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80 Teilnehmerinnen bei Frauen-Friedensgebet in Krefeld

Frauen beten gemeinsam für den Frieden

Gut 80 Frauen waren der Einladung des Christlich-Muslimischen Frauen-Netzwerkes Krefeld Ende Februar zum Friedensgebet in der IGMG Haci Bayram Moschee am Sprödentalplatz gefolgt.

Pastorin Katrin Meinhard, Frauenreferentin des Ev. Kirchenkreises Krefeld-Viersen, und Aysel Bahci, IGMG Haci Bayram Moschee Krefeld, begrüßen die Frauen zum ersten Friedensgebet des Netzwerkes. Foto: Bettina Furchheim LupePastorin Katrin Meinhard, Frauenreferentin des Ev. Kirchenkreises Krefeld-Viersen, und Aysel Bahci, IGMG Haci Bayram Moschee Krefeld, begrüßen die Frauen zum ersten Friedensgebet des Netzwerkes. Foto: Bettina Furchheim

Frauen jeglichen Alters, Christen und Musliminnen, aus Krefeld und Umgebung, auch aus Dülken. Bürgermeisterin Gisela Klaer nahm ebenfalls am Friedensgebet teil. „Obwohl Christinnen und Musliminnen sich täglich begegnen, läuft unser Alltag manchmal nur nebeneinander her“, meinte Pastorin Katrin Meinhard, Frauenreferentin des Evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen zu Beginn des Frauen-Friedensgebetes. „Wir möchten mehr voneinander wissen und im Gespräch sein“, fügte Aysel Bahci von der IGMG Haci Bayram Moschee an. „Der Austausch untereinander ist eine große Bereicherung für beide Seiten.“

Über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg waren Frauen eingeladen, das Friedenspotenzial der Religionen im Gebet wirksam werden zu lassen. Wie Frauen bereits im Alten Testament und in den Hadithen durch ihre weisen und besonnenen Ratschläge zum Frieden beitrugen, wurde in dem ersten Frauen-Friedensgebet des Netzwerkes deutlich: Abigail zu Zeiten König Davids und Umm Salama, eine Ehefrau des Propheten Mohammad, deren Geschichte durch Ferah Kulaksiz von der Haci Bayram Moschee erläutert wurde. „Mit Fantasie und Geschick haben sie Initiative ergriffen und so ein Blutbad verhindert“, sagte Birgül Bayram, Vorsitzende des Verbandes Muslimischer Lehrkräfte e.V. So wurden damals Mord, Totschlag, Krieg – auch gegen Unbeteiligte, gegen Frauen und Kinder – verhindert.

Mutige Frauen gibt es auch heute. Wie beispielsweise die Jesidin Nadja Murad, die 2014 mit vielen weiteren Frauen ihres Dorfes im Nordirak von der Terrormiliz IS entführt, verkauft, vergewaltigt und gequält wurde. „Sexuelle Gewalt als Rache, als billige Waffe und zur Zerstörung einer ganzen Gemeinschaft gab es immer“, erklärte Bayram. „Auch heute wird in fast allen größeren Konflikten unserer Zeit sexuelle Gewalt als Kriegswaffe eingesetzt.“

Nadja Murad klagte die Massenvergewaltigungen an den Jesidinnen öffentlich an. 2018 wurde sie gemeinsam mit dem kongolesischen Arzt Denis Mukwege, für ihren Einsatz und ihren Mut mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. „Sie setzen sich dafür ein, dass sexuelle Gewalt als Waffe in Kriegen wie andere Verbrechen juristisch verfolgt wird“, berichtete Gunda Hagens, Frauenseelsorgerin der katholischen Region Krefeld. „Auch wenn das Verbot sexueller Gewalt im Völkerrecht verankert ist, so werden Täter doch nur selten zur Verantwortung gezogen.“

Nicht wegschauen – konnte auch eine andere Frau: die Ärztin Monika Hauser, als sie 1992 von den vielen im Bosnienkrieg systematisch vergewaltigten Frauen hörte. Sie gründete mit bosnischen Psychologinnen und Ärztinnen „Medica mondiale“ e.V. Die Frauenrechtsorganisation unterstützt weltweit Hilfsprojekte für Frauen und Mädchen, die von sexualisierter Kriegsgewalt betroffen sind.

In die gemeinsamen Fürbitten wurden besonders Frauen und Mädchen, die Gewalt ausgesetzt sind, einbezogen. Aber auch für alle, die Gewalt erfahren oder Angst haben, wurde gebetet. Und für ein friedliches Miteinander in Krefeld. Mit einem Segensgebet und einem Friedensgruß, bei dem alle Frauen einen großen Kreis bildeten, schloss dieses erste Frauen-Friedensgebet des Netzwerkes. Im Anschluss entwickelten sich Gespräche in vielen kleineren durchmischten Gruppen – noch in der Moschee wie auch im Vorraum am Büffet bei vielen kleinen orientalischen Köstlichkeiten.

Es bleibt zu hoffen, dass das Frauennetzwerk weitere Verständigungsmöglichkeiten initiiert. 

Der Vorbereitungskreis des Christlich-Muslimischen Frauennetzwerkes Krefeld (v.l.n.r.): Ferah Kulaksiz, Aysel Bahci, Jutta Schaer, Katrin Meinhard, Birgül Bayram, Judith Samson, Gunda Hagens, Rabia Can. Foto: Bettina Furchheim LupeDer Vorbereitungskreis des Christlich-Muslimischen Frauennetzwerkes Krefeld (v.l.n.r.): Ferah Kulaksiz, Aysel Bahci, Jutta Schaer, Katrin Meinhard, Birgül Bayram, Judith Samson, Gunda Hagens, Rabia Can. Foto: Bettina Furchheim

Das Team

Vorbereitungskreis des Christlich-Muslimischen Frauen-Netzwerk Krefeld:

Aysel Bahci, Islamische Denkfabrik und Vertreterin der IGMG Haci Bayram Moschee

Birgül Bayram, Lehrerin an der Kurt-Tucholsky Gesamtschule und Vorsitzende des Verbandes Muslimischer Lehrkräfte e.V.

Christine Herling, Schulreferentin des Evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen (nicht auf dem Foto)

Ferah Kulaksiz, Abteilungsleiterin für Bildung der IGMG Haci Bayram Moschee

Gunda Hagens, Frauenseelsorgerin der katholischen Region Krefeld

Judith Samson, Referentin des Katholischen Forums

Jutta Schaer, Leiterin des Frauenforums der Friedenskirche Krefeld

Katrin Meinhard, Frauenreferentin des Evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen

Rabia Can, Stellvertretende Abteilungsleiterin für Bildung der IGMG Haci Bayram Moschee
 

 



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