kerstin Schmidt im Sekretariat.

Bettina Furchheim

 



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