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Wahlsynode in Viersen

Pfarrerin Dr. Barbara Schwahn ist neue Superintendentin

Pfarrerin Dr. Barbara Schwahn wurde bei der Wahlsynode in Viersen zur Superintendentin gewählt. Sie setzte sich im ersten Wahlgang gegen ihre zwei Mitbewerber durch. Sie ist die erste hauptamtliche Superintendentin des Kirchenkreises Krefeld-Viersen.

Superintendentin Dr. Barbara Schwahn nach ihrer Wahl in Viersen. Foto: Bettina Furchheim LupeSuperintendentin Dr. Barbara Schwahn nach ihrer Wahl in Viersen. Foto: Bettina Furchheim

Die beiden Bewerberinnen um das Superintendentenamt stellten sich der Synode vor mit einem geistlichen Impuls und einer Kurzvorstellung zur Person und Vortrag: „Wie können wir in Zukunft gut Kirche sein?“.

"Innehalten" - darum ging es in dem geistlichen Impuls von Pfarrerin Dr. Barbara Schwahn. Es sei Zeit für die Sommerpause. Auch wenn manche meinen, eigentlich sei Durcharbeiten angesagt. "Es ist eine Kunst, auszuatmen und Pause zu machen", meinte die Düsseldorfer Pfarrerin. In einer Pause könne man Abstand gewinnen. Es sei wichtig, wo man gerade sei, aufzuhören, zu unterbrechen.
In ihrem Vortrag betonte sie, welche Vielfalt vorhanden sei an Gemeinden und Gebäuden, mit einem Angebot, das es nirgends sonst gebe. "Wir müssen überlegen, was macht uns Freude, was begeistert uns", erklärte die 54Jährige. "Nur das, wovon wir begeistert sind, zieht andere an." Auch wenn Kirche kleiner werde, mische sie  doch weiter mit in Kommunen, in der Stadt, in der Gesellschaft. "Mut zur Lücke und zum Setzen von Schwerpunkten", sei da wichtig. Wie das organisiert werde, stehe auf einem anderen Blatt. Glauben leben und andere damit anstiften. "Warum nicht einmal weniger machen und mehr vom Heiligen Geist erwarten", fragte Schwahn. Als Superintendentin möchte sie Botschaften und Haltung in das gesellschaftliche Leben einbringen.

Pfarrerin Annette Vetter stellte Psalm 23 in den Mittelpunkt ihres geistlichen Impulses. "Es ist der Boden, der uns trägt, er berührt die Seele und richtet uns auf", sagte die Krefelder Pfarrerin. Im Vertrauen auf den nächsten Schritt, im Vertrauen, dass Gemeinschaft trage. "Gottes Geist wirkt", betonte die Pfarrerin. Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und Besonnenheit, heiße es bei Timotheus.
Kraft: "Wer Gott vertraut, darf auch auf sich selbst vertrauen."
Liebe: "Wer liebt, ist nahe bei den Menschen."
Besonnenheit: "Innehalten, auf Gottes Wort hören."
Sie sehe auch die dunklen Stellen in der Welt, aber dem setze sie ein "Dennoch" entgegen.
In ihrem Vortrag mit dem Schwerpunkt "Salz der Erde", betonte die 54Jährige, Kirche sei nicht für sich selber da, sondern für die Welt. Kirche gebe dem Leben die notwendige Würze. Es sei wichtig, religiöse Inhalte in Alltagssprache wiederzugeben. Aber nicht nur. Den Wandel könne Kirche als Chance begreifen. Gottes Geist wehe, wo er will, auch außerhalb von Kirche. #fridaysforfuture nannte Vetter als Beispiel - hier habe Kirche die Chance das zu zeigen, was "wir unter Schöpfung verstehen". Besonders: Kirche müsse sich einbringen und Stellung beziehen bei jeglicher Form von Rassismus, Antisemitismus oder Ungerechtigkeit.

Nach einer ausführlichen Aussprache nach der jeweiligen Vorstellung der Kandidatinnen, wurde die Synode gefragt, ob sie noch ein weiterer Kandidat oder eine weitere Kandidatin vorschlagen wolle.
Pfarrer Axel Stein aus Süchteln, Assessor des Kirchenkreises, wurde vorgeschlagen. Er hielt ebenfalls einen Kurzvortrag, aufbauend auf einer Vision aus Sacharja 8. Ihn leite die Vision: Wir wollen mit euch gehen; denn wir haben gehört: Gott ist mit euch. Eine Kirche die Zukunft haben will, müsse setzen auf das Priestertum aller Gläubigen, Geschwisterlichkeit, solidarisches Miteinander, Partner in Augenhöhe. Es gehe
um Gerechtigkeit - beispielsweise: wie setzen wir uns ein für Menschen im Mittelmeer,
um Liebe - wir müssen uns der Not der Menschen annehmen,
und um Barmherzigkeit - nicht mitzumachen beim Gebrauch der Ellenbogen.
Das seien Herausforderungen der Kirche in der Zukunft. "Ich träume von Menschen, die nicht in zwei getrennten Welten leben", meinte der 58Jährige Pfarrer.
"Wir sollten uns so organisieren, dass man uns wahrnimmt", betonte Stein zur Struktur der Kirche in Zukunft.

Nach einer Pause mit Imbiss wurde gewählt: Im ersten Wahlgang setzte sich Pfarrerin Dr. Schwahn mit 64 Stimmen von 121 gegen ihre zwei Mitbewerben durch. Pfarrerin Vetter erhielt 39, Pfarrer Stein 13 Stimmen. Es gab 5 Enthaltungen.

"Sie haben es ja spannend gemacht", meinte die neugewählte Superintendentin Dr. Schwahn, "Ich nehme die Wahl sehr gerne an." Sie sei überwältigt, dass es im ersten Wahlgang geklappt habe. "Ich würde gerne noch mehr sagen, aber irgendwie fehlen mir die Worte", sagte die Düsseldorferin und fügte schmunzelnd an: "...  ich sehe sie alle noch häufig genug."

Die Einführung von Pfarrerin Dr. Schwahn in ihr Amt als Superintendentin ist für den 13. September 2019 vorgesehen. 

Zur Person: Superintendentin Dr. Barbara Schwahn

Pfarrerin Dr. Barbara Schwahn ist noch Skriba des Kirchenkreises Düsseldorf, also zweite Stellvertreterin des Superintendenten. Sie arbeitet als Leiterin der Abteilung Seelsorge in ihrem Kirchenkreis und – mit einem Viertel Stellenanteil – als Gemeindepfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Düsseldorf-Eller. Seit 2015 ist sie zudem nebenamtliches Mitglied der rheinischen Kirchenleitung.
Barbara Schwahn wurde in Worms geboren, studierte Theologie und Germanistik in Tübingen und München. Ihr Vikariat machte sie in Frankfurt am Main und absolvierte später ein einjähriges Spezialvikariat bei der Kommission für Glaube und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf. Von 1996 bis 2000 war sie Pfarrvikarin bzw. Pfarrerin in Höhr-Grenzhausen/Westerwald in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Nach einer Erziehungszeit kam sie 2003 nach Düsseldorf-Eller.

 



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