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Kreissynode tagte in der Kreuzkirche Lank

Es ist Zeit ...

Mit einer Andacht begann die 77. Kreissynode des Ev. Kirchenkreises Krefeld-Viersen in der Kreuzkirche in Lank. Beratungen von 119 Synodalen folgten. Der Bericht des Superintendenten weiter unten als PDF.

Herbstsynode 2018 in der Kreuzkirche Lank. Foto: Bettina Furchheim LupeHerbstsynode 2018 in der Kreuzkirche Lank. Foto: Bettina Furchheim

Soll es demnächst einen hauptamtlichen Superintendenten im Kirchenkreis Krefeld-Viersen geben? Unter anderem diese Frage beschäftigte die Synode bei ihrer Herbsttagung gestern in der Kreuzkirche in Lank. Bisher übten die Superintendenten in Krefeld-Viersen ihre Funktion im Nebenamt aus und bleiben Pfarrer ihrer Gemeinde. Sie bzw. die abgebende Gemeinde erhalten dafür eine Entlastung durch einen anderen Pfarrer. Die Kreissynode kann aber auch eine Stelle errichten. Dann kann der Superintendent im Hauptamt arbeiten.

„Es ist Zeit - auch für mich“, meinte Superintendent Burkhard Kamphausen in seinem Jahresbericht. Er wird zum 1. Juli 2019 vorzeitig in Ruhestand gehen. Seine Amtszeit ginge regulär bis 2024. „Die Gründe liegen im persönlichen Bereich“, fügte Kamphausen hinzu.

Nach dieser Ankündigung bekommt die Frage nach einem hauptamtlichen Superintendenten noch eine ganz andere Bedeutung. Die Synode will sich dieser Frage stellen, so hat sie entschieden. Nach einer Informationsveranstaltung im Januar werden die Synodalen Anfang März bei einer Sondersynode entscheiden. Bleibt der Superintendent im Nebenamt, können sich alle Inhaber von Pfarrstellen des Kirchenkreises darauf bewerben. Auf der regulären Frühjahrssynode im Mai könnte dann das Amt neu besetzt werden.Entscheidet sich die Synode für das Hauptamt, kann die Stelle im gesamten Bereich der rheinischen Kirche oder gar deutschlandweit ausgeschrieben werden. Eine Wahl wäre dann bei einer weiteren Sondersynode im Sommer oder bei der nächsten Herbstsynode möglich.

Die Synode entschied sich bereits für die Errichtung einer halben Pfarrstelle zur Entlastung des Assessors, Stellvertreter des Superintendenten. Bisher wurde diese Entlastung aus landeskirchlichen Mitteln bezahlt. Jetzt wird die Entlastung aus Finanzmitteln des Kirchenkreises gewährleistet. Assessor ist seit dem Frühjahr Pfarrer Axel Stein aus Süchteln.

Andacht - Grußworte - Bericht des Superintendenten

Zu Beginn der Synode: Andacht

Die Andacht begann mit dem Lied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“. Ein Klassiker, so Pfarrerin Susanne Pundt-Forst aus Büderich und führte fort: „Es gehört zu unserem Kerngeschäft, zu singen, zu beten, Gott zu loben. Wir predigen von Gemeinschaft.“ Bei der Synode spüre sie einen deutlich größeren Kreis als nur den in einer Gemeinde. „Wir machen alle Kirche aus. Das macht Mut!“ Sie mahnte, sich darauf zu besinnen, warum sich alle an einem Samstag zur Synode treffen: „Wir müssen lernen, zuzuhören und Demut lernen.“

Grußworte und Bericht des Superintendenten

Landeskirchenrätin Antje Hieronimus und Gabi Terhorst, Vorsitzende des Katholikenrates in der Region Kempen-Viersen, sprachen Grußworte an die Synode.

„Es ist Zeit“ - so hatte Superintendent Burkhard Kamphausen seinen Bericht überschrieben, mit einem Gedicht von Rainer Maria Rilke. Er nahm Stellung gegen Antisemitismus, gegen Ausgrenzung und subtile Feindbilder: „ Als weltweite Christenheit wissen wir sehr genau aus Vergangenheit und Gegenwart, was es bedeutet, diskriminiert und um des Bekenntnisses willen verfolgt zu werden. Unsere Solidarität gilt allen, die Ähnliches erleben, auch durch uns. Es ist Zeit, dies zu sagen.“ Er wies darauf hin, wie wichtig es sei, einen gemeinsamen Lernweg der christlichen Kirchen weiter zu gehen zu Gerechtigkeit, Frieden und zur Bewahrung der Schöpfung. Ein Weg, der in der Tradition von Dietrich Bonhoeffers Aufruf auf der Friedenskonferenz in Fanö 1934 steht. Christliches Engagement zeige sich heute im Hambacher Wald, vor dem Fliegerhorst Büchel, bei den Demonstrationen „Köln zeigt Haltung“ oder bei der so genannten Seebrücke Krefeld zeigt „Orange gegen das Sterben im Mittelmeer. „Bei all dem bekommen wir positive Rückmeldungen von Menschen außerhalb von Kirche“, betonte Kamphausen. „Wir werden als gesellschaftliche Größe wahrgenommen, die bestimmte Inhalte vertritt.“

Kamphausen sieht eine Aufgabe von Kirche, das Bewusstsein wachzuhalten, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Lösungen oder einfache Antworten, die der Gesellschaft auf Probleme suggeriert werden. Das führe zu einer Polarisierung. „Polarisierung trägt in sich den Keim zur Spaltung und zu einer Weltanschauung, die nur von den Farben schwarz und weiß bestimmt ist. Das alles sind keine guten Entwicklungen, in der Gesellschaft nicht und auch nicht in der Kirche.“

Kamphausen erinnerte auch an das Ende des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren. Eine Kernaufgabe von Kirche sei, für den Frieden einzustehen: „Ehre sei Gott in der Höhe, und – eben – Frieden auf Erden“, so lautet die damit sehr geerdete Botschaft der Engel auf Bethlehems Feldern, die uns nicht in eine binnenkirchliche Idylle führt, sondern in eine Welt, in der der Friede so vermisst und gesucht wird.“

„Pfarrdienst und Pfarrstellenentwicklung“ - ein weiteres Thema im Bericht des Superintendenten. Da viele Pensionierungen von Pfarrern in den nächsten Jahren anstehen, wird die Bildung von Regionen vorgeschlagen. Mit mindestens drei Vollzeitstellen. So eine Region zu bilden, das sei auch die Absicht, die hinter dem Antrag der Gemeinde Straelen-Wachtendonk stehe, den Kirchenkreis zu wechseln.

Viele Veränderungen und Herausforderungen stünden an, Kirche sei im Wandel. „Wir haben viel zu bieten“, meinte Kamphausen im Gespräch. „Wer jedoch das Motto „Alles soll so bleiben, wie es ist“ - vertrete, sorge dafür, dass die Kirche nicht bleibt.“

Diakonisches Werk - Finanzen und Verwaltung - Anträge - Wahlen

Diakonisches Werk

Ludger Firneburg, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Krefeld-Viersen hob in seinem Jahresbericht die Menschen hervor: „Einen Menschen zu trösten heißt nicht, ihm zu sagen: „Das wird schon wieder“ oder „So schlimm ist das ja nicht“. Einen Menschen zu trösten heißt, ihm zu sagen: „Wenn Du etwas als schlimm erlebst, dann ist das erstmal berechtigt. Was Du fühlst, kann man fühlen. Es ist menschlich, und Du bist ein Mensch.“ So gestaltet sich die Arbeit in der Diakonie immer mehr: es geht nicht nur um schnelle Problemlösungen. Die sind oft auch wichtig und werden gesucht. Aber wenn ich gefragt werde, wie sich unsere diakonische Arbeit verändert und entwickelt, dann würde ich sagen: Die Probleme vieler Menschen werden vielschichtiger und manchmal auch existentieller. Und die Herausforderung besteht darin, sie zu allererst genau damit anzunehmen.“

Finanz- und Verwaltungsfragen

Der Haushalt des Kirchenkreises von 8,5 Millionen Euro wurde festgesetzt. Die Umlage bleibt bei 11,2 Prozent, wie 2017 beschlossen. Die in vergangenen Jahren entstandenen Rückstände werden zur Zeit aufgearbeitet und sollen bis 2019 behoben sein.

Die Konzeption des Kirchenkreises wird derzeit überarbeitet, Gespräche in Gemeinden und Seelsorgebereichen, mit Referaten und Einrichtungen geführt. Als nächstes werden konzeptionelle Bausteine entwickelt und zu einer Gesamtkonzeption zusammengesetzt. Diese wird auf der Frühjahrssynode im Mai präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Anträge an die Synode

Die Kirchengemeinde Straelen-Wachtendonk strebt einen Wechsel des Kirchenkreises an. Die Gemeinde ganz im Norden von Krefeld-Viersen gehört kommunal zum Kreis Kleve, die Zugehörigkeit zu Krefeld-Viersen hat historische Gründe. Sie ist vor über 175 Jahren von Kaldenkirchen her im heutigen Gemeindeteil Niederdorf entstanden. Doch der Kontakt zwischen den Mitgliedern der Gemeinden ist gering. Dafür ist die Autobahn A 40 eine zu deutliche Grenze. Zudem erfährt der eine in der Presse nichts vom anderen, da es unterschiedliche Verbreitungsgebiete gibt. Die katholischen Gemeinden in Straelen-Wachtendonk gehören zum Bistum Münster, als einzige in Krefeld-Viersen. In den vergangenen Jahren sei eine gute Zusammenarbeit entstanden mit den evangelischen Nachbargemeinden im Kirchenkreis Kleve, so Pfarrerin Ulrike Stürmlinger aus Wachtendonk. Im Hinblick auf 2021, wenn ihr Kollege in Ruhestand gehe, böten sich mit dem Wechsel neue Möglichkeiten, etwa für die Bildung einer Region.
Die Synode unterstützt den Antrag. Jetzt können die Presbyterien aller Gemeinden beider Kirchen kreise darüber beraten – die Ergebnisse werden auf der Frühjahrssynode gehört. Dann kann Krefeld-Viersen darüber entscheiden. Das letzte Wort hat die Kirchenleitung in Düsseldorf. Die Gemeinde möchte zum 1.1. 2020 wechseln.

Die Kreissynode unterstützt den Aufruf zur Flüchtlingspolitik in Europa. Ein Aufruf von drei Mitgliedern des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentags: „Flüchtlingspolitik in Europa: Erst stirbt das Recht, dann der Mensch! Für eine christliche, menschenrechtliche und solidarische Flüchtlingspolitik in Europa.“ (https://www.change.org/p/fl%C3%BCchtlingspolitik-in-europa-erst-stirbt-das-recht-dann-der-mensch-seenotrettung-masterplan-seehofer)

Die Kreissynode unterstützt das Positionspapier der Evangelischen Fachberatungen in Rheinland, Westfalen und Lippe zur Sicherstellung von Fachberatung in KiTas.

Gewählt wurden zudem neu:
- Synodalbeauftragung Umwelt- und Energiefragen: Klaus Armonies, Kirchengemeinde Krefeld-Süd
- in den Synodalen Fachausschuss für Frauenarbeit: Marita Rüdiger
- in den Nominierungsausschuss: Pfarrer Volker Hülsdonk, Kirchengemeinde Krefeld-Oppum
- in den Fachausschuss Tageseinrichtungen für Kinder: Pfarrerin Kathinka Brunotte, Kirchengemeinde Viersen
- in den Fachausschuss Krankenhausseelsorge: Dr. Martin Jentsch
- Synodalbeauftragung für Ökumene: Superintendent Burkhard Kamphausen

Bettina Furchheim

 

 



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