Augenblick bitte
Augenblick bitte

Rundbriefe "Augenblick bitte!" (Veranstaltungen in Gemeinden)

mehr
Losung

für den 27.01.2020

Wer ruft die Geschlechter von Anfang her? Ich bin's, der HERR, der Erste und bei den Letzten noch derselbe.

Jesaja 41,4

Kirchengemeinden
Kirchengemeinden mehr
Service

Delegierte aus Krefeld-Viersen bei der ersten Jugendsynode

„Es war ein echtes Miteinander“

Die Jugendsynode in Bad Neuenahr ging gestern mit einem Gottesdienst zu Ende. Eine Jugendsynode gab es zum ersten Mal in der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Auf der Jugendsynode (v.l.n.r.): Superintendent Burkhard Kamphausen, Anika Böttger, Pfarrerin Petra Vahrenhorst, Jugendreferentin Franziska Rolauffs. Foto: Bettina Furchheim LupeAuf der Jugendsynode (v.l.n.r.): Superintendent Burkhard Kamphausen, Anika Böttger, Pfarrerin Petra Vahrenhorst, Jugendreferentin Franziska Rolauffs. Foto: Bettina Furchheim

Eine Premiere auch für Franziska Rolauffs, Jugendreferentin des Ev. Kirchenkreises Krefeld-Viersen und für Anika Böttger aus der Kirchengemeinde Krefeld-Ost. Böttger ist zudem Mitglied des „Ausschuss Erziehung und Bildung“ der Landeskirche.
„Ich hoffe, dass man ins Gespräch kommt und dass man einem zuhört“, formulierte Rolauffs im Vorfeld der Synode, die am Freitag in Bad Neuenahr begann. Diese Hoffnungen haben sich erfüllt. „Wir haben auf Augenhöhe miteinander geredet und diskutiert“, resümiert Jugendreferentin Rolauffs. „Es war nicht nur ein Zuhören, so nach dem Motto ´Erzählt doch mal´, sondern ein echtes Miteinander.“ Partizipation war das gemeinsame Thema am Freitag, am Samstag berieten die Delegierten in Arbeitsgruppen: Jugend- und Familienarmut, Jugendarbeit, Gemeindeformen, Flüchtlingsproblematik.

Jeweils 50 Delegierte kamen aus der Evangelischen Jugend im Rheinland und aus der Landessynode. Um Themen- und Beratungsvielfalt sicherzustellen, nahmen zudem zehn weitere Jugendliche und junge Erwachsene: aus Studierendengemeinden, landeskirchlichen Schulen und ehrenamtlichen Konfirmandenarbeit sowie drei ökumenische Gäste.

Als Landessynodale waren aus Krefeld-Viersen mit dabei Superintendent Burkhard Kamphausen und Pfarrerin Petra Vahrenhorst, Dülken (und stellv. Skriba). „Die Begegnung mit der jungen Generation war nicht gestelzt“, bestätigte Kamphausen. „Eine offene Kommunikation war möglich und die Forderungen sind gut zu hören.“ Er sehe keine Schwierigkeiten die Ergebnisse der Jugendsynode, ihre Beschlüsse, auf die Landessynode zu projizieren und diese auch zu übernehmen. „Es geht nicht darum, Jugendliche in die Kirche zu holen, sie sind schon da“, betonte Pfarrerin Petra Vahrenhorst. „Es geht darum, sie zu halten, auch nach der Konfirmation.“
„Wir haben diskutiert und gemeinsam einen Formulierungsvorschlag gefunden“, erklärt Rolauffs. „Dabei haben wir uns gegenseitig unterstützt und das Fachwissen der Landessynodalen genutzt.“

Forderung nach Finanzmitteln für Arbeit mit Kinder und Jugendlichen

„Es ist gut, dass die Jugendsynode stattgefunden hat“, meinte Vahrenhorst. „Wir werden sehen, was es bringt.“ Das Ziel müsse sein, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu stärken. Dazu gehören ihrer Ansicht nach auch die Kindertagesstätten und die Konfirmanden. Aus der Motivation heraus: „Wir haben ihnen was zu sagen, wir sind zu ihnen geschickt.“ Kamphausen bestärkte das: „Gott ist schon längst bei denen, wo wir erst hingehen.“

„Es war eine Jugendsynode, nicht eine Jugendlichensynode“, meinte Rolauffs. Beim Thema Partizipation habe es viele Beiträge von den anwesenden Jugendlichen gegeben. Bei anderen Themen hätten sich die Jugendlichen teilweise zurückgehalten oder gar abgeschaltet, hat die Jugendreferentin in ihrer Arbeitsgruppe festgestellt. „Es könnte sein“, überlegte Rolauffs, „dass manche Diskussionen für sie nicht greifbar waren. Strukturen sind nicht unbedingt ihr Thema.“ Wichtig war: „Wir haben gemeinsam etwas erarbeitet. Die Bewährungsprobe wird die Landessynode sein. Wir werden sehen, ob unsere Beschlüsse dort Zustimmung finden.“

Sie hoffe auf mutige Beschlüsse – so formulierte Rolauffs im Vorfeld. Einen mutigen Beschluss findet die Jugendreferentin, die Forderung nach der Bereitstellung von Finanzmitteln, die flächendeckend für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden können. Nicht festgeschrieben auf Stellen oder anderes. „Diese Arbeit ist eine Querschnittsaufgabe“, betonte Pfarrerin Vahrenhorst. „Sie betrifft beispielsweise auch die Bereiche Kirchenmusik oder Bildung, überall dort, wo Kinder und Jugendliche dabei sind.“ Gemeinde und Kirchenkreise sollen kreativ werden, wie sie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weiter aus- und aufbauen wollen. Hier sollen landeskirchliche Finanzmittel helfen. Auch beispielsweise um Unterstützung zu holen für neue Entwicklungen.

Ob sich die Landessynode diesen Beschluss zu eigen machen wird und Finanzmittel zur Verfügung stellt, wird sich in dieser Woche zeigen. Die erste Jugendsynode endete gestern mit einem Gottesdienst, der zugleich der Eröffnungsgottesdienst der 71. Tagung der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland. Das oberste Leitungsgremium der Kirche tagt bis Freitag, 11. Januar, in Bad Neuenahr.

Bettina Furchheim

 

 



© 2020, Evangelischer Kirchenkreis Krefeld-Viersen
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung