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Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz

"Aus dem Holocaust Konsequenzen für das eigene Leben ziehen"

Anfang Februar nehmen 75 Schülerinnen und Schüler des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums an einer Gedenkstättenfahrt teil, die die Evangelische Kirchengemeinde Krefeld-Süd unter Leitung von Pfarrerin Annette Vetter anbietet.

Weiße Rose auf den Gleisen, die nach Auschwitz führen. Foto: Schüler des MSM LupeWeiße Rose auf den Gleisen, die nach Auschwitz führen. Foto: Schüler des MSM

Die Jugendlichen wollen mit eigenen Augen den Ort sehen, der zum Synonym für Genozid und das Leid zahlloser Menschen geworden ist.

Warum erinnern sich Jugendliche auch heute noch an die Schrecken des Nationalsozialismus?

David-Luc Adelmann, ein Schüler der Jahrgangsstufe Q1, macht stellvertretend seinen Standpunkt deutlich:
«Der Holocaust ist eines der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Die seit dem Ende des Zweite Weltkrieges lebenden Menschen haben nun die Pflicht, die Wiederholung eines solch grauenhaften Ereignisses zu verhindern. Der beste und einfachste Weg, dies zu tun ist es, die Erinnerung an den Holocaust zu bewahren und Konsequenzen für das eigene Leben daraus zu ziehen. Um dies zu können, muss man sich mit den damaligen Geschehnissen auseinandersetzen.
Unter dieser Prämisse fahren wir, die Q1 des MSM Gymnasium, nach Auschwitz. Wir bekommen dort die Gelegenheit Eindrücke zu sammeln und Erfahrungen zu machen, die uns dabei helfen sollen, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und an die nächste Generation weiterzugeben.
Die Aufklärung rund um die Geschehnisse im 3. Reich ist vor allem in der Zeit eines erneuten Rechtsrucks in Deutschland und Europa sehr wichtig. Wir haben ja noch das Glück, mit Zeitzeugen sprechen zu können und aus erster Hand Geschichten aus der damaligen Zeit zu hören. Unsere Kinder werden diese Gelegenheit nicht mehr haben. Also müssen wir unser Bestes geben, so viele Erzählungen wie möglich zu bewahren, um auch die uns folgende Generation daran erinnern zu können, dass so etwas wie der Holocaust nie wieder passieren darf!»

Viehwagon, in dem Menschen nach Auschwitz transportiert wurden. Foto: Schüler des MSM Viehwagon, in dem Menschen nach Auschwitz transportiert wurden. Foto: Schüler des MSM

Kann man erinnern lernen?

Ja, erinnern lässt sich einüben, so haben es die Schülerinnen und Schüler in den letzten Monaten bei ihrer Vorbereitung auf die Fahrt nach Auschwitz erfahren. Bei der Teilnahme an Gedenkveranstaltungen zum Novemberpogrom 2018 und zur Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar, im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Jüdischen Gemeinde und der Gedenkstätte Krefeld haben sie unterschiedliche Wege und Formen kennengelernt, wie die Schrecken der Vergangenheit weitergegeben werden können, ohne die Gegenwart ebenfalls mit Schrecken zu belegen. Vielmehr geht es darum, Wege zu finden, wie aus der Erinnerung heraus Verantwortung übernommen werden kann für die Gestaltung der Gegenwart und der Zukunft. Besonders eindrücklich war für sie die Begegnung mit Eva Weyl, die von ihrer Zeit als Kind im Durchgangslager Westerbork berichtet hat.

Anschließend: Ausstellung in der Mediothek - Vernissage am 12. März

Ihre Eindrücke von der Fahrt verarbeiten die Schülerinnen und Schüler in Objekten und Texten, die ab dem 12. März 2019 an in der Mediathek ausgestellt werden.
Zur Vernissage der Ausstellung am 12.3.2019 um 17 Uhr in der Mediothek Krefeld sind Sie herzlich eingeladen!
Erstmals stellen die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke nicht in der Schule, sondern im öffentlichen Raum aus. Hintergrund ist das Anliegen, Schülerinnen und Schüler mehr zu Partizipation am öffentlichen Leben einzuladen und dadurch zugleich den Austausch mit der Krefelder Bevölkerung zu ermöglichen.

Annette Vetter

 

 



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